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Von Christina Rothfuß
17. Juni 2024

Ungeachtet der US-Tech-Aktienrallye vom Freitag gibt der QIX Dividenden Europa Index am Montag um 0,5 % auf 14.005 Punkte nach. Industrieller Auftragsfertiger Valmet erhöht überraschend 2024er-Gewinnaussichten und schließt den Kauf des Prozess-Gaschromatographie-Geschäfts von Siemens ab. Swedbank-Aktionäre erhalten dank solider Bankgeschäfte und Eigenkapitalrendite eine fürstliche Dividende, zugleich wird die Aktie nur mit einem KGV von 8 bewertet.

 

Am letzten Donnerstag zog im Dividenden-Index angetrieben von einer Prognoseanhebung die Aktie von Valmet um über 10,0 % nach oben. Am Montag notiert sie aber erstmal wieder leicht im Minus bei 25,60 Euro. Dabei hatte das Management des finnischen Maschinenbauers und industriellen Auftragsfertigers angesichts eines offenbar zuletzt starken Geschäftsverlaufs in der Vorwoche die Gewinnaussichten für 2024 angehoben. Zwar prognostiziert Valmet, dass der Nettoumsatz im Gesamtjahr mit 5,53 Mrd. Euro nur auf dem Niveau des Vorjahres bleiben dürfte. Der operative Gewinn soll im Vergleich zu 2023 aber höher ausfallen. Zuvor war der Industrie-Dienstleister, zu dessen Kundenstammen Unternehmen aus dem Automobil-, Umwelt- und Energiesektor, sowie der Zellstoff- und Papierbranche gehören, beim Betriebsergebnis mit 619,0 Mio. Euro von einem unveränderten Wert ausgegangen. Valmet machte allerdings keine weiteren Angaben, dennoch zog die Aktie am Donnerstag kräftig an, da Investoren wohl davon ausgehen, dass weitere Kostensenkungen gegriffen haben, oder die zuletzt gestiegenen Rohstoffpreise kompensiert werden konnten. Und auch in welchen der 5 Tätigkeitsfelder es Unternehmensseitig zuletzt besonders gut lief, wurde nicht bekannt. Bei den Finnen waren die in diesen Sparten angebotenen Dienstleistungen aber im letzten Jahr für immerhin über 35,0 % der gesamten Nettoerlöse verantwortlich. Valmet kauft als weltweit führender Entwickler und Lieferant von Prozess- und Automatisierungstechnologien strategisch aber auch immer mal wieder Geschäftsbereiche zu.



So auch im Juli 2023, als das Unternehmen die Übernahme der Prozess-Gaschromatographie-Sparte vom Technologiekonzern Siemens bekannt gab. Diese wurde im April abgeschlossen und hat vor allem die Automatisierungssparte von Valmet und das Angebot rund um Prozessautomatisierungssysteme mit Gaschromatographen und Prozessanalysatoren für die Prozessindustrie gestärkt. Darüber hinaus wurde mit dem Zukauf auch die Präsenz der Tochter Valmet Automation Systems in Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa ausgebaut. Die Automotive-Sparte von Valmet produzierte im Jahr 2023 unter anderem für die Kunden Volvo Cars und Mercedes-Benz sogar rund 800.000 Batteriesysteme und markierte damit einen neuen Produktionsrekord. Seit dem 2018er-Einstieg der Unternehmensgruppe ins globale Batteriegeschäft wurden damit bereits mehr als 2,0 Mio. hochmoderne Batteriesysteme gefertigt. Und auch die Aktie von Valmet bleibt angesichts der Dividendenrendite von über 4,0 % weiter hochinteressant.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.



Leichte Abgaben von 1,3 % auf 18,80 Euro verzeichnet am Montag im Dividenden-Index auch der Kurs der Swedbank-Aktie. Der Kursverlauf der letzten Monate war bei den Papieren auch eher enttäuschend. Zumal das schwedische Kreditinstitut mit zu den führenden und dividendenstärksten Finanzdienstleistern in ganz Skandinavien gehört. Eines der Kerngeschäfte der Swedbank besteht darin, dank Zusammenarbeitsverträge mit etwa 80 kleinen und mittelgroßen Sparkassen, für diese eine Reihe von administrativen Diensten abwickeln zu können. In Nordeuropa und im Baltikum hat die Bankengruppe insgesamt aber rund 7,0 Mio. Privat- und 555.000 Firmenkunden. Und allein in Schweden ist sie mit ihren Finanzierungs- und Anlagedienstleistungen derzeit mit gut 143 Filialen vertreten, in Lettland, Litauen und Estland sind es dagegen nur 81. Die Swedbank stellte ihre Aktivitäten in Russland und der Ukraine aber bereits im Jahr 2013 ein. Dennoch liefen die Bank- und Finanzierungsgeschäfte der Gruppe trotz jüngster Krise in der schwedischen Immobilienbranche in den letzten Jahren sehr gut.

Für das Unternehmen spricht dabei nicht nur der breite Kundenstamm sowie die gesunde Kapitalausstattung, sondern auch die anhaltend hohe Eigenkapitalrendite, die im 1. Quartal erneut bei über 16,0 % lag. Zudem steht die Swedbank, deren Geschichte ungeachtet zahlreicher Zusammenschlüsse und Namensänderungen bis ins Jahr 1820 zurückgeht, auch für Dividendenverlässlichkeit. Schließlich wurde für 2023 eine Gewinnbeteiligung von 15,15 SEK (1,37 Euro) gezahlt, die den Anteilseignern derzeit eine stattliche Kapitalanlagerendite von über 7,0 % einbringt. Und dies bei einer zugleich günstigen KGV-Bewertung von nur 8. Demnach dürften bei der Swedbank als skandinavisches Finanzinstitut wohl künftige konjunkturelle Risiken schon mehr als “eingepreist“ sein.



Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.



Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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