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Von Liridona Preniqi
02. Juli 2024

Die US-Börsen haben am Montag trotz unerwartet schwachen Stimmungsdaten aus der Industrie leichte Aufschläge verzeichnet. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index lag dagegen mit 0,8 % bei 30.432 Punkten im Minus. FactSet hat sich ungeachtet der derzeit etwas schleppenden Umsatzzuwächse mit seinem Geschäft rund um Finanzdaten weiterhin auf langfristiges und globales Wachstum ausgerichtet. HR-Spezialist Paychex verspürt zwar eine zögerliche Nachfrage nach Outsourcing-Lösungen, für 2024 wird dennoch mit einem Erlösplus von 5,0 bis 6,0 % gerechnet.





Leichte Zugewinne auf 411,10 USD konnte in Anbetracht weiterhin robuster Geschäftszahlen im TraderFox-Index am Montag die Aktie von FactSet Research Systems verbuchen. Zwar haben sich die Papiere des Marktdatenanbieters und Analyseunternehmens von ihrem Rekordhoch im März ein Stück weit entfernt. Die Finanznachrichten und Anlageinformationen von FactSet sind aber weiter gefragt, was den Amerikanern letztlich auch einen soliden wirtschaftlichen Vorteil gegenüber teureren Wettbewerbern wie Reuters oder Bloomberg verschafft. Vor gut einer Woche hatte das Management jedenfalls trotz zurückhaltender Kunden einmal mehr solide Quartalzahlen vorgelegt, und sogar eine höhere Gewinnprognose verkündet. Für das Unternehmen spricht zudem, dass die Gebühren aus den Daten- und Softwareangeboten jeden Monat zu einem stetigen Strom wiederkehrender Einnahmen führen. Im 3. Quartal, das am 31. März endete, konnte FactSet zwar seine Erlöse erneut um 4,3 % steigern. Höhere Zinssätze und die unklare geldpolitische Lockerung der US-Notenbank haben Firmenkunden wie Banken und Vermögensverwalter aber dazu veranlasst, die Ausgaben für Geschäftsdaten und Analysen zu kürzen. Der Finanzdaten- und Informationsspezialist setzt deshalb verstärkt auf Kostensenkungen, um dem schleppenden Umsatzwachstum entgegenzuwirken. Dabei hatte die zunehmende Nachfrage seitens der globalen Finanzindustrie die Jahreseinnahmen von FactSet in den letzten 10 Jahren noch kontinuierlich von 870,0 Mio. auf jüngst 2,18 Mrd. USD steigen lassen.



Das Fintech-Unternehmen musste jüngst aber seinen Immobilienbedarf um etwa ein Drittel reduzieren, Arbeitsplätze abbauen und konnte zugleich die Kosten für Daten von Dritten aber nahezu konstant halten. Die operativen Kosten sanken demnach in Q3 auch um 2,1 %, was zu einer stabilen Nettomarge von 23,0 geführt hat. FactSet hat sich mit seinem Geschäftsmodell aber inzwischen immer mehr auf eher langfristiges und auch globales Wachstum ausgerichtet. Die Unternehmensführung rechnet für das Gesamtjahr 2023/24 (30.Juni) zunächst auch mit einem höheren Gewinn pro Aktie zwischen 16,0 und 16,40 USD, nach zuvor 15,60 bis 16,0 USD. Außerdem wurden für den Informations-Dienstleister die Umsatzerwartung leicht auf 2,18 bis 2,19 Mrd. USD gesenkt. Und da es FactSet mit den für institutionelle Anleger so wichtigen datenbezogenen Finanzdiensten gelingt, nicht nur stetige Cashflows und Gewinne selbst unter verschiedenen Marktbedingungen zu erzielen, dürfte die Wachstumstory des Unternehmens noch lange nicht vorbei sein.



Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.



Leichte Abgaben musste am Montag im TraderFox-Index dagegen die Aktie von Paychex hinnehmen, was am Ende zu einem Schlusskurs von 117,00 USD führte. Allerdings bewegen sich die Anteilscheine seit Monaten nur seitwärts. Dabei ist der amerikanische Lohn- und Gehaltsdienstleister nicht nur ein Wachstumsstar, mit der anhaltend starken Reinmarge von 32,0 % gehört das Unternehmen zu den profitabelsten des Landes. Die zuletzt zögerliche Nachfrage nach den von Paychex angebotenen “Human-Resources“ (HR)-Outsourcing-Lösungen, die auf kleine US-Firmen und Mittelständler zugeschnitten sind, werden den beständigen Wachstumskurs auch nicht aufhalten. Zumal in der Vorwoche für das Gesamtjahr 2023/24, das am 31. Mai abgeschlossen wurde, wieder ein Umsatzplus von 5,0 % auf 5,28 Mrd. USD auswiesen wurde. Der Betriebsgewinn stieg in den letzten 12 Monaten zugleich um 7,0 % auf 2,2 Mrd. USD. Zwar spürte Paychex in dieser Zeit einmal mehr das unsichere makroökonomische Umfeld in den USA, inklusive geringeren Jobzuwächsen. Für den HR-Spezialisten, der unter anderem auch Steuerrückzahlungen, Zeiterfassung und Versicherungsdienste verwaltet, spricht aber, dass er selbst in wirtschaftlich schwächeren Zeiten gutes Geld verdient. Kleine und mittelständische Unternehmen sehen sich aufgrund komplexer Vorschriften, eines angespannten Arbeitsmarktes und Inflationsdrucks weiterhin mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert, erklärte jüngste der Paychex-Vorstand.

Letztlich aber hat sich Paychex das Ziel gesetzt, diesen Mittelständlern zum operativen Erfolg zu verhelfen, und ist mit seinem HR-Geschäft, ungeachtet zahlreicher Konkurrenten wie der Lohnbuchhalter ADP hierfür auch bestens am Markt für die kommenden Jahre positioniert. In Amerika wickelte der Anbieter von Gehaltsabrechnungs- und Outsourcing-Diensten zuletzt im privaten Sektor sogar jede 10. Lohnabrechnung ab, was Paychex im Bereich “Payroll Processing“ sogar zur derzeitigen Nr. 2 macht. Zudem kümmert sich das Management auch weiterhin um die Aktionäre. Schließlich wurden in letzten Geschäftejahr erneut rund 1,3 Mrd. USD als Dividende gezahlt und 1,5 Mio. eigene Aktien für 169,0 Mio. USD zurückgekauft. Damit hat Paychex gut 78,0 % des Nettogewinns als Dividendenausschüttung zurückfließen lassen. Mit der Gewinnbeteiligung und den anhaltenden Aktienrückkäufen setzt der Gehaltsdienstleister nicht nur die Beständigkeit des Unternehmens fort, sondern dürfte auch in Zukunft “Shareholder Value“ kreieren. Für dieses Jahr rechnet Paychex jedenfalls erneut mit 5,0 bis 6,0 % Umsatzzuwachs.

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