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Von TraderFox
18. Juli 2019

Die gestartete Berichtssaison und überraschend schwache Exportdaten aus Japan haben am Donnerstag die Erholung des TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index ausgebremst. Am Nachmittag liegt der Index demnach unverändert bei 103,05 Punkten. ASML bestätigt die Prognose für 2019 und vermeldet für Q2 eine deutliche Erholung der Kundenbestellungen. Goldhinterlegung bei der emittierten Xetra-Gold-Anleihe der Deutschen Börse steigt dank anhaltend hoher Nachfrage auf Rekordwert.

Nach den bereits starken Zugewinnen vom Vortag kann am Donnerstag im Qualitäts-Index die Aktie der ASML Holding erneut um 3,3% auf 199,60 Euro zulegen. Überraschend gute Quartalszahlen hatten die Papiere des niederländischen Chipindustrieausrüsters schon am Mittwoch auf ein Rekordhoch getrieben. Zwar sieht das Management eine anhaltende Schwäche bei der Produktion von Speicherchips. Diese dürfte aber vom Wachstum in der Logiksparte des Unternehmens mehr als ausgeglichen werden. Der ASML-Chef setzt dabei in erster Linie auf bessere Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte und vor allem auf ein sehr starkes 4.Quartal. Für das laufende 3.Quartal stellte er zugleich Erlöse von rund 3 Mrd. Euro in Aussicht. Das ist zwar etwas weniger als die von Bloomberg befragten Analysten bisher erwartet hatten - aber immerhin etwas mehr als vor einem Jahr. Im 2.Quartal jedenfalls setzte der Produzent von Lithografiesystemen zur Halbleiterfertigung weltweit knapp 2,57 Mrd. Euro um und damit etwas weniger als vor einem Jahr. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorquartal sogar um rund 30% auf 476 Mio. Euro. In den ersten 6 Monaten blieb ASML damit auch leicht unter dem Niveau des Vorjahres, unter anderem wegen der Probleme in der Chip-Branche. Entscheidend für die gestrige Kursexplosion war aber vor allem die umfassende Erholung bei den von Kunden bestellten Fertigungsanlagen. Aus diesem Grund bestätigte der Vorstand auch den Ausblick auf das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz trotz der jüngsten Probleme steigen.

Letztlich würde ASML damit an die vergangenen Jahre mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten anknüpfen. Dabei hatte sich der Umsatz von 2014 mit 5,8 Mrd. bis auf zuletzt 10,9 Mrd. Euro nahezu verdoppelt. Mit ihren Zuliefergeschäften erzielen die Niederländer immerhin auch eine einträgliche Eigenkapitalrendite von 23%. Und auch die Nettomarge von über 24% zeigt wie profitabel das Unternehmen arbeitet. Aktuell notiert die Aktie von ASML mit einem KGV von 22 und ist somit nicht mehr ganz so günstig wie noch zu Jahresbeginn. Insgesamt erfüllt sie aber wichtige Kriterien für eine Notierung im Qualitätsaktien-Index.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Ebenfalls leichte Kursgewinne kann heute im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Börse verbuchen. Derzeit steht sie damit bei 127,70 Euro. Die weiterhin anziehende Nachfrage nach Gold als Anlage hat den Goldbestand bei dem Finanzplatzbetreiber nah an die 200-Tonnen-Marke getrieben. Wie das Unternehmen vergangene Woche mitteilte, lagerten am 30. Juni dieses Jahres insgesamt 194,3 Tonnen des Edelmetalls in den Tresoren der Börse in Frankfurt. Zum Jahreswechsel waren es noch 181,5 Tonnen. Neues Gold kommt immer dann hinzu, wenn Investoren Anteile an der von der Deutschen Börse emittierten Xetra-Gold-Anleihe erwerben. Für jeden Anteilsschein wird dann dementsprechend ein Gramm des edlen Rohstoffs hinterlegt. Der Wert der Goldbestände jedenfalls kletterte nach dem zuletzt starken Kursanstieg des Goldpreises auf 7,7 Mrd. Euro und markierte damit ebenfalls einen Höchststand. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige, dass sich Gold zur eigenständigen Anlageklasse im Portfolio entwickelt habe, sagte jüngst der Geschäftsführer der Deutsche Börse Commodities GmbH. Dabei gilt das glänzende Metall besonders in turbulenten Zeiten als sogenannter “sicherer Hafen“. Zudem werfen Geldanlagen wie Sparbuch oder Tagesgeld wegen der anhaltend niedrigen Zinsen kaum noch etwas ab. Und manche Kapitalanleger lassen sich ihr Anlageprodukt sogar nach Hause liefern. Allein seit der Einführung von "Xetra-Gold" im Jahr 2007 haben Anleger von dieser Möglichkeit insgesamt 1033 Mal Gebrauch gemacht. Nach Angaben der Deutschen Börse wurden dabei rund 5,05 Tonnen Gold ausgeliefert.

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