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Von TraderFox
09. Oktober 2018

Der anhaltende Renditeanstieg europäischer und amerikanischer Staatsanleihen bleibt auch heute beim QIX Dividenden Europa Index das belastende Thema. Allerdings liegt der Index am Nachmittag indes nur moderat im Minus bei 9.840 Punkten. Deutsche Telekom und Telefonica schließen sich in Deutschland beim Netzausbau zusammen und wollen so hohe Kosten senken und zugleich Synergien heben. H&M will nicht nur seinen Onlinehandel ausbauen sondern auch mit neuen Zahlungsdiensten das Bezahlen vereinfachen.

Leichte Abgaben auf aktuell 13,85 Euro verzeichnet heute im Dividenden-Index die Aktie der Deutschen Telekom. Der Telekommunikationsdienstleister plant zukünftig gemeinsam mit Telefónica Deutschland den Netzausbau in Deutschland voranzutreiben. Im Rahmen der Übereinkunft werde die Deutsche Telekom insgesamt 5.000 Mobilfunkstandorte von Telefónica an das Glasfasernetz des Konzerns anbinden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Ziel sei es, die aktuellen Mobilfunkantennen sukzessive um 5G zu erweitern. Gerade Breitbandnetze, und hier insbesondere Glasfaser, sind für Mobilfunkbasisstationen grundsätzlich notwendig, um eine künftige Gigabit-Versorgung für 5G-Anwendungen zu gewährleisten. Schon seit dem Mobile Backhaul-Vertrag, der zwischen beiden im Jahr 2011 unterzeichnet wurde, sind die Basisstationen von Telefónica an das Netzzentrum angeschlossen. Diese Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Mobilfunk-Infrastruktur in Deutschland, sagte der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom. Die Ressourcen, die wir dadurch einsparen, werden wir konsequent in den weiteren Netzausbau und die Entwicklung von 5G investieren.

Auch der Vorstand von Telefónica Deutschland sieht die Kooperation durchweg positiv. Durch die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur können wir den Ausbau unseres Mobilfunknetzes beschleunigt vorantreiben, betonte der Manager. Zudem wird ein signifikanter Anteil an Mobilfunkstandorten fit für den Zukunftsstandard 5G gemacht. In den kommenden Jahren sollen bundesweit alle Basisstationen der dritten (UMTS, 3G) und vierten Mobilfunkgeneration (LTE, 4G) schrittweise auf 5G erweitert werden. Dabei ist die Deutsche Telekom vor allem für den Betrieb und auch die Überwachung des Glasfasernetzes verantwortlich.

Darüber hinaus hatte der Bonner Konzern seine Aktionäre in den letzten Jahren mehr als stattlich mit an der durchaus stabilen Geschäftsentwicklung im IT-Bereich beteiligt. Schließlich hatte die Deutsche Telekom ihre Dividende beständig von 0,50 Euro im Jahr 2013 auf zuletzt 0,65 Euro angehoben. Mit der für 2017 ausgeschütteten Gewinnbeteiligung ergibt sich für die Anteilseigner eine äußerst großzügige Kapitalrendite von 4,7%. Diese liegt damit auch weiterhin über dem durchschnittlichen Wert der letzten 5 Jahre von 3,8%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein

Ebenfalls leichte Einbußen muss heute im Dividenden-Index die Hennes & Mauritz-Aktie (H&M) hinnehmen. Derzeit liegt sie m Minus bei 16,20 Euro. Die schwedische Modekette setzt künftig auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem Bezahldienst Klarna. Der auf Rechnungskäufe spezialisierte Dienstleister soll das Bezahlen für H&M-Kunden sowohl online als auch im Laden vereinheitlichen und auch Retouren vereinfachen, wie die beiden schwedischen Unternehmen gestern bekannt gaben. Die geplante Kooperation soll zunächst in 14 europäischen Ländern umgesetzt werden. Der Financial Times zufolge zahlt H&M als Teil des Deals auch 185 Mio. SEK (18 Mio. Euro) für einen Anteil von knapp 1% an Klarna. Der Bezahldienst hat bereits ähnliche Partnerschaften mit IKEA und dem britischen Modehändler Asos abgeschlossen. Der H&M-Konzern hatte erst kürzlich besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das 3.Quartal vermeldet. So konnte der Umsatz bis zum 31.08. überraschend um 9% auf 55,8 Mrd. SEK (5,3 Mrd. Euro) gesteigert werden. Positiv war dabei vor allem die Wachstumsbeschleunigung im Vergleich zu den Vorquartalen, in denen der Umsatz jeweils stagnierte. Zudem hatten die Schweden im zurückliegenden Quartal in mehreren Märkten Marktanteilsgewinne erzielt. Für H&M scheint sich damit die Strategie, das stationäre Geschäft und den Onlinehandel stärker miteinander zu verzahnen, langsam immer mehr auszuzahlen. Zu lange hatte das Management auf den Ausbau des Filialnetzes gesetzt, und dadurch den zunehmenden Trend jüngerer Kundengruppen zum Online-Shopping verpasst. Immerhin will der Modehändler in diesem Jahr mehr als die Hälfte des Investitionsbudgets in den Ausbau des Onlinegeschäfts stecken. Der H&M-Vorstand rechnet hier auch dank der laufenden Internet-Offensive bis zum Jahresende mit einem Wachstum von 25%.

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