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Von Christina Rothfuß
27. Juni 2024

Angesichts der heutigen Konsum- und Preisdaten aus den USA gibt der QIX Dividenden Europa Index am Donnerstag um 0,9 % auf 14.150 Punkte nach. Mobilfunk- und Breitbandbetreiber Tele2 generiert trotz 5G-Investitionen wieder robuste Cashflows, die Aktie notiert deshalb auch auf Jahreshoch. Energieversorger RWE erhält die Genehmigung für 2 weitere Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee mit einer Leistung von je 15 MW, und die Teil des geplanten “Nordseeclusters“ sind.

Zwar liegt im heutigen Marktumfeld im Dividenden-Index die Aktie von Tele2 gut 0,5 % im Minus bei 9,34 Euro, dafür markierte sie erst in der Vorwoche einen neuen Jahreshöchststand. Nicht ohne Grund war der schwedische Mobilfunk- und Breitbandanbieter zuletzt so gefragt. Schließlich kommen Aktionäre trotz unveränderter 2023er-Dividende noch immer auf rund 6,4 % Kapitalrendite. Tele2 ist aber nicht nur ein kleiner Ausschüttungsstar, der in den ersten 3 Monaten des Jahres generierte freie Cashflow lag mit 1,29 Mrd. SEK (115,0 Mio. Euro) sogar gut 24,0 % über den Erwartungen. Für den Daten-Infrastrukturbetreiber war dies natürlich ein vielversprechender Jahresstart, der auch die bisherige Ausschüttungspolitik untermauern sollte. Zusätzlich sorgt auch die zweimal jährlich stattfindende Dividendenzahlung für genügend operative Flexibilität. Zudem konnte Tele2 zuletzt auch Preiserhöhungen bei seinen Kunden durchsetzen, und bestätigte dementsprechend auch den Ausblick für 2024. Da der Mobilfunkbetreiber sein IoT-Geschäft in Europa derzeit weiter ausbaut, ist es von großer Bedeutung, die Kundenzufriedenheit hoch zu halten, ohne das operative Team stark zu vergrößern. Nur maßvoll höhere Preise und innovative Technologiepartnerschaften wie mit Amazon und dessen AWS-Cloud-Lösungen tragen bei Tele2 hierzu mit bei. Folglich setzt der Telekommunikationsdienstleister seit letztem Jahr dank der schnellen Fortschritte KI-basierende Anwendungen inzwischen auch im Kundenservice ein.

Für die Anteilseigner ist dagegen neben der robusten Barmittelgewinnung aus dem Mobilfunk- und Breitbandgeschäft vor allem die daraus resultierende Gewinnausschüttung der Schweden entscheidend. Innerhalb der zurückliegenden 10 Jahre hat Tele2 jedenfalls seine Dividende um jährlich 5,30 % angehoben. Auf 5-Jahressicht stieg sie sogar um fast 11,00 %. Das skandinavische Unternehmen liegt mit dieser Ausschüttungskontinuität auch vergleichsweise weit vor anderen europäischen Konkurrenten. Zumal es dank zuletzt zugekaufter Frequenzbänder in der Lage ist, eines der kostengünstigsten Mobilfunknetze in Europa zu betreiben.Tele2 steht nicht umsonst vor allem in Schweden für die beste und kosteneffizienteste 4G- und 5G-Netz-Qualität. Die Ausschüttungsquote bezogen auf den Cashflow lag zuletzt ungeachtet hoher 5G-Investitionen bei gut 64,0%, während der Umsatz des Unternehmens in 2023 sogar um über 3,0 % zulegen konnte. Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einer Dividendensteigerung von 3,7 % gerechnet, was die bisherige Ausschüttungspolitik von Tele2 einmal mehr bestätigen würde.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.



Einer der heutigen Verlierer im Dividenden-Index ist die Aktie von RWE, die dabei um über 2,0 % auf aktuell 32,50 Euro nachgibt. Dabei kommt das Energieunternehmen beim Umbau hin zu einer reinen Green-Tech-Gesellschaft weiter voran. Schließlich hatte RWE in dieser Woche mitgeteilt, mit dem Bau von 2 weiteren Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee nördlich der ostfriesischen Insel Borkum beginnen zu können. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg habe Mitte Juni entsprechende Planfeststellungsbeschlüsse für die Windparks NC1 und NC2 erteilt, wie das Unternehmen und die Behörde am Dienstag bekannt gaben. RWE zählt die Windparks NC1 und NC2 zu einer Windparkgruppe unter dem Namen “Nordseecluster“. Insgesamt soll dieses Cluster, das etwa 46,0 km nördlich der Insel Borkum entsteht, ausgebaut über eine Kapazität von 1,6 GW verfügen. Laut Energieversorger reicht diese Menge Windenergie, um damit rechnerisch künftig rund 1,6 Mio. Haushalte zu versorgen. Die nun von der Bundesbehörde genehmigten Windparks gehören nach Angaben von RWE zu der ersten Ausbaustufe des Nordseeclusters. Ab 2025 sollen dort insgesamt 44 Windenergieanlagen mit einer Erzeugerleistung von je 15 MW errichtet werden. Daneben soll zudem auch noch je eine unbemannte Umspannplattform entstehen.

Die Fertigung der benötigten Komponenten ist laut Unternehmensangaben auch schon angelaufen. Vollständig am Stromnetz sollen die Windkraftanlagen dann Anfang 2027 sein. Derzeit beschleunigt RWE jedenfalls seine “grüne“-Geschäftsexpansion rund um Windstromerzeugung auf hoher See. Der Versorger betreibt bereits 19 Offshore-Windparks, wovon 6 vor der deutschen Küste stehen. Mit dem Nordseecluster treiben wir den Ausbau der Offshore-Windenergie weiter voran, betonte in dieser Woche der Chef der RWE Offshore Wind-Sparte. Das ist ein gutes Signal für die Energiewende in Deutschland und für RWE, so der Manager. Die Anteilsscheine bieten auch noch immer fast 3,0 % an Dividendenrendite, was gerade für langfristige Anleger sehr attraktiv ist.



Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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