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Von TraderFox
22. März 2021

Ein erneut deutlicher Renditeanstieg am Anleihemarkt belastete am Freitag die US-Aktienmärkte teils deutlich. Auch der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index gab in diesem Marktumfeld leicht auf 23.319 Punkte nach. Baudienstleister Fastenal kann 2020er Umsatz angesichts starker Bauaktivitäten um 6% steigern und bleibt dabei mit einer Marge von 15% renditestark. Innovative Medizintechnik-Produkte rund um chirurgischen Herzbehandlungen machen Edwards Lifesciences zum einem aufstrebendes Wachstumsunternehmen.

Erneut leichte Kurszuwächse auf 47,65 USD konnte nach der jüngsten Erholung am Freitag im TraderFox-Index die Aktie von Fastenal verbuchen. Seit einem halben Jahr bewegen sich die Papiere des Herstellers und internationalen Vertriebshändlers von Industrie- und Baumaterialien sowie Vermieters von Baugeräten aber eher nur seitwärts. Und das, obwohl das Unternehmen mit seiner Produktpalette, die von Schutzhandschuhen über Schraub- und Verbindungselemente bis hin zu Werkzeugen sowie Farben und Reinigungsmittel reicht, eigentlich zu den großen Profiteuren der Pandemie gehört. Der Grund hierfür sind die stark gestiegenen Renovierungs- und Ausbesserungsaktivitäten privater Hausbesitzer während der Lockdown-Zeiten sowie der von der amerikanischen Notenbank mit ihren Zinssenkungen ausgelöste Immobilienkaufboom. Fastenal konnte folglich im letzten Jahr eine unerwartete Wachstumsdynamik hinlegen, die sich aber bislang nur teilweise in der Aktienperformance widergespiegelt. Allein im Schlussquartal (Q4) stiegen die Erlöse der Baumarktkette um 6,4% auf 1,66 Mrd. USD. Vor allem persönliche Sicherheitsprodukte (+34%) wie Helme, Hand- und Arbeitsschuhe sowie Desinfektionsmittel waren dabei zuletzt absolute Verkaufsschlager. Auf das Gesamtjahr gesehen ergab sich für das Unternehmen in 2020 auch eine entsprechende Umsatzgröße von 5,65 Mrd. USD, was einem Anstieg zum Vorjahr von 6,5% entsprach. Verglichen mit General Electric, und dessen Konglomeratserlösen im vergangenen Jahr von rund 80 Mrd. USD sind diese Zahlen aber immer noch verhältnismäßig klein.

Insgesamt hatte Fastenal im gesamten und von Corona-beeinflussten Geschäftsjahr aber gut 95.700 Baumaschinen im Einsatz und damit rund 6% mehr als im Jahr zuvor. Zugleich wurden aber 6% der Belegschaft unter anderem wegen mehreren Filialschließungen entlassen, was aber bei Angestelltenzahlen von nunmehr knapp 17.800 überschaubar erscheint. Der Bau- und Immobiliendienstleister bleibt zudem auch wie schon in den Vorjahren sehr renditestark. Davon zeugt die anhaltend stabile Gewinnmarge von 15%. Für 2021 rechnet Fastenal allerdings mit anhaltender und Pandemie-bedingter Unsicherheit, und gilt damit für Investoren als wirtschaftlich wichtiger Stimmungsindikator. Für mehr Stabilität im Kerngeschäft dürften aber neben den milliardenschweren US-Hilfspaketen auch Kosteneinsparungen durch die zunehmenden Digitalisierungsprozesse bei Lagerhaltung und Vertriebswegen bringen. Darüber hinaus hat das Management für dieses Jahr weitere Expansionsbestrebungen angekündigt. Die Aktie von Fastenal ist mit ihren Qualitätsmerkmalen damit zwar durchaus interessant, nur die Bewertung (KGV 27) ist für einen langfristigen Einstieg noch nicht günstig genug.

Der TraderFox High-Quality-Stocks USA-Index ist ein Aktien-Index, der mithilfe von Qualitätskriterien aus den 20 operativ erfolgreichsten US-Unternehmen gebildet wird. Neben dem langfristigen Firmenerfolg und einer stabilen Geschäftsentwicklung müssen die Unternehmen sogenannte „Burggraben“- Eigenschaften aufweisen. Burggraben-Unternehmen zeichnen sich durch nur schwer angreifbare Geschäftsmodelle aus. Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt sich in der Qualität verschiedener Kennzahlen, wie eine hohe und stabile Nettogewinnmarge, hohe Eigen- und Gesamtkapitalrenditen sowie stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum.

Ein ebenfalls leichtes Plus auf 79,40 USD konnte am Freitag im TraderFox-Index die Aktie von Edwards Lifesciences erzielen. Auch bei dem Produzenten von medizinischen Gerätschaften wie Herzklappen sowie sogenannter hämo-dynamischer und bei chirurgischen Eingriffen verwendeter Überwachungssysteme, dürften die Corona-Umstände noch bis in den Sommer 2021 zu spüren sein. Dies teilte zumindest das Unternehmen jüngst mit, da insbesondere stationäre US-Kliniken aufgrund der andauernden hohen Zahl an zu behandelnden Virus-Patienten operative Eingriffe weiterhin auf ein Minimum verschoben werden dürften. Unter normalen Umständen ist Edwards Lifesciences ein aufstrebendes Wachstumsunternehmen, vor allem dank der firmeneigenen “Transcatheter Aortic Valve Replacement“-Lösung (TAVR), die inzwischen sogar über 60% der Gesamterlöse von zuletzt 4,39 Mrd. USD ausmacht. Mit der Sparte wurden in den letzten Quartalen Zuwächse von teils bis zu 40% eingefahren, und auch im Ausland lag das Plus erstmals bei fast 20%. Wobei der Medizintechnik-Anbieter bis 2024 ein enormes globales Marktpotential für diese TAVR-Technologie von bis zu 7 Mrd. USD sieht. Das gruppenweite Umsatzwachstum für Edwards Lifesciences wurde vom Vorstand jüngst bis dahin auch bei jährlich 15 bis 20% gesehen.



Voraussetzung hierfür ist aber in erster Linie eine gewisse Normalisierung des gewöhnlichen und Covid-19-freien Geschäftsverlaufs. Auch für die zweitwichtigste Sparte “Transcatheter Mitral and Tricuspid Therapies“ (TMTT) des Unternehmens, mit deren Produkten Ärzten unter anderem bei der chirurgischen Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen geholfen wird. Hier waren die Wachstumsraten zuletzt ebenfalls zweistellig. Mit seinen speziellen medizinischen Dienstleistungen ist Edwards Lifesciences jedenfalls dank des voranschreitenden demografischen Wandels in Amerika, der wie ein zusätzlicher Katalysator wirkt, langfristig bestens in seiner technologischen Nische positioniert. Schon in den letzten 5 Jahren lagen die hierdurch erzielten Umsatzzuwächse im Schnitt bei 12%, und das bei Gewinnspannen von fast 20%.

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