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Von TraderFox
15. Oktober 2021

Die Wall Street hat am Donnerstag nach erfreulichen Unternehmenszahlen und robusten Konjunkturdaten ihren Erholungskurs fortgesetzt. Auch der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index zeigte sich am Ende mit 1,3% im Plus bei 19.320 Punkten. Western Union verteidigt bei globalen Geldüberweisungen seinen Burggraben gegenüber Konkurrenten mit stark ausgebauten digitalen Transferangeboten. Motorengeschäft von Cummins bekommt angesichts zahlreicher US-Hilfsgelder und hoher Nachfrage nach umweltfreundlichen Antrieben derzeit richtige Dynamik.

Deutliche Zugewinne von gut 2,6% auf 20,90 USD verzeichnete am Donnerstag im TraderFox-Index die Aktie von Western Union. Innerhalb der letzten 6 Monate haben die Papiere des amerikanischen Finanzdienstleisters, der sich auf internationale Geldtransfers und Zahlungsservices spezialisiert hat, rund 20% an Wert verloren. Und das, obwohl das Unternehmen weltweit als führend bei schnellen Überweisungen und dem Bezahlen von Rechnungen rund um den Globus gilt. Western Union kam damit zuletzt auf Erlöse von gut 5,03 Mrd. USD, und liegt damit dreimal so hoch wie der engste Konkurrent MoneyGram. Das Unternehmen legt aber nicht nur großen Wert auf Sicherheit und Schnelligkeit, was neben Privatpersonen vor allem auch Firmenkunden zu schätzen wissen, das reine Transfergeschäft wurde von Western Union schon vor über 100 Jahren zu Zeiten des amerikanischen Eisenbahn-Streckenbaus gegründet. Inzwischen hat der Zahlungsdienstleister aber eine weltweit einzigartige Infrastruktur für Geldüberweisungen ausgebaut, die für Wettbewerber oder auch sogenannte “Fintechs“ nicht so einfach zu kopieren ist. Die Amerikaner haben sich mit ihrer globalen Präsenz sozusagen einen Burggraben geschaffen, der mit digitalen Transferangeboten wie Smartphone-Apps und den Online-Bezahlmöglichkeiten über die Webseite abgerundet wird. Und der inzwischen stark erweiterte digitale Service war zuletzt auch für rund 20% der transferierten Geldsummen verantwortlich.

Western Union verteidigt technologisch hierdurch auch sein Geschäft, denn Unternehmen wie Paypal mit seiner Tochter Xoom oder auch das börsennotierte Start-up Remitly versuchen in die digitalen Geldtransfermärkte vorzustoßen. Die Aktie ist auf dem aktuell niedrigen Kursniveau außerordentlich spannend. Nicht nur das KGV liegt bei unter 10. Bei einer soliden Ertragsmarge von 16% und einem Gewinnwachstum der letzten 5 Jahre von im Schnitt 9% ist die Bewertung vergleichsweise viel zu günstig. Zudem zahlt Western Union auch noch fast 50% seines Jahresgewinns in Form von Dividenden aus. Und derzeit bringen die Papiere sogar 4,5% Rendite. Alles in allem deuten diese Kennzahlen letztlich auf einen unterbewerteten Value-Wert mit einem nicht zu unterschätzenden technologischen Vorsprung hin.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.



Auch die Cummins-Aktie zog am Donnerstag im TraderFox-Index nach der jüngsten Talfahrt kräftig um über 3% auf 238,80 USD nach oben. Die Papiere des amerikanischen Motorenherstellers und Antriebsspezialisten notieren ebenfalls viel zu niedrig, zumal die Geschäfte derzeit nur durch die weltweiten Lieferkettenprobleme und höheren Rohstoffkosten für Stahl und Kupfer ausgebremst werden. Cummins aber besitzt Betriebs- und Produktionsanlagen auf der ganzen Welt, und vertreibt dabei eine Vielzahl an Motoren, Antriebssysteme und Filteranlagen sowohl an Erstausstatter als auch direkt an seine Kunden. Beliefert wird dabei vor allem der Schwerlastkraftmarkt, außerdem Bus- und Landwirtschaftsmaschinen-Hersteller, aber auch Unternehmenskunden aus der Bergbau-, Eisenbahn- sowie der Öl- und Gasindustrie. Der Fahrzeug-Dienstleister, der zuletzt auf eine Umsatzgröße von 23,15 Mrd. USD kam, zählt auch zu den Profiteuren der gegenwärtigen regierungsgestützten Wirtschaftserholung in Nord- und Südamerika. Cummins setzt bei seinen Antriebstechnologien neben den klassischen Diesel- und Gasmotoren inzwischen verstärkt auch auf wasserstoff- und strombasierende Lösungen. Vor allem bei Wasserstoff-Motoren erwartet das Unternehmen in den kommenden Jahren das stärkste nachfragegetriebene Wachstum. Noch ist die Sparte aber überschaubar klein im Verhältnis zu den herkömmlichen und fossil betriebenen Antrieben des Unternehmens.

Zunächst aber erwartet das Management für das Geschäftsjahr 2021 einen beachtlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr von 20 bis 24%. Die beeindruckenden Zuwächse sind auch Partnerschaften geschuldet, die Cummins zuletzt mit den Firmen Rush Enterprises und Clean Energy Fuels bekannt gab. Mit beiden Partnern will der Motorenproduzent vor allem die Entwicklung von umweltfreundlichen Gasmotoren unter anderem für LKWs voranbringen. Das robuste Kerngeschäft erlaubt es dem Unternehmen jedenfalls auch hohe Cashflows zu erzielen, schließlich liegt die Nettomarge bei soliden 10%. Daraus ergeben sich auch verlässliche Dividendenzahlungen, die Cummins nun schon seit 11 Jahren beständig angehoben hat. Aktuell bietet die Aktie eine Kapitalrendite von 2,4% und notiert trotz brummendem Motorengeschäft nur mit einem bewertungstechnischen KGV von 12.

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