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Von TraderFox
09. Februar 2021

Angesichts des billionenschweren US-Hilfspakets bleiben die Anleger trotz steigender Anleihezinsen am Montag auch für die europäischen Börsen positiv gestimmt. Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index legt folglich bis zum Nachmittag um 0,6% auf 130,40 Punkte zu. Gebäudeinfrastruktur-Spezialist Legrand rechnet bis 2023 dank europäischem “Green-Deal“ mit Umsatzschub und soliden Margen. Coloplast wächst mit seinen Gesundheitsvorsorge-Dienstleistungen in Q1 um 5% und bekräftigt 2020/21er Wachstumsziele.

Nach dem jüngsten Kursanstieg und der anschließenden Konsolidierung legt die Aktie von Legrand am Montag im Qualitäts-Index um 1,4% zu und notiert mit aktuell 78,40 Euro fast wieder auf Rekordniveau. Der französische Spezialist von Produkten für elektrische und digitale Gebäudeinfrastrukturen hat eine sehr lange Unternehmensgeschichte. Mittlerweile umfasst das weltweite Vertriebsnetz der Firma rund 170 Länder. Dabei hat Legrand gegenwärtig mehr als 200.000 Artikel im Sortiment. Hierzu gehören unter anderem Komplettsysteme für Elektroinstallationen, Hausautomations-Lösungen oder auch Komponenten zur Gebäude-Zugangsüberwachung. Und mit seiner Produktfamilie ist das Unternehmen nicht nur in der Vergangenheit schon beständig gewachsen. Die Erlöse legten im Schnitt allein in den letzten 5 Jahren um über 8% zu und erreichten zuletzt eine Größenordnung von 6,62 Mrd. Euro. Die Franzosen zählen zudem auch zu den Profiteuren des sogenannten europäischen “Green-Deals“. Mit diesem verfolgt die EU das Ziel bis 2050 keine Netto-Treibhausgas-Emissionen mehr freizusetzen. Und da Legrand diesbezüglich auf Smart-Home-Lösungen für die Temperaturregulierung, E-Autoladestationen sowie smartes Energiemanagement spezialisiert ist, winken dem Unternehmen hier auf Jahre hinaus ordentliche Umsatz- und Gewinnzuwächse. Nach dem pandemiebeeinflussten Übergangsjahr 2020 will das Management jedenfalls wieder stärkeres Wachstum hinlegen und bis 2023 auf ein Umsatzniveau von 6,87 Mrd. Euro und einen Gewinn je Aktie von 3,58 Euro kommen.

Der Green-Deal-Profiteur könnte von den Investoren aber schon viel früher entdeckt werden, nicht ohne Grund verbuchte die Aktie zuletzt neue Höchstmarken. Innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich der Aktienkurs von Legrand aber schon versiebenfacht. Dabei setzt das Unternehmen neben innovativen Produkteinführungen vor allem auch auf kleinere ergänzende Übernahmen. So wurden zwischen 2008 und 2018 jedenfalls weltweit gut 48 Zukäufe getätigt, die das Portfolio der Gruppe strategisch verstärkten. Neben dem Umweltschutz liegt der Fokus hierbei in erster Linie auch auf starken globalen Trends wie zunehmende industrielle Digitalisierung, das Internet der Dinge und steigende Mobilität. Mit dieser Ausrichtung erzielt Legrand schließlich auch gute Renditen. Die Gewinnspanne lag zuletzt bei 13% und auch die Bilanz ist trotz anhaltendem Expansionskurs mit einer Eigenkapitalquote von 45% sehr solide.



Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.

Leichte Kursverluste auf aktuell 134,35 Euro verzeichnet dagegen heute im Qualitäts-Index die Aktie der Coloplast Group. Die dänische Gesellschaft ist einer der weltweit führenden Anbieter im Bereich Gesundheitsvorsorge und hat sich dabei insbesondere auf die Entwicklung und Herstellung von medizinischen Produkten sowie eine Vielzahl an Dienstleistungen spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Behandlungen von urologischen und den Intimbereich betreffende Krankheiten sowie der Wund- und Hauttherapie sowie auf der Stoma-Versorgung. Und der Wachstumskurs bei Coloplast, dessen Sortiment von medizinischen Gerätschaften bis hin zu Puder und Feuchttüchern reicht, bleibt ungeachtet der anhaltenden Pandemie durchaus bemerkenswert. Immerhin wurde letzte Woche für das 1.Quartal 2020/21, das Ende Dezember endete, ein solider organischer Anstieg der Erlöse von 5% auf 4,74 Mrd. DKK. (637 Mio. Euro) vermeldet. Als wichtigster Umsatztreiber erwies sich dabei im Wesentlichen das Geschäft in den Schwellenländern, wo das Wachstum immerhin starke 16% betrug. Aber auch in den anderen Regionen lief es für die Dänen durchweg gut. So lagen die Zuwächse des Gesundheitsdienstleisters in Europa bei 2% und in den sonstigen Industrieländern bei 7%. Bei Coloplast waren zudem die Sparten mit der Stomapflege (+5%) und der Kontinenzversorgung (5%) zuletzt besonders erfolgreich.

Dem Unternehmen machten aber die umfassenden Hygienemaßnahmen angesichts der weiteren Covid-19-Ausbreitung insbesondere in China und den USA zu schaffen, was die operative Entwicklung allerdings nur leicht ausbremste. Mit einer EBIT-Marge von beachtlichen 32% waren die medizinischen Dienstleitungen aber dennoch mehr als einträglich. Für das Gesamtjahr 2020/21 sieht Coloplast folglich auch ein robustes Umsatzwachstum von 7 bis 8%, was über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen würde. Dazu dürfte sich die außergewöhnlich hohe Eigenkapitalrendite des Qualitätsunternehmens wieder bei über 50% einpendeln. Mit ihren von konjunkturellen Eintrübungen unabhängigen Gesundheits-Geschäften steht die Gruppe jedenfalls vor weiteren schönen Wachstumsjahren, und Investoren können sich dabei zusätzlich über eine kleine Dividende freuen.

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