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Von Christina Rothfuß
10. Mai 2024

Zinssenkungshoffnungen haben der Wall Street am Donnerstag nach schwachen US-Arbeitsmarkten wieder Kursgewinne beschert. Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index zog dabei ebenfalls um 0,5 % auf 25.066 Punkte an. Verisk ist mit seinen Analyse- und Informationsdiensten in den letzten 5 Jahren um im Schnitt 3,0 % gewachsen, und war dabei immer hochprofitabel. Medien- und Kabel-TV-Gruppe Comcast agiert mit diversifizierten Geschäften, die stabile Einnahmen und Cashflows erzielen, was seit 16 Jahren zu immer höheren Dividenden geführt hat.



Leicht im Plus bei 244,90 USD präsentierte sich nach einer starken Woche am Donnerstag im TraderFox-Index die Aktie von Verisk Analytics. Die Papiere des US-Unternehmens, das seinen Kunden verlässliche Datenanalyseanwendungen zur Risikobewertung und für Entscheidungsmodelle anbietet, sind quasi ein Dauerläufer. Schließlich legten sie in den letzten 10 Jahren um fast 500,0 % zu. Die von Verisk entwickelten Lösungen werden dabei unter anderem für Rating-Einstufungen, von Versicherungen für die Schadensbearbeitung oder auch für Katastrophen- und Wetterrisikobewertungen genutzt. Dazu kommen noch Analysen von globalem Klimaveränderungen, Wirtschaftsprognosen und andere verwandte Bereiche. Der größte globale “Endmarkt“ ist aber der Bereich rund um Risikobewertungen. Der Großteil der Einnahmen basiert bei Verisk auch auf langfristigen Verträgen und Abonnements, was am Ende auf Unternehmensseite für kalkulierbare Cashflows sorgt. Und die von den Amerikanern verwendeten Technologien, die unter anderem auf “Maschine Learning“ und Cloud-Lösungen basieren, werden nicht nur geschätzt, sondern haben auch klare Vorteile gegenüber Konkurrenzprodukten. Um dabei Zugang auf die Qualitätsdaten von Verisk zu bekommen, zahlen vor allem Versicherer aber auch Energie- und Finanzfirmen außerordentlich gern für die Informationsdienste des Unternehmens. Das Wachstum in der Vergangenheit war zwar nicht überragend, dafür aber beständig. Allein in den zurückliegenden 5 Jahren kletterten die Erlöse des Analysespezialisten im Schnitt um 3,0 % auf zuletzt 2,73 Mrd. USD.

Letztlich hat sich Verisk seit der Gründung vor über 50 Jahren mit seinem Geschäft zu einem Echtzeit-Consultant entwickelt. Schließlich besitzt die firmeneigene Datenplattform die Fähigkeit, innerhalb weniger Sekunden Milliarden an Informationen und Daten zu sammeln, zu analysieren und in “Echtzeit“ auszuwerten. Im 1. Quartal zogen die Erlöse des Unternehmens, getrieben von der starken Entwicklung in der Underwriting-Sparte, auch unerwartet um 8,0 % an. In dieser bietet Verisk vor allem Dienste rund um die Bereiche Formulare, Regeln und Schadenskosten an, sowie Datenlösungen und Risikobewertungsanalysen für extreme Events und Ereignisse. Und das Geschäftsmodell des Informationsdienstleisters ist mittlerweile tief in die tägliche Anwendungspraxis zahlreicher Kunden integriert, so dass dadurch immer wiederkehrende Umsätze generiert werden. Inzwischen ist Verisk auch weltweit an über 20 Standorten präsent, nachdem man sich jahrelang fast ausschließlich nur auf die USA konzentriert hat. Die zuletzt erzielte Nettomarge von 28,0 % ist jedenfalls überragend. Aktuell bietet die Aktie zwar nur gut 1,0 % an Dividendenrendite. Angesichts jahrelanger Aktienrückkäufe liegt aber die adjustierte Rendite bei immerhin 4,3 %.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Mit 1,3 % im Minus bei 38,55 USD präsentierte sich am Donnerstag im TraderFox-Index dagegen die Aktie von Comcast. Dabei ist das Geschäftsmodell des amerikanischen Medien, Unterhaltungs- und Kommunikationsunternehmens durchaus breit gefächert und generiert stabile Einnahmen. Schließlich gehören nicht nur Film- und TV-Entertainmentangebote dazu, sondern auch Studios, Themenparks und Kabelfernsehen für Privathaushalte. Bei Comcast sind Aktienrückkäufe zudem ein wichtiger Faktor für das Wachstum beim Unternehmensgewinn je Aktie. Im Jahr 2023 wurden vom Management demnach auch eigene Anteilscheine im Wert von rund 11,0 Mrd. USD zu einen durchschnittlichen Kurs von 41,92 USD zurückgekauft. In diesem Jahr hat die Medien- und Unterhaltungsgruppe auch erneut ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 15,0 Mrd. USD gestartet. Für die Aktionäre von Comcast war dies natürlich erfreulich. Zumal die Aktie an der Börse inzwischen nur mit einem KGV von 8 bewertet wird. Comcast erhöhte zuletzt auch seine Dividende um 6,9 %, was einer Ausschüttung von 1,23 USD entsprach. Und mittlerweile wurde die Gewinnbeteiligung damit zum 16. Mal in Folge erhöht. Die Dividenden sind bei dem Studio- und Themenpark-Betreiber letztlich auch durch steigende Gewinne und Cashflows gut abgedeckt. Als einer der größten Akteure in der Unterhaltungsbranche bietet Comcast derzeit nicht nur eine Kapitalrendite von 3,1 %, auch die Nettomarge von 13,0 % ist mehr als solide.

Allerdings leidet die Kable-TV-Sparte des Unternehmens wie auch die gesamte Branche unter dem landesweiten Trend zur Kündigung von Kabelanschlüssen, da einige Kunden das traditionelle Pay-TV aufgeben und teilweise zu Streamings-Angeboten wechseln. Bislang konnte Comcast diese Entwicklung aber durch das Wachstum in den anderen Geschäftsbereichen ausgleichen. Die Bilanz ist mit einer Debt-to-Equity-Ratio von nur 1,3 zu Ende Dezember auch weiterhin als sehr robust zu bezeichnen. In den ersten 3 Monaten des neuen Jahres liefen die Medien- und Fernsehgeschäfte sogar erneut ziemlich gut. Vor allem Comcasts Streaming-Dienst “Peacock“ konnte dabei die Anzahl der bezahlten Abonnenten im Vergleich zum Vorjahr um 55,0 % auf rund 34,0 Mio. steigern. Und auch der “Universal Epic Universe“, ein im Bau befindlicher neuer Themenpark, der Comcast-Tochter Universal, soll im Sommer 2025 in Florida neu eröffnet werden, und zusätzliche Einnahmen generieren.

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