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Von Liridona Preniqi
26. Juni 2024

An den US-Aktienmärkten haben am Dienstag die Technologiewerte nach ihren jüngsten Verlusten wieder deutlich zugelegt. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index gab in diesem Umfeld aber um 0,7 % auf 25.207 Punkte nach. Informationsspezialist Verisk schätzt anhand seiner Analysemodelle die versicherten Industrieschäden durch die Mai/Juni-Überschwemmungen in Süddeutschland auf 2,4 Mrd. bis 3,6 Mrd. Euro. Industriekonzern Honeywell will Verteidigungsfirma CAES Systems für 1,9 Mrd. USD vom Finanzinvestor Advent kaufen.



Nur leicht im Plus bei 272,30 USD aber auf Rekordhoch zeigte sich am Dienstag im TraderFox-Index die Aktie von Verisk Analytics. Dabei wurden die Anteilsscheine des Analyse- und Informationsdienstleister zuletzt von unerwartet robusten Q1-Zahlen beflügelt. Diese hatten ein beachtliches Umsatzwachstum von 8,0 % für die ersten 3 Monate gezeigt, sowie ein Ertragsplus von 26,0 %. Vor gut einer Woche hatte Verisk als weltweit führender Anbieter von Datenanalysen und Technologien sogar eine erste Kostenschätzung zu den jüngsten Überflutungen im südlichen Teil der Bundesrepublik veröffentlicht. Demnach hat der Geschäftsbereich “Extreme Event Solutions“ des Unternehmens, die versicherten Schäden der Industrie durch die Überschwemmungen in Süddeutschland auf 2,4 Mrd. Euro (2,6 Mrd. USD) bis 3,6 Mrd. Euro (3,9 Mrd. USD) geschätzt. Diese traten zwischen Ende Mai und Anfang Juni an Teilen der oberen Donau sowie an mehreren südlichen Nebenflüssen der Donau auf. Wobei die schlimmsten Auswirkungen laut Verisk vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen waren. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind in Bayern aber fast 50,0 % aller Gebäude gegen Hochwasser versichert. In Baden-Württemberg sind es sogar über 90,0 %, da dort der Hochwasserschutz bis 1994 Pflichtbestandteil der Sachversicherung war. Die Verlustschätzungen von Verisk enthalten allerdings keine Angaben zu den Schäden, die außerhalb von Deutschland entstanden sind, auch nicht versicherte Objekte sowie die entsprechende Zerstörung der Infrastruktur wurden außen vor gelassen. Die Schätzung der Amerikaner umfassen aber insbesondere versicherte Industrie- und Sachschäden durch Überschwemmungen an Gebäuden und deren Inhalt.

Hierzu zählen Wohnhäuser, Gewerbebetriebe sowie Bereiche der Landwirtschaft. In der “Extreme Event Solutions“-Sparte bietet Verisk seinen Kunden unter anderem Dienste rund um die Bereiche Formulare, Regeln und Schadenskosten an, sowie Datenlösungen und Risikobewertungsanalysen für extreme Events und Ereignisse. Das Geschäftsmodell des Informationsspezialisten ist mittlerweile tief in die tägliche Anwendungspraxis zahlreicher Versicherer und Ratingagenturen integriert. Die von Verisk entwickelten Lösungen werden aber nicht nur für Katastrophen- und Wetterrisikobewertungen genutzt, inzwischen werden von dem Unternehmen auch Analysen zu globalen Klimaveränderungen oder auch Wirtschaftsprognosen gemacht. Schließlich verfügen die firmeneigenen Datenplattformen über die Fähigkeit, in wenigen Sekunden Milliarden an Informationen zu sammeln, zu analysieren und auszuwerten. Verisk hat sich über die letzten Jahrzehnte mit seinem Geschäft damit auch zu einem “Real-time“-Consultant entwickelt. Derzeit ist die Aktie allerdings mit einem KGV von 37 ziemlich teuer. Zudem bietet sie nur gut 1,0 % an Dividendenrendite. In Anbetracht jahrelanger Aktienrückkäufe liegt die adjustierte Rendite aber bei 4,3 %.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl einbezogen.



Mit 1,3 % im Minus bei 214,50 USD präsentierte sich am Dienstag im TraderFox-Index nach dem jüngsten Rekordlauf dagegen die Aktie von Honeywell. Für Impulse sorgten bei den Papieren des US-Industriekonzerns zuletzt auch neue Übernahmepläne. Schließlich hatte Honeywell in der Vorwoche angekündigt, das Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen CAES Systems für 1,9 Mrd. USD von der Beteiligungsgesellschaft Advent kaufen zu wollen. Der mit Barmitteln geplante Erwerb soll demnach sogar schon in der 2. Jahreshälfte abgeschlossen werden. Dabei entwickelt CAES vor allem elektronische Systeme für die Luft- und Raumfahrtbranche sowie für militärische Zwecke. Und mit der erfolgreichen Integration dürfte Honeywell jedenfalls seine Marktstellung bei wichtigen Verteidigungsprogrammen wie dem F-35-Kampfjet stärken. Zuerst berichtete der Nachrichtensender“ Bloomberg News“ im März, dass Advent einen Verkauf von CAES erwägen würde. Die künftige Tochter erwirtschaftete in 2023 einen Betriebsgewinn von rund 110,0 Mio. USD. Durch den Zukauf kommen bei Honeywell demnächst auch etwa 2.200 neue Mitarbeiter auf die Gehaltsliste. Der Finanzinvestor Advent erwarb CAES im Rahmen der Übernahme des britischen Rüstungsunternehmens Cobham, die 2020 abgeschlossen wurde. CAES wurde anschließend als eigenständige Gesellschaft ausgegliedert und hat mittlerweile in Nordamerika 13 Standorte. Honeywell betonte zudem, dass die Akquisition die eigenen etablierten Plattformen stärken und die Position in mehreren Schlüsselbereichen verbessern wird, einschließlich der Arbeit am F-35-Kampfflugzeug und dem SPY-6-Radar der Marine. Die Aktie kommt nach dem jüngsten Rekordstand inzwischen aber auf ein KGV von 19, dennoch bietet sie eine Dividendenrendite von 2,0 %.

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