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Von Christina Rothfuß
04. Juli 2024

Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt und aus dem Dienstleistungsgewerbe sorgten am Mittwoch an den US-Aktienmärkten für Zinssenkungshoffnungen. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index lag am Ende aber leicht im Minus bei 24.601 Punkten. US-Mediengruppe Fox startet kostenlosen Netflix-Konkurrenten “Tubi“ in Großbritannien, und setzt dabei neben zusätzlichen Werbeeinnahmen auch auf weiteres globales Marktwachstum. Blackstone kann nach Aktionärs-Zustimmung den US-Mietwohnungseigentümer Apartment Income für rund 10,0 Mrd. USD kaufen.



Fast auf einem neuen Jahreshoch bei 32,45 USD und mit leichten Zugewinnen präsentierte sich am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie der Fox Corp. Dabei hat die amerikanische Mediengruppe, die vor allem in den Bereichen Film- und TV-Entertainment tätig ist, in dieser Woche den kostenlosen Netflix-Konkurrenten “Tubi“ in Großbritannien gestartet. Das Unternehmen wagt sich mit seinem werbefinanzierten Streaming-Dienst damit auf den hart umkämpften britischen Markt. Fox verdiente in den USA mit der beliebten Streaming- und Werbeplattform Tubi zuletzt aber gutes Geld, und kam dort auf rund 80 Mio. aktive monatliche Nutzer. Mit Tubi konnten wir in den letzten 10 Jahren unser Konzept für umfangreiches, kostenloses und unterhaltsames Streaming in Nordamerika verfeinern, erklärte die Chefin der Fox-Sparte in einem Statement. Und wir sind der Meinung, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, um dieses Rezept dem britischen Publikum nahezubringen, so die Managerin. Zum Kernportfolio von Fox gehören allerdings vor allem die Geschäfte rund um den bekannten Nachrichten-Sender FOX News, den Sportkanal FOX Sports und das auf Wirtschaftsthemen ausgerichtete FOX Business Network. Und die Fox-Sparten zeigen sich auch nach wie vor sehr robust gegenüber US-Konkurrenten wie Disney+ und Netflix mit ihrem Abo-basierten Video On-Demand- und Streaming-Formanten. Mit seiner Tubi-Plattform will sich Fox aber den Bedürfnissen am britischen Markt ein Stück weit anpassen. So will die Streaming-Tochter in Großbritannien zunächst mit über 20.000 TV-Sendungen und Filmen starten, darunter Inhalte von Sony Pictures Entertainment, Disney, Lionsgate und NBC. In Amerika dagegen besitzt das Medienunternehmen bereits zahlreiche Fernsehstudios, in denen erfolgreiche TV- und Rundfunkformate produziert werden.

Im Jahr 2020 hatte Fox das Start-up-Unternehmen rund um Tubi für damals rund 440,0 Mio. USD übernommen, und wollte damit unter anderem auch den Streaming-Markt aufrollen. Der Start der Plattformtochter in Großbritannien erfolgt zudem in einer Zeit, in der Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime ihre Abo-Preise anheben und eigene werbefinanzierte Dienste einführen. Aus dem letzten Jahresbericht von Netflix geht sogar hervor, dass das werbefinanzierte Angebot das beliebteste innerhalb des Fox-Konkurrenten geworden ist, da sich zuletzt über 40,0 % aller Neu-Abonnenten dafür entschieden. Fox wird auf dem britischen Markt allerdings nicht nur mit den Rivalen Netflix und Disney+ konkurrieren, sondern auch auf die beliebten Streaming-Plattform von Channel 4 und BBC iPlayer treffen. Die US-Fernsehgruppe setzt bei seiner Tubi-Expansion neben zusätzlichen Werbeeinnahmen dennoch auf weiteres globales Marktwachstum, insbesondere bei Video On-Demand-Abo`s und Video-Streaming-Angeboten. Schließlich soll dieser Markt von 2022 bis Ende 2027 voraussichtlich um durchschnittlich mehr als 8 % jährlich zulegen. Fox schüttet jedoch nur eine kleine Dividende aus. Mit 1,7 % an Rendite ist diese letztlich überschaubar. Dennoch wird die Aktie gegenwärtig nur mit einem niedrigen KGV von 8 an der Börse bewertet.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.

Am Mittwoch lag im TraderFox-Index die Aktie von Apartment Income nach der jüngsten Übernahmeofferte bei unverändert 39,10 USD. Dabei legte im April der Finanzinvestor Blackstone ein Kaufgebot für die amerikanische Immobiliengesellschaft, die als “Real Estate Investment Trust“ (REIT) agiert, in Form eines Bargeschäfts im Wert von rund 10,0 Mrd. USD vor. In dieser Woche gab die Blackstone-Tochter “Blackstone Real Estate Partners X“ nun bekannt, den angekündigten Erwerb aller ausstehenden Aktien des als “AIR Communities“ bekannten Unternehmens für 39,12 USD, einschließlich aller Schulden, abgeschlossen zu haben. Den Aktionären von Apartment Income hatte Blackstone damit einen “Übernahmeaufschlag“ von gut 25,0 % gezahlt. Für den Investor ist der nun abgeschlossene Deal vor allem deswegen interessant, da Apartment Income als Immobilienverwalter gut 76 Mietwohngemeinschaften mit über 27.000 hochwertigen Apartments besitzt. Diese befinden sich in erster Linie in finanzkräftigen Küstenstädten der USA, darunter Boston, Los Angeles, Miami und Washington. Mit diesen “AIR Communities“ bietet der Vermieter ein einfaches, vorhersehbares Geschäftsmodell, was Apartment Income zuletzt auch solide Einnahmen von 768,0 Mio. USD einbrachte.

Der Chef der Blackstone Real Estate-Sparte bezeichnete die geplante Akquisition sogar als den “hochwertigsten“ Kauf eines großen Wohnungsportfolios in der Geschichte von Blackstone. Ende Juni stimmten letztlich die Aktionäre von Apartment Income auf der außerordentlichen Hauptversammlung den Übernahmeplänen von Blackstone Real Estate Partners X zu. Im Zuge dessen will der Finanzinvestor als künftiger Eigentümer zugleich auch bis zu 400,0 Mio. USD in den Geschäftsausbau von Apartment Income investieren. Allerdings geht den Altaktionären eine stattliche Dividendenausschüttung verloren, da das Apartment Income-Management jährlich bis zu 75,0 % des FFO-Gewinns (Funds from Operations) auszuschüttete. Und dies führte über die Jahre meist zu weit über 4,0 % an Dividendenrendite.

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