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Von Liridona Preniqi
12. Juni 2024

Angesichts der heutigen US-Inflationsdaten legt der QIX Dividenden Europa Index am Mittwoch um 0,7 % auf 14.190 Punkte zu. Essity verdient mit seinen Hygiene-, Inkontinenz- und Wundversorgungsprodukten noch immer hohe Kapitalrenditen, und ist damit in Europa sogar die Nr. 1. Deutsche Telekom baut über Call-Optionen die Mehrheit an der Mobilfunktochter T-Mobile US aus, und kauft rund 6,7 Mio. Aktien für je 99,51 USD von der japanischen Softbank Group.



Auf Jahreshoch befindet sich gegenwärtig im Dividenden-Index die Aktie von Essity. Am Mittwoch liegt sie auch erneut leicht im Plus bei 24,90 Euro. Allerdings ist der schwedische Hersteller von Haushalts- und Hygienepapieren sowie Inkontinenzprodukten noch immer kaum bekannt. Dabei benutzen viele Menschen quasi täglich das Sortiment des Unternehmens rund um die Marken Tempo und Leukoplast. Essity ist mit seinen Taschentüchern, Windeln sowie den Wundversorgungs- und Hautpflegeartikeln sogar die Nummer 1 in Europa und den USA. 2023 lag die Umsatzgröße bei rund 166,9 Mrd. SEK (14,8 Mrd. Euro). Die Marktposition des Gesundheits- und Hygienedienstleisters ist angesichts des riesigen Portfolios nicht nur stabil, die weitere operative Entwicklung und auch künftige Cashflows lassen sich somit recht präzise vorhersehen. Die Firmengeschichte von Essity geht sogar in Deutschland bis ins Jahr 1970 zurück, als das damalige Unternehmen Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg aus einer Fusion heraus entstanden war. Dieses wurde dann 1995 von dem schwedischen Holzkonzern SCA übernommen und firmierte anschließend als SCA Hygiene Products an der Börse. Über verschiedene Delistings und Umstrukturierungen wurde der Spezialist für Hygieneprodukte dann 2017 Teil der schwedischen Essity-Gruppe. Inzwischen bedient Essity im Geschäftsfeld “Health und Medical“ den Gesundheitssektor mit speziellen Inkontinenz-, Wundversorgungs- und Orthopädieprodukten sowie digitalen Sensortechnologielösungen.

Dazu kommen noch Toilettenpapier, Papierhandtücher und Handdesinfektionsmittel, die zusammen mit Reinigungs- und Wischprodukten über die Sparte “Professionelle Hygiene“ an den Großhandel verkauft werden. Zu den bekanntesten Marken von Essity zählen in Deutschland im Bereich Hygienepapier und Körperpflege vor allem Tempo und Zewa. Das gesamte Gesundheitssortiment der Schweden ist auch sehr profitabel, wovon die Eigenkapitalrendite von zuletzt 13,0 % zeugt. Zwar musste die Essity-Gruppe nach dem Corona-Boom, der im Jahr 2022 sogar zu einem Umsatzanstieg von 28,0 % führte, im letzten Jahr ein leichtes Erlösminus von 5,0 % hinnehmen. Das Geschäft ist aber weiterhin sehr robust, und hat in der Vergangenheit auch eine Dividendenbeständigkeit möglich gemacht. Essity hatte für 2023 jedenfalls eine Gewinnausschüttung von 7,75 SEK getätigt, die den Aktionären eine Kapitalrendite von gut 3,0 % einbrachte. Bis 2025 soll die Dividende dann sogar kontinuierlich auf 8,85 SEK ansteigen. Mit einem KGV von 14 ist die Essity-Aktie derzeit auch noch nicht zu teuer.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Heute legt im Dividenden-Index auch die Aktie der Deutschen Telekom um 0,4 % auf 22,70 Euro zu. Unterstützung bekommen die Papiere des Telekommunikationsunternehmens dabei von der jüngsten Meldung, Aktien der Mobilfunktochter T-Mobile US von der japanischen Beteiligungsgesellschaft Softbank erworben zu haben. Demnach kaufte die Deutsche Telekom rund 6,7 Mio. T-Mobile-Anteilsscheine für je 99,51 USD (92,51 Euro) von Softbank, wie der Konzern am Montag bekannt gab. Vor dem Wochenende wurden die T-Mobile-Papiere in den USA per Handelsschluss zu 179,82 USD gehandelt. Die Bonner zahlten damit rund 45,0 % weniger für die Aktien. Der Grund hierfür liegt in der bereits 2020 mit den Japanern ausgehandelten Options-Vereinbarung, als der US-Netzbetreiber Sprint an T-Mobile US verkauft wurde. Der Kauf durch die Deutsche Telekom erfolgte demnach über die Ausübung von Kaufoptionen zu einem Optionspreis von 99,51 USD je Aktie. Der damals festgelegte Ausübungspreis von 101,46 USD je T-Mobile US-Aktie wurde dabei aber um die von T-Mobile US beschlossene Dividendenzahlung von 1,95 USD auf 99,51 USD angepasst.

Schon im Vorfeld hatte die Deutsche Telekom erklärt, die Kapitalmehrheit bei dem US-Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile US erwerben zu wollen, auch weil die US-Sparte mittlerweile das Kerngeschäft des Unternehmen darstellt. Der nun erworbene Anteil entspricht aber nur rund 0,6 % an der US-Tochter. Nach Abschluss dieser Transaktion hat der deutsche Netzbetreiber aber alle 44,9 Millionen von SoftBank gewährten Call-Option zum Erwerb der T-Mobile US-Aktien ausgeübt. Am Ende hat die Deutsche Telekom auf kapitalschonende Weise ihren Anteil an der US-Tochter erhöht, und setzt damit auch auf eine nachhaltige Wertsteigerung. Die Aktie des Unternehmens bietet jedenfalls nach der jüngsten Dividendenerhöhung auch weiterhin eine solide Rendite von 3,2 %.



Wenn Sie den QIX Dividenden Europa Index nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Dividenden Europa Index von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Dividenden Europa. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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