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Von Liridona Preniqi
27. Mai 2024

Mit dem Schwung der Freitags-Erholung bei den US-Tech-Aktien klettert am Montag auch der QIX Dividenden Europa Index um 0,5 % auf 14.080 Punkte. Supermarktkette Ahold Delhaize will seine Einnahmen und Margen von 2025 bis 2028 um im Schnitt 4,0 % jährlich steigern, bei zugleich beständig höheren Dividenden. Pharmakonzern Novartis erreicht bei Morphosys-Übernahme die Mindestannahmeschwelle von 65,0 %, und kann damit die Integration der Biotech-Tochter vorantreiben.

Am Montag gehört mit einem leichten Plus auf aktuell 29,20 Euro im Dividenden-Index die Aktie von Ahold Delhaize mit zu den heutigen Tagesfavoriten. Beflügelt werden die Anteilscheine der niederländischen Supermarktkette dabei von neuen Mittelfristzielen, die vor allem auf ein wieder besseres Europageschäft setzen. Demnach soll der Umsatz in den Jahren 2025 bis 2028 um 4,0 % im Schnitt jährlich steigen, wie das Management anlässlich des Kapitalmarkttags in der Vorwoche mitteilte. Die operative Marge soll ebenfalls in dieser Größenordnung zulegen. Im Vergleich zu 2024 sieht Ahold Delhaize zudem im Durchschnitt ein jährliches Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie sogar im Mittel im hohen einstelligen Prozentbereich. An die Aktionäre wollen die Niederländer, die ihre Einkaufskunden direkt über regionale Lebensmittelmärkte oder indirekt über den eigenen Online-Foodshop bedienen, darüber hinaus eine beständig steigende Dividende ausschütten. Außerdem plant die Unternehmensführung jedes Jahr Aktienrückkäufe im Volumen von 1,0 Mrd. Euro. Dabei zielt Ahold Delhaize für den Zeitraum auf einen freien Mittelzufluss im Bereich von bis zu 9,0 Mrd. Euro. Zunächst kam die neue Planung des Supermarktbetreibers an der Börse nur mäßig an, inzwischen aber betont sogar die US-Investmentbank Goldman Sachs, dass die Wachstumsambitionen der Niederländer über den Markterwartungen ausgefallen seien. Vor allem weil sich Ahold Delhaize auch höhere Sparziele gesetzt hat. Insgesamt sollen die Kosten innerhalb der Einzelhandelsgruppe zwischen 2025 und 2028 demnach um 5,0 Mrd. Euro gesenkt werden.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz sowie die Automatisierung in Logistik und Vertrieb sollen dabei zu Effizienzsteigerungen verhelfen. Im vorherigen Dreijahreszeitraum bis 2025 hatte das Management allerdings schon 4,0 Mrd. Euro an Einsparungen angepeilt. Aktuell hat Ahold Delhaize weltweit rund 7.700 Geschäfte, zu dem Ketten wie Albert Heijn in den Niederlanden und Food Lion in Großbritannien gehören. Seit einiger Zeit arbeitet das Unternehmen jedenfalls daran, in dem schwierigen makroökonomischen Umfeld die Kosten zu senken und die Organisation zu vereinfachen. Bei seinen Sparbemühungen kam der Lebensmittelhändler zuletzt aber gut voran. 2023 beliefen sich bei Ahold Delhaize die Kostensenkungen innerhalb Gruppe letztlich auf knapp 1,3 Mrd. Euro, und damit fast 30,0 % mehr als im Jahr zuvor. Zudem kündigte das Unternehmen an, in den USA wieder verstärkt die Zahl der Läden steigern zu wollen. Dies sei ein wichtiger Schlüssel des Mittelfristplans, hieß es. Die Aussichten bei Ahold Delhaize sind mit den neuen Plänen sogar stabiler als bei einigen europäischen Konkurrenten. Dazu bietet die Aktie auch weiterhin eine hohe Dividendenrendite von 3,6 %.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld notiert im Dividenden-Index auch die Aktie von Novartis leicht im Plus bei aktuell 92,65 Euro. Dabei hatte das Pharmaunternehmen jüngst mitgeteilt, den deutschen Biotechpionier Morphosys übernehmen zu können. Bis zum Ablauf der Annahmefrist am 13. Mai sei das Angebot von rund 79,6 % des gesamten Aktienkapitals von Morphosys angenommen worden, hieß es vor einer Woche von Seiten Novartis. Alle Bedingungen, einschließlich der Mindestannahmeschwelle von 65,0 %, seien somit erfüllt. Die gesetzliche zweiwöchige Nachfrist für die Annahme des Angebots dauert allerdings noch bis zum 30. Mai. Während dieser Zeit können Morphosys-Aktionäre, die ihre Anteile noch nicht angedient haben, das Angebot annehmen. Da aber die Angebotsbedingungen nun erfüllt seien, könnten auch die notwendigen Schritte für die Integration von Morphosys vorangetrieben werden, hielt Novartis zugleich fest. Ursprünglich hatten die Schweizer die Übernahmepläne Anfang Februar verkündet und dabei den Morphosys-Anteilseignern 68,0 Euro je Aktie geboten. Der gesamte Kaufpreis summiert sich damit auf rund 2,7 Mrd. Euro. Novartis erhält mit dem Erwerb letztlich auch vollständigen Zugang zu Pelabresib (CPI-0610), einem neuartigen Wirkstoff.

Die Arznei wird vor allem im Kampf gegen Myelofibrose eingesetzt, einen seltenen Blutkrebs, und für den es bislang kaum Therapiemöglichkeiten gibt. Novartis verfüge über umfangreiche Ressourcen, um das Potenzial von Pelabresib auf globaler Ebene voll zu entfalten und auszubauen, hieß es von beiden Unternehmen im Februar. Morphosys dürfte wohl allein dazu nicht in der Lage sein. Zwar hatte die künftige Novartis-Tochter die Rechte an dem Mittel zunächst durch den 1,7-Mrd-USD-Kauf des Krebsspezialisten Constellation Pharmaceuticals im Jahr 2021 erworben. Die unerwartet teure Forschung an dem Mittel trieb Morphosy jedoch in die roten Zahlen und zwang das Biotechunternehmen sogar andere wichtige Forschungsprojekte zu beenden. Novartis dürfte der Übernahmepreis auch finanziell kaum wehtun, denn die Kasse des Arzneimittelanbieters ist dank weiterhin starker Cashflows gut gefüllt. Folglich liegt auch die Dividendenrendite der Aktie noch immer bei 3,8 %, was in etwa dem Schnitt der letzten 10 Jahre entspricht.

 

Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

 

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