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Von TraderFox
08. März 2019

Enttäuschende Wirtschaftsdaten und der starke US-Dollar haben am Donnerstag beim breiter gefassten S&P 500-Index zu deutlichen Abgaben geführt. In diesem Umfeld konnte sich der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index aber gut behaupten und beendete den Börsentag nur leicht im Minus bei 16.655 Punkten. US-Lebensmittelproduzent Lancaster Colony vermeldet dank Expansion und wichtigen Übernahmen erneutes Rekordquartal. US-Investmentgesellschaft Main Street Capital wächst mit Finanzierungangeboten für kleinere Unternehmen und erzielt damit eine Gewinnmarge von 80%.

Einer der wenigen Gewinner war gestern im TraderFox-Index zu Anfang die Aktie von Lancaster Colony, die dann aber doch leicht auf 153,00 USD nachgab. Erst vor knapp einem Monat hatte der amerikanische Lebensmittelproduzent und Zulieferer ein weiteres Rekordquartal vermeldet. Unterstützt von den Übernahmen der beiden US-Foodproduzenten Bantam Bagels und Omni Baking kletterten die Erlöse im 2.Quartal (31.Dez.) um 9,4% auf 350 Mio. USD. Aber auch das organische Wachstum von Lancaster Colony war mit 7,3% durchaus beachtlich. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch die Foodservice-Sparte, die um immerhin um 16,3% auf 163,3 Mio. USD gewachsen war. In den USA ist das Unternehmen besonders für seine tiefgefrorenen Backwaren, Dressings und auch Saucen bekannt, die unter den Marken Marzetti, New York Bakery sowie Sister Schubert's an Bäckereien, Restaurants und Supermärkte verkauft werden. Mit diesem Produktmix hat Lancaster Colony seine Umsätze in den zurückliegenden 5 Jahren im Schnitt um 4% steigern können. Dazu liegt die Gewinnmarge im Vergleich zum Einzelhandel und zur Nahrungsmittelindustrie an sich, bei durchaus robusten 11%.

Und gerade mit der im Oktober abgeschlossenen Übernahme von Bantam Bagels hat das Unternehmen den Einstieg in den wettbewerbsintensiven US-Frühstücksmarkt vorangetrieben. Für Lancaster Colony ist der Hersteller von tiefgefrorenen Produkten wie Bagels und Sandwichtes vor allem deswegen interessant, weil sich Bantam Bagels in den USA inzwischen als langjähriger Lieferant der Kaffeehauskette Starbucks etabliert hat. Auch hat das Unternehmen trotz zahlreicher Übernahmen weiterhin keine Schulden angehäuft. Dies ist in erster Linie der anhaltend hohen Eigenkapitalrendite (22%) sowie dem gesunden Cashflow aus dem operativen Geschäft zu verdanken. Und was die Geschäftsentwicklung betrifft, so ist das Management auch für 2019 zuversichtlich. Analysten rechnen hier letztlich mit einem soliden Gewinnzuwachs von 7%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.



Ebenfalls nur leichte Einbußen auf 36,85 USD musste gestern im Index die Main Street Capital-Aktie hinnehmen. Der US-Unternehmensfinanzierer bietet vor allem mittelständigen Unternehmen Wachstumskapital in Form von Fremd- oder auch Eigenkapitalfinanzierungen an. Dabei unterstützt das Unternehmen neben den generellen Expansionsplänen auch Management Buy-outs, Übernahmen und Kapitalerhöhungen. Main Street Capital füllt damit eine Lücke, die große US-Banken durch strengere Regularien nach der damaligen Finanzmarktkrise nicht mehr füllen konnten. Und bei der Finanzierung werden Unternehmen mit einer Umsatzspanne von 10 bis 150 Mio. USD bevorzugt. Dabei liegt das Finanzierungsvolumen im Schnitt auch nur bei 11,4 Mio. USD. Main Street Capital selbst wird an der Börse aber als sogenannte Business Development Company (BDC) gelistet. BDCs sind zwar grundsätzlich von der Einkommenssteuer befreit, müssen dafür aber den Großteil ihrer Gewinne ausschütten. Zudem kontrollieren sie das Risiko ihrer Investments mit der Streuung über verschiedene Industriebereiche und einem kleineren Kreditumfang.

Letztlich befinden sich bei Main Street Capital meist bis zu 200 Unternehmen im Portfolio, die sich auf über 30 verschiedene Branchen verteilen. Der Wert der Beteiligungen ist über die Jahre beständig gewachsen und so auf eine inzwischen zu verwaltende Größe von über 4 Mrd. USD angestiegen. Und die Finanzierungsgeschäfte laufen weiterhin prächtig. Davon zeugt der Umsatzanstieg von 2018 um 13% auf 229 Mio. USD. Auch der Net Asset Value je Aktie kletterte um 4,7%, gleichzeitig stieg die Gewinnmarge auf atemberaubende 81%. Main Street Capital hat zudem seine Dividende noch nie gekürzt, was eher ungewöhnlich für eine Business Development Company ist. Derzeit liegt die Rendite auch bei üppigen 6,5%.

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