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Von TraderFox
27. Februar 2020

Die wirtschaftlich zu erwarteten negativen Effekte durch die Coronavirus-Verbreitung hat den TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index auch am Donnerstag weiter fest im Griff. Folglich liegt der Index am Nachmittag mit 2,5% im Minus bei 104,20 Punkten. Dentalimplantate-Geschäft bei Straumann wächst angesichts steigender Marktanteile und weltweit hoher Nachfrage derzeit um 17%. Schnapshersteller Diageo leidet in China neben der Virus-Krise auch unter schwächerem Reiseaufkommen und rechnet mit Belastung in Millionenhöhe.

Gestern war im Qualitäts-Index die Straumann-Aktie mit einem Plus von über 3% einer der stärksten Gewinner, heute dagegen liegt sie wieder im Minus bei aktuell 870,10 Euro. Der Schweizer Dentalimplantat-Hersteller hatte erst vor kurzem bärenstarke Geschäftszahlen vorgelegt, die ein weiterhin anhaltendes Wachstumstempo bezeugten. Innerhalb der vergangenen 12 Monate zogen die Erlöse trotz des ungünstigen Konjunkturumfelds organisch um 17% auf 1,59 Mrd. CHF (1,49 Mrd. Euro) an. Haupttreiber war dabei einmal mehr die Regionen Nordamerika sowie der asiatisch-pazifische Raum. Straumann als Premiumanbieter hat damit auch sein 2019er Ziel, weltweit insgesamt 100.000 seiner BLX-Implantate zu verkaufen, erreicht. Und auch das digitale Geschäft des Unternehmens wurde zuletzt von der Expansion der transparenten Zahnschienen, den sogenannten Alignern, weiter unterstützt. Am Ende stand mit dem erfolgreichen 4.Quartal das 17. aufeinanderfolgendes Quartal mit zweistelligem organischem Wachstum auf dem Papier. Für die Schweizer könnte sich nun aber das jüngste Tempo ungeachtet der hohen Nachfrage und des zuletzt erfolgten Kapazitätsausbau etwas verlangsamen.

Denn durch die weltweite Ausbreitung des Coronavirus und auch aufgrund von ungünstigen Währungseffekten könnte laut Analysten bei Straumann im 1. und 2.Quartal ein Umsatzminus von rund 30 Mio. CHF (28 Mio. Euro) zu erwarten sein. Da aber bei dem Qualitätsunternehmen die zugrunde liegenden Wachstumstrends auch 2020 weiterhin intakt sein werden, sollten Investoren hier die niedrigeren Kurse zu Einstieg nutzen. Wobei das Geschäft mit transparenten Zahnschienen sowie die Implantate-Sparte, die zuletzt mit ihrer Marke BLT immer neue Marktanteile hinzugewinnen konnte, die wichtigsten Treiber sein dürften. Mit seinem internationalen Premium-Implantate-Geschäft verdient Straumann zudem auch eine doch durchaus beachtliche Gewinnspanne. Zuletzt lag sie jedenfalls bei gut 19%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

In dem derzeit schwachen Marktumfeld zeigt sich heute im Qualitäts-Index auch die Aktie von Diageo leichte Abgaben und notiert gegenwärtig bei 33,80 Euro. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 12,87 Mrd. GBP (15 Mrd. Euro) ist der britische Destillateur von Premium-Spirituosen eines der weltweit führenden Unternehmen der Branche. Dennoch rechnet das Management mit erheblichen Auswirkungen des Coronavirus auf das laufende Geschäft von Diageo. Der organische Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2019/20 (bis Ende Juni) dürfe wegen des Virus zwischen 225 und 325 Mio. GBP (264 und 382 Mio. Euro) geringer ausfallen, teilte der Konzern am Mittwoch in London mit. Dabei bereitet dem Unternehmen, zu dessen Portfolio über 200 exklusiven Marken, wie Johnnie Walker, Smirnoff, Bailey's und auch das traditionelle Guinness-Bier gehören, vor allem die Entwicklung in Asien beträchtliche Kopfschmerzen. Viele Bars und Restaurants in China seien geschlossen, was seit Ende Januar zu einem erheblichen Einbruch im Geschäft führe, erklärte Diageo. Dieser Effekt dürfte sich noch mindestens bis in den März hinziehen. Auch die Ausbreitung des Virus in andere asiatische Länder wie Südkorea belaste das Unternehmen, ebenso wie das schwächere Reiseaufkommen. Es sei schwierig, die Dauer und den Umfang der Virus-Krise vorherzusagen, hieß es weiter.



Dabei hatten die Briten, die neben der Getränke-Produktion auch deren gleichzeitige internationale Vermarktung betreiben, erst im Januar ein schwächeres Wachstum wegen Problemen in Indien und Lateinamerika in Aussicht gestellt. Die Geschäfte in den dortigen Regionen seien bereits im ersten Halbjahr zunehmend schwankungsanfällig gewesen und es gebe weiter Unsicherheiten, betonte Diageo. Inwieweit allerdings die Gewinnmarge darunter leiden wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Zuletzt erzielte das Unternehmen im Spirituosen-Geschäft jedenfalls beachtliche 25% und auch die Eigenkapitalrendite ist mit gut 40% fast schon berauschend.

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