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Von TraderFox
22. Juli 2020

Angesichts wieder zunehmender Spannungen zwischen China und den USA tritt der QIX Deutschland am Mittwoch auf der Stelle. Am Nachmittag liegt der Index damit leicht im Minus bei 13.485 Punkten. Baudienstleister Nemetschek erhöht mit zusätzlicher Kreditlinie finanziellen Spielraum und Flexibilität für künftigen Wachstumskurs. CTS EVENTIM rechnet nach Wiedereröffnung der Berliner “Waldbühne“, dass auch andere Bundesländer Konzerte nach monatelanger Zwangspause wieder zulassen.

In Anbetracht zuletzt guter Nachrichten war die Nemetschek-Aktie bei der jüngsten Erholung im Qualitäts-Index einer der stärksten Werte. Auch am Mittwoch notiert sie mit 0,7% im Plus bei 65,00 Euro. Erst am Montag hatte der Bausoftwareentwickler bekannt gegeben, zusätzliche Kreditlinien von insgesamt 200 Mio. Euro mit drei namhaften Banken ausgehandelt zu haben. Wir haben ein günstiges Umfeld genutzt und damit unseren finanziellen Spielraum und unsere Flexibilität für die Fortsetzung unseres Wachstumskurses ausgebaut, betonte das Management. Kreditgebende Banken seien die Commerzbank und die Deutsche Bank sowie das italienische Bankinstitut UniCredit. Die Laufzeit der Linien betrage 2 Jahre. Nemetschek selbst hatte aber in Anbracht weiterhin gut laufender CAD-Software- und Lizenzgeschäfte zum Ende des ersten Quartals einen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von über 150 Mio. Euro. Dem Baudienstleister spielt dabei vor allem das nach wie vor große Nachholpotenzial vieler Länder bei der voranschreitenden Digitalisierung in die Hände. Das zurückliegende Geschäftsjahr war jedenfalls aufgrund der weltweit anhaltenden enormen Bautätigkeit und des eindrucksvollen Immobilienbooms mit Umsatzzuwächsen von über 20% für das Unternehmen sehr erfolgreich. Für 2020 rechnet Nemetschek, zu dessen Wachstum auch immer mehr Abo-Modelle beitragen, aufgrund der Corona-Unsicherheiten aber nur mit einer stabilen Entwicklung und einem leichten Erlösanstieg.

Als Programmentwickler bieten die Münchner ihre Software derzeit in weltweit über 150 Ländern an. Die digitalen Anwendungen werden dabei im Wesentlichen von Architekten, Bauingenieuren und -unternehmen sowie zum Teil auch von Immobilienverwaltern genutzt. Das Unternehmen profitiert hier langfristig vor allem auch von der zunehmenden Weltbevölkerung insbesondere in urbanen Räumen. Und das eigentliche Kerngeschäft des Softwareanbieters ist dazu auch noch sehr profitabel. Zuletzt lag die Gewinnspanne bei Nemetschek jedenfalls bei beachtlichen 23%, und auch die Eigenkapitalrendite von 36% kann durchaus überzeugen. Die Aktie selbst entspricht damit wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einer der Gewinner der vergangenen Tage war im Qualitäts-Index auch die Aktie von CTS EVENTIM, die heute allerdings wieder auf 35,50 Euro nachgibt. Dabei macht man sich derzeit bei dem Ticketvermittler und Eventveranstalter große Hoffnung auf eine schrittweise Wiederbelebung von europaweiten Großveranstaltungen und Konzerten. Immerhin war das Geschäft der Firmengruppe, zu dem beispielweise Live-Konzerte und Festivals gehören, im März durch die Pandemie praktisch stillgelegt worden. Was das Management von CTS EVENTIM aber dennoch gegenwärtig hoffen lässt, ist die jüngste Ankündigung der Berliner Landesregierung, ab September die Eventstätte “Waldbühne“ nach monatelanger Zwangspause wieder für Konzerte öffnen zu wollen. Zum Auftakt am 4.September soll Schlagerstar Roland Kaiser in der Freilichtarena spielen, danach könnte eine Konzertreihe mit insgesamt 8 bis 10 Shows folgen. Für die Auftritte sei entsprechend den Hygiene-Regelungen nur eine begrenzte Publikumskapazität zulässig, teilte der Veranstalter mit. Nur 5.000 der rund 22.000 Plätze dürften besetzt werden, mit gebührendem Abstand untereinander. Für die EVENTIM-Gruppe ist dies aber ein wichtiger Hoffnungsschimmer, vor allem könnte die Entscheidung auch andere Bundesländer dazu bewegen, Großveranstaltungen ebenfalls wieder zuzulassen.

Letztlich bedeutet die anhaltende Unsicherheit für die Münchner, deren Start ins neue Jahr nach den 2019er Rekordzahlen noch relativ gut verlief, aber auch, weiterhin keine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr abgeben zu können. Zwar bietet das Unternehmen einen Großteil seiner Tickets über die firmeneigenen Online-Plattformen und Webshops an, und profitierte hierdurch auch von zunehmenden Corona-bedingten Online-Käufen. Ohne Planungssicherheit für künftige Veranstaltungen wird es aber für CTS EVENTIM schwierig, wieder Geld zu verdienen und vor allem auch kostendeckend zu arbeiten. Aus der Krise selbst dürfte der Ticketvermarkter aber gestärkt hervorgehen. Immerhin werden viele kleinere Wettbewerber den Geschäftseinbruch nicht überstehen, und der europäische Veranstaltungsmarkt insgesamt könnte dadurch sogar weiter konsolidiert werden.

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