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Von TraderFox
14. Juni 2019

Trotz jüngsten Spannungen in der Golf-Region und dem daraufhin stark steigendem Ölpreis haben sich die US-Börsen am Donnerstag robust gezeigt. Während aber der S&P 500-Index dabei um 0,4% anzog, kletterte der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index um 0,6 % auf 16.358 Punkte. Abonnenten-Schätzungen von bis zu 130 Millionen für den neu geplanten Streaming-Dienst von Disney beflügeln die Aktie. US-Waldbewirtschafter Weyerhaeuser glänzt trotz schwacher globaler Holznachfrage neben robustem Cashflows auch mit hohen Ausschüttungen.

Der größte Gewinner im Traderfox-Index war am Donnerstag mit einem deutlichen Kursplus von 4,4% auf 141,74 USD die Aktie von Disney. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hatte sich gestern positiv über das zu erwartende Kundenwachstum des neuen Streaming-Dienstes Disney+, der ab dem 12.November in den USA starten soll, geäußert. Zugleich hoben die Analysten ihr Kursziel von 135 auf nunmehr 160 USD an. Der veröffentlichten Studie zufolge rechnen sie bei der neuen Streaming-Plattform bis 2024 mit einem Zugewinn von bis zu 130 Mio. Abonnenten. Der Grund hierfür sei neben dem früheren Startzeitpunkt für die weltweite Nutzung des Dienstes auch die generell starke Marke “Disney“ sowie die Pläne viele Inhalte von Drittanbietern einzubinden. Dies alles zusammen dürfte laut Analysten für zusätzliches Kundeninteresse sorgen. Der US-Unterhaltungskonzern selbst hatte erst im April seine Ziele konkretisiert und dabei bis Ende 2024 mit Disney+ rund 60 bis 90 Mio. Abonnenten anvisiert, zwei Drittel davon außerhalb der USA. Auch war ursprünglich geplant, das Streaming-Angebot erst innerhalb der nächsten 2 Jahre weltweit verfügbar zu machen.

Letztlich dürfte Disney damit dem derzeitigen Marktführer Netflix schrittweise einige Abonnenten abjagen, zumal der Medienriese dem Streaming-Pionier mit dem Start der neuen Plattform auch die Disney-Filmrechte entzogen hat. Aktuell hat Netflix weltweit rund 149 Mio. Kunden und bietet für 7,99 USD seinen günstigsten Einstiegstarif an. Disney dagegen will im November mit 6,99 USD pro Monat an den Start gehen. Den Nutzern steht damit das gesamte Entertainmentprogram des Medienkonzerns zur Verfügung, das sich zudem auch noch herunterladen lässt. Investoren werden dem Startschuss jedenfalls entgegenfiebern, auch weil der Streaming-Markt gefühlt jeden Monat neue Anbieter oder Joint Ventures hervorbringt. Disney zahlt zwar auch weiterhin nur eine kleine Dividende von derzeit 1,4%, langfristig profitieren die Anteilseigner aber vor allem von den jährlichen Aktienrückkäufen. Allein in den letzten 5 Jahren lag so die adjustierte Dividendenrendite bei immerhin durchschnittlich 8%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.

Gestern verbuchte im Traderfox-Index auch die Aktie von Weyerhaeuser leichte Zugewinne und kletterte dabei auf 25,30 USD. Das US-Unternehmen, das als REIT an der Börse notiert, ist mit Erlösen von zuletzt 7,25 Mrd. USD einer der weltweit größten Bewirtschafter von Waldgebieten und entsprechendem Nutzwald. Allerdings kamen die Papiere erst im Mai wieder deutlich unter Verkaufsdruck. Verantwortlich hierfür war die zuletzt unerwartet niedrige Nachfrage nach Bauholz (Lumber), dessen Preis sich jüngst gegenüber dem Vorjahr auf 300 USD nahezu halbierte. Noch zu Beginn des Jahres zeigte sich der Vorstand von Weyerhaeuser optimistisch und rechnete trotz des sich abkühlenden US-Immobilienmarktes mit einer Erholung. Aber schon nach den ersten 3 Monaten kam es diesmal aufgrund der weltweit rückläufigen Holznachfrage im Zuge des US-Handelsstreits mit China, wieder zu nachgebenden Bauholzpreisen. Das Management bleibt aber dennoch zuversichtlich, dass sich der Zollstreit demnächst wieder legen werde, wodurch sich das globale Wachstum auch wieder entsprechend beleben dürfte.

Die Weyerhaeuser-Aktie selbst notiert zwar mit einem KGV von 26, dafür bietet sie inzwischen aber eine stattliche Rendite von 5,3%. Dabei hilft es dem Unternehmen natürlich, äußerst breit über die gesamte Holzverarbeitungs-Industrie diversifiziert zu sein. Dadurch werden ungeachtet konjunktureller Einflüsse erstaunlich robuste Cashflows generiert. Der Vorstand des REITs jedenfalls hat die Gewinnbeteiligung allein in den letzten 7 Jahren um gut 125% auf jüngst 1,36 USD erhöht. Dazu verfügt Weyerhaeuser über eine grundsolide Bilanz. Und dank des fortschreitenden Ausbaus von weltweiten Holzanbauflächen dürfte sich in den nächsten Jahren daran nichts ändern.

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