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Von TraderFox
22. Juli 2019

Zunehmende Ängste vor einer politischen Eskalation am Persischen Golf hatten die US-Börsen im Freitagshandel unter Druck gesetzt. In diesem Umfeld gab auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index leicht nach und schloss bei 18.512 Punkten. Autozulieferer Gentex übertrifft ungeachtet wirtschaftlicher Eintrübungen in Q2 bei Umsatz und Gewinn alle Schätzungen. F5 Networks plant mit Übernahme des Webserver-Anbieters Nginx seine mittelfristigen Wachstumsraten auszubauen, und erzielt weiterhin eine Marge von 23%.

Starke Kursgewinne von fast 10%% auf 25,80 USD konnte am Freitag im TraderFox-Index die Aktie der Gentex Corporation verbuchen. Der US-Technologiekonzern und Automobilzulieferer lag mit seinen Gewinn- und Umsatzzahlen für das 2.Quartal über den Erwartungen der Analysten. Letztlich kletterten die Quartalserlöse trotz konjunkturellem Gegenwind im Jahresvergleich um 3% auf 469 Mio. USD, der Gewinn je Aktie stieg sogar um 5% auf 0,42 USD. Der Vorstand von Gentex verwies dennoch darauf, dass die globalen Autoverkäufe weiterhin rückläufig seien, und auch die anhaltenden Zölle des US-Präsidenten die Margen im Quartal weiter habe schrumpfen lassen. Der Gewinnanstieg des Unternehmens, das auch Kunden aus der Luftfahrt- und Brandschutzbranche unter anderem mit elektro-optischen Geräten beliefert, ist daher umso beindruckender. Das Management erwartet für das laufende 3.Quartal aber weiterhin schwache Absatzzahlen in der Autosparte. Für das Gesamtjahr 2019 visiert Gentex trotzdem eine Umsatzbandbreite von 1,87 bis 1,9 Mrd. USD an, was einem Plus von 3,6% entsprechen würde. Das Technologieunternehmen, das zwar stark von der Automobilindustrie abhängig und dazu schuldenfrei ist, bleibt aber mit einer Gewinnmarge von 24% weiter hochprofitabel. Zudem überzeugt das Geschäftsmodell auch mit einem beachtlichen Gewinnwachstum von im Schnitt 16% während der vergangenen 5 Jahre. Die Gentex-Aktie jedenfalls ist mit ihrem KGV von unter 15 nicht zu teuer.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.



Mit Zugewinnen von 1,6% auf 147,97 USD zählte am Freitag im TraderFox-Index auch die Aktie von F5 Networks mit zu den Tagesgewinnern. Das amerikanische IT-Unternehmen, das seinen Unternehmenskunden in erster Linie weitreichende Cloud- und Security-Dienste anbietet, hatte sich erst im März mit dem Erwerb der Firma Nginx für 670 Mio. USD verstärkt. Durch die Übernahme des Webserver-Dienstleisters erhofft sich das F5-Management letztlich eine deutliche Ausweitung des Angebots an Multi-Cloud-Umgebungen. Beide Unternehmen wollen jedenfalls zusammen weiter wachsen und das jeweilige Produktportfolio durch Dienste des Anderen ergänzen. Dabei gehören zu den bekanntesten Nutzern der Open Source-Software und den Webservern von Nginx unter anderem Airbnb, Netflix, Pinterest und Instagram. Für F5 macht der Zukauf durchaus Sinn, ist doch das internationale Wachstum des Netzwerk-Spezialisten nach einer langen Boomphase inzwischen deutlich abgeflacht. Kletterte der Umsatz in den zurückliegenden 5 Jahren noch um 8%, so lag er im letzten Quartal nur noch bei 2,2% und erreichte 2,19 Mrd. USD. Der strategische Zukauf von Nginx dürfte sich bei dem Unternehmen allerdings erst mittelfristig stärker bemerkbar machen. Das war auch der Grund, warum die F5-Aktie nach Bekanntgabe des Deals unter Druck geriet. Zwar werden die Gewinne in den nächsten Geschäftsjahren aller Voraussicht nach nur um durchschnittlich 4% zulegen. Für ein Qualitätsunternehmen ohne größere Schulden und einer Nettomarge von 23% ist das aktuelle KGV von 13 aber schlicht zu niedrig.

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