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Von TraderFox
22. April 2021

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe-Index wird am Donnerstag trotz weiterhin steigender Corona-Neuinfektionen von der heutigen EZB-Geldpolitik beflügelt. Dementsprechend liegt der Index am Nachmittag mit 0,6% im Plus bei 139,15 Punkten. Bahntechnik-Hersteller Alstom vermeldet Abschluss der Megafusion mit der Zugsparte von Bombardier und will sich künftig auf saubere Mobilität konzentrieren. Überragende 3-Monatzahlen und Produktionsausweitung schieben Sartorius Stedim auf fast neue Rekordstände.

Mit seinem derzeitigen Lauf in Richtung neues Jahreshoch war die Aktie von Alstom im Qualitäts-Index zuletzt einer der absoluten Top-Performer. Am heutigen Donnerstag wird der Anstieg auch fortgesetzt, und die Papiere legen dabei leicht auf aktuell 46,50 Euro zu. Ausschlagend für die beachtliche Kursentwicklung war der von dem französischen Bahntechnik-Hersteller vermeldete Abschluss der seit langem vorbereiteten Megafusion mit der Zugsparte des kanadischen Unternehmens Bombardier. Damit entsteht laut Medien in der Branche die weltweite Nummer 2, hinter dem chinesischen Staatskonzern CRRC. Schon im vergangenen Juli hatten die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht für den milliardenschweren Deal gegeben. Die neue Alstom-Gruppe, die sich im Bereich Bahninfrastruktur vor allem auf die Entwicklung und Produktion von Straßen- und U-Bahnen sowie Regionalzüge, aber auch auf Güterzüge und Signalsysteme konzentriert, dürfte damit eine Umsatzgröße von rund 15,7 Mrd. Euro erreichen und auf ein Auftragsvolumen im Wert von gut 71,1 Mrd. Euro kommen. In 70 Ländern werden von dem Unternehmen letztlich auch rund 75.000 Menschen beschäftigt. Im Zuge des jüngsten Zusammenschlusses musste der neue Verbund aufgrund von Behördenauflagen aber auch einige Produktionsanlagen abgeben, unter anderem am Standort Hennigsdorf bei Berlin.

Im letzten Jahr war das Bahntechnik-Geschäft von Alstom zudem erheblich von der Corona-Krise und deren wirtschaftlichen Folgen betroffen. Auch die Klima-Debatten werden an dem Unternehmen, was insbesondere am Aufbau, dem Betrieb und der Erhaltung von Schienenverkehrsnetzen beteiligt ist, nicht spurlos vorrübergehen. Zumal der Transportdienstleister sogar führend bei wasserstoffbetriebenen Zügen ist, die künftig dieselbetriebene Züge ersetzen könnten. Die Klima-Krise werde bleiben. Und sie zwinge uns zu einer Mobilität, die sauberer ist, betonte zuletzt der Vorstand. Deshalb sei er von den guten Aussichten für die Branche überzeugt. Großaktionär der neuformierten Alstom-Gruppe ist mit 17,5% jedenfalls der kanadische Pensionsfonds Caisse des Dépôts et des Placements du Québec" (CDPQ). Dies alles dürfte aber der Rentabilität des Kerngeschäfts, zu dem unter anderem auch der französische Expresszug TGV gehört, nicht schaden, sondern eher für operative Stabilität sorgen. Immerhin war die Eigenkapitalrendite von Alstom mit zuletzt 15% sehr solide.

Der TraderFox High-Quality-Stocks Europe ist ein europäischer Index, der in sogenannte Burggraben-Unternehmen investiert. Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohe Markteintrittsbarrieren oder Wettbewerbsvorteile aus. Das kann eine starke Marke, ein hervorragendes Kostenmanagement oder Unternehmensgröße sein, die potenzielle Wettbewerber daran hindert, einen lukrativen Markt zu betreten. Europäische Unternehmen dieses Typs zeichnen sich durch gute operative Kennzahlen aus, wozu etwa hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie eine hohe Umsatz- und Gewinnstabilität gehören. Damit sind die zukünftigen Gewinn- und Zahlungsreihen relativ sicher und gut prognostizierbar.



Ebenfalls nur knapp unter ihrem Rekordhoch befindet sich im Qualitäts-Index gegenwärtig die Sartorius Stedim Biotech-Aktie. Aktuell notiert sie aber leicht im Plus bei 388,40 Euro. Am Mittwoch hatte der französische biomedizinische Gesundheitsdienstleister Geschäftszahlen für die letzten 3 Monate vorgelegt, und die hohen Erwartungen dabei mehr als erfüllt. Das Wachstum sei über alle Produktkategorien und weltweiten Regionen verteilt sehr stark gewesen, teilte das Management von Sartorius Stedim hierzu mit. Zusätzlich sei die Nachfrage aufgrund der Covid-19-Impfstoff- und Therapieforschung erneut deutlich höher als erwartet ausgefallen. Somit zogen bei dem Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, mit denen Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie nach Medikamenten effizienter und schneller forschen können, die Erlöse von Januar bis März um überragende 61% auf 655 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Gut 23% davon waren dem Unternehmen zufolge aber letztlich der Corona-Pandemie geschuldet. Dennoch war die Profitabilität im Quartal mit einer EBITDA-Marge von 35% unverändert hoch. Sartorius Stedim arbeitet laut Vorstand derzeit an allen Produktionsstandorten am Fertigungslimit.

Zwar verfügen die Franzosen nach strategisch wichtigen Zukäufe gerade in der Zellkulturmedien-Sparte mittlerweile auch über ein Technologie-Portfolio, das nahezu alle wichtigen Schritte der biopharmazeutischen Arzneimittel-Herstellung abdeckt. Dennoch wurde der Ausbau der eigenen und global verteilten Fertigungs- und R&D-Standorte sowie mit 300 Neueinstellungen zuletzt vorangetrieben. Dabei dürfte der Dienstleister mit seinen medizinischen Anwendungen insbesondere auch vor langfristig anhaltenden renditestarken Zuwächsen stehen. Sartorius Stedim selbst rechnet aber zunächst aufgrund der spürbar dynamischen Geschäftsentwicklung für 2021 mit einem Umsatzplus von weit über 30%.

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