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Von TraderFox
19. Dezember 2018

Die wieder einbrechenden Ölpreise haben am Dienstag beim breiter gefassten S&P 500 Index eine stärkere Erholung verhindert. In diesem Umfeld konnte sich der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index aber gut behaupten und beendete den Börsentag leicht im Plus bei 15.074 Punkten. Lancaster Colony expandiert zunehmend in neue Märkte und glänzt mit beständig hohem Gewinnwachstum. Geschäftsmodell von US-Schädlingsbekämpfer Rollins wird erfolgreich durch Übernahmen ausgebaut und überzeugt mit hoher Stabilität.

Sehr positiv war der Verlauf am Dienstag im TraderFox-Index bei der Aktie von Lancaster Colony. Letztlich legte sie um 1,7% auf 184,95 USD zu und notierte damit nur knapp unter ihrem Allzeithoch. Die Papiere des amerikanischen Lebensmittelproduzenten und Zulieferers sind sozusagen ein Dauerbrenner, allein in den zurückliegenden 5 Jahren haben sie sich mehr als verdreifacht. Dabei lag das Umsatzwachstum von Lancaster Colony im Schnitt nur bei 4%. Das wirkliche Geheimnis lag vor allem im kontinuierlichen Zuwachs der Gewinne, die sich dank strategisch cleverer Zukäufe in den letzten Geschäftsjahren deutlich nach oben bewegt haben. Dazu erzielt das Unternehmen eine für den Einzelhandel und die Nahrungsmittelindustrie durchaus beachtliche Gewinnmarge von knapp 10%. Lancaster Colony ist in den USA besonders für seine tiefgefrorenen Backwaren, Dressings und auch Saucen bekannt, die unter den Marken Marzetti, New York Bakery sowie Sister Schubert's an Bäckereien, Restaurants und Supermärkte verkauft werden. Mit diesem Produktmix wurden im vergangenen Jahr immerhin Erlöse von knapp 1,2 Mrd. USD erzielt.



Und erst im November hatte das Unternehmen mit der Übernahme von Bantam Bagels den Einstieg in den nicht zu unterschätzenden Frühstücksmarkt vorangetrieben. Der Anbieter von tiefgefrorenen Produkten wie Bagels und Sandwichtes ist für Lancaster Colony vor allem deswegen interessant, da Bantam Bagels in den USA inzwischen ein langjähriger Lieferant der Kaffeehauskette Starbucks ist. Zukünftiges Wachstum in diesem Markt dürfte damit vorzeichnet sein. Zudem hat das Unternehmen trotz weitreichender Übernahmen kaum Schulden angehäuft. Dies ist in erster Linie der hohen Eigenkapitalrendite (22%) sowie dem gesunden Cashflow aus dem operativen Geschäft zu verdanken. Und auch für 2019 ist das Management, was die Geschäftsentwicklung betrifft, zuversichtlich. Analysten rechnen hier letztlich wieder mit einem soliden Gewinnwachstum von knapp 7%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Leichte Einbußen auf 35,70 USD musste dagegen gestern im Index die Rollins-Aktie hinnehmen. Das US-Unternehmen ist mit zuletzt rund 1,67 Mrd. Umsatz einer der führenden Anbieter von Dienstleistungen rund um Schädlingsbekämpfung für gewerbliche und private Kunden. Dabei ist Rollins mit seinen Tochterunternehmen weltweit präsent und betreut inzwischen über 2 Mio. Kunden. Besonders für Investoren, die ein eher langweiliges dafür aber umso beständiger wachsendes Geschäft bevorzugen, ist die Aktie erste Wahl. Denn kaum ein anderes Unternehmen am amerikanischen Aktienmarkt ist in den vergangenen Jahren derart erfolgreich durch Übernahmen gewachsen wie Rollins. Zumal viele Zukäufe generell nicht die erwarteten Synergien bringen und scheitern. Nicht so bei dem Hygienespezialisten. Allein in den letzten beiden Jahren wurden insgesamt 57 Akquisitionen getätigt. Im ersten Halbjahr 2018 kamen noch einmal 26 dazu. Das einzigartige an Rollins Strategie dabei ist, das sich die Transaktionen unmittelbar danach auf die Gewinnentwicklung positiv auswirken. Immerhin lag der Zuwachs in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt bei über 9%. Und als Marktführer dürfte das Unternehmen dabei auch nur die besten Geschäfte anziehen.

Obwohl die kontinuierliche Erweiterung der Dienstleistungs- und Produktangebote die Umsatzentwicklung insgesamt mit vorangetrieben hat, so konnte Rollins aber auch organisch deutlich wachsen. Im letzten Quartal lag das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr bei 10% und lediglich die Hälfte davon kam von den getätigten Zukäufen. Und dass das Wachstum auch nachhaltig ist, beweisen die letzten 49 Quartale, für die durchgehend höhere Erlöse vermeldet wurden. Letztlich dürfte Rollins in diesem Jahr ein Gewinnzuwachs von gut 14% und 2019 von 12% erreichen. Die doch eher langweiligen aber stabilen Kammerjäger-Geschäfte dürften damit auch zünftig ausgesprochen einträglich sein.

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