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Von TraderFox
29. November 2019

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index hat sich am Freitag trotz politischer Unsicherheiten und fehlender Impulse von der Wall Street wieder etwas berappelt. Somit liegt der Index am Nachmittag mit 0,3% im Plus bei 110,60 Punkten. DiaSorin gibt die US-Markteinführung von automatisierten LIAISON-Tests bekannt und bekräftigt 2019er Wachstumsziele. Stromnetzbetreiber Red Electrica ist dank Monopolstellung mit 36% Gewinnmarge äußerst profitabel.

Mit einem Zugewinnen von 1,1% auf 121,40 Euro ist am Freitag im Qualitäts-Index die Aktie von DiaSorin einer der größten Gewinner. Das italienische Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Diagnostik- und Immun-Diagnoseprodukten für medizinische Anwendungen. In dieser Woche hatte das Management angesichts der Zulassung durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die US-Markteinführung des automatisierten LIAISON-QuantiFERON-TB Plus-Tests bekanntgegeben. Die von DiaSorin und der Biotechfirma QIAGEN entwickelte Testvariante unterstützt als optimierte Laborautomatisierung für Screenings auf latente Tuberkulose (TB) die Umstellung vom Tuberkulin-Hauttest auf die moderne, blutbasierte QuantiFERON-Technologie. Der LIAISON-Test, der bereits seit September 2018 in Europa erhältlich ist, dürfte unsere Positionierung als Specialty Player weiter stärken, zeigte sich der Vorstand der Unternehmensgruppe zuversichtlich. Dabei laufen die Geschäfte bei DiaSorin derzeit prächtig. Allein in den ersten 9 Monaten kletterten die weltweiten Erlöse, die unter anderem mit Diagnoseprodukten im Bereich Infektionskrankheiten, Knochenstoffwechsel und auch Hepatitis erzielt wurden, um 6,3% auf 525 Mio. Euro. Der Nettogewinn zog sogar um 8,5% auf 127 Mio. Euro noch dynamischer an. Vom Management wird jedenfalls für das Gesamtjahr auch ein Wachstum von 5 bis 8% anvisiert. Dies würde letztlich auch dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprechen. DiaSorin arbeitet dazu sehr profitabel, die Gewinnmarge lag zuletzt bei 24%. Auch die Eigenkapitalrendite des operativen Geschäfts, das der Diagnostik-Dienstleister mit mehreren Produktionsstandorten sowie 5 Forschungs- und Entwicklungszentren global betreibt, erreicht solide 22%.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Auch mit über 1,0% im Plus bei aktuell 17,65 Euro präsentiert sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von Red Electrica. Der spanische Energieversorger ist als Eigentümer von Hochspannungsleitungen für die technische Verwaltung des Stromnetzes verantwortlich. Zwar hat sich der Umsatz des Unternehmens in den letzten 5 Jahren von 1,84 Mrd. nur schrittweise auf zuletzt 1,95 Mrd. Euro erhöht, die Gewinnentwicklung war dagegen aber einer unverändert. Da Red Electrica das spanische Elektrizitätsnetz quasi in einer monopolähnlichen Stellung betreibt, und dabei kommen immerhin gut 93% der Erlöse aus dem Heimatmarkt, ist die Gewinnmarge aus dem Geschäft dementsprechend hoch. Letztlich erzielt das Unternehmen auch dank beeindruckender Kosteneffizienz hier einen durchaus beachtlichen Wert von 36%. Und auch die Eigenkapitalrendite kann sich sehen lassen und liegt bei 22%. Damit haben die Spanier in der Vergangenheit zumindest neben üppigen Dividenden auch ihren Expansionskurs nach Chile und Peru finanziert. Im letzten Jahr wurde diesbezüglich von Red Electrica auch der chilenische Netzbetreiber Centinela für gut 101,2 Mio. Euro übernommen. Das Unternehmen selbst zahlt seinen Aktionären zudem auch eine durchweg nachhaltige Gewinnbeteiligung. Insgesamt konnte das Management dabei die Ausschüttungen der vergangenen 20 Jahre aufgrund robuster Cashflows jedes Geschäftsjahr konstant steigern. Im Vergleich zu anderen europäischen Stromnetzbetreibern ist diese Kontinuität fast schon einzigartig. Aktuell bietet die Aktie jedenfalls weiterhin eine stattliche Dividendenrendite von 5,5%.

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