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Von TraderFox
08. Dezember 2020

Die weltweit weiter steigenden Corona-Infektionen bremsten die US-Aktienmärkte trotz der Hoffnung auf ein neues Konjunkturpaket am Montag aus. Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index zeigte sich dabei aber dennoch mit 0,6% im Plus bei 22.692 Punkten. Biotechfirma Regeneron verzeichnet neben wichtigem Covid-19-Behandlungs-Cocktail auch weiterhin starke Quartalszuwächse. Personal- und Outsourcing-Spezialist Automatic Data Processing dürfte nach Virus-Impfungen von Wirtschaftsnormalisierung profitieren und kauft weiter eigene Aktien zurück.



Leichte Zugewinne auf 495,40 USD konnte am Montag im TraderFox-Index die Aktie von Regeneron Pharmaceuticals verbuchen. Die Papiere der amerikanischen Biotechfirma liegen damit rund 30% ungeachtet der jüngsten Konsolidierung seit Beginn des Jahres im Plus. Dabei gehört das Unternehmen mit seinen auf Antikörpertechnologien basierenden Therapien bei der Behandlung von Covid-19-Patienten langfristig mit zu den führenden Gesundheits-Dienstleistern. Und zur erfolgreichen Kontrolle der gegenwärtigen Pandemie dürfte Regeneron letztlich einen großen Beitrag leisten. Erst im Oktober hatte das Management bei der US-Behörde FDA die vorzeitige Notzulassung für den Antikörpercocktail REGN-COV2, der vor allem bei besonders gefährdeten Infizierten eingesetzt wird, eingereicht. Aber auch das Arzneimittelgeschäft des Unternehmens, das vor allem auf Augenkrankheiten, Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen zielt, ist derzeit nicht nur hochprofitabel. Mit einem Umsatzanstieg von respektablen 32% wurden von Regeneron im letzten Quartal jedenfalls alle Erwartungen übertroffen. Und Analysten rechnen hier künftig sogar mit einer Beschleunigung.

Als wichtigste Wachstumstreiber erwiesen sich dabei zuletzt besonders das Krebsmedikament Libtayo sowie das mit dem französischen Pharmaherstellers Sanofi zusammen entwickelte Mittel Dupixent. Das bereits in 60 Ländern zugelassene Medikament wird zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis eingesetzt. Investoren, die also jetzt Einsteigen, können daher von dem zu erwartetem Gewinnwachstum, das in den nächsten Jahren auf im Schnitt 11% geschätzt wird, auf der einen Seite von den benötigten Corona-Produkten profitieren. Regeneron hat auf der anderen Seite aber auch aktuell mehr als 20 Arzneimittel in seiner Pipeline, was durchaus weitere Kursphantasie für die Aktie bedeuten könnte. Zumal das KGV mit gegenwärtig 13 so niedrig, wie schon lange nicht mehr ist, und das bei einer Nettomarge von überragenden 38%. Aber auch die derzeitige Eigenkapitalrendite des Unternehmens ist mit 29% mehr als bemerkenswert.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Einer der Favoriten der vergangenen Wochen war im TraderFox-Index auch die Aktie von Automatic Data Processing, die allerdings gestern leicht auf 174,55 USD nachgab. Dabei profitiert das amerikanische Unternehmen, das weltweit hauptsächlich für seine Outsourcing-Dienste rund um Lohnabwicklung und Steuerberechnungen bekannt ist, von den jüngsten Corona-Impfstoff-Hoffnungen. Die geplante Zulassung der Impfstoffkandidaten dürfte sich vor allem auch positiv auf die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes auswirken, da eine gewisse Wirtschaftsnormalisierung in vielen Bereichen Jobs entweder Wiedergeschaffen werden oder sogar ganz neu entstehen dürften. Und da Automatic Data Processing`s Dienstleistungen, zu denen auch umfassende Beratungs- und Finanzservices gehören, bei wieder niedrigeren US-Arbeitslosenzahlen folglich auch mehr Umsatz generiert, hat die Aktie, dies auch schon vorweggenommen. Von den Märztiefs hat sie sich inzwischen sogar um fast 70% erholt. Zuletzt kam der Gehaltsdienstleister auf eine Umsatzgröße von 2,48 Mrd. USD, der wichtigste Konkurrent in Amerika Paychex erreicht hier in etwa nur auf die Hälfte. Und ungeachtet des zurzeit noch schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, schüttete das Management im letzten Quartal (bis Ende Sept.) sogar rund 391 Mio. USD an Dividende aus und kaufte dazu eigene Aktien im Wert von 240 Mio. zurück. Automatic Data Processing selbst rechnet für das Jahr 2021 aufgrund der erwarteten Corona-Impfung mittlerweile mit einem leichten Umsatzzuwachs von gut 1%, bis vor kurzem war der Vorstand noch von einem Rückgang von 1 bis 4% ausgegangen. Die Aktie des Qualitätsunternehmens ist aber nach dem jüngst guten Lauf zu teuer geworden, und notiert mit einem KGV von fast 30.

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