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Von TraderFox
10. April 2019

Der wieder aufflammende Handelsstreits zwischen den USA und der EU sowie geopolitische Spannungen haben am Dienstag die Wall Street belastet. Der S&P 500-Index gab daraufhin um 0,6% nach, während der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index leichte Zuwächse auf 15.877 Punkte verbuchen konnte. Disney steht unmittelbar vor der Veröffentlichung mehrerer Filme mit Blockbuster-Potenzial und dürfte damit sein Wachstum bis 2020 beschleunigen. US-Unternehmensfinanzierer Prospect Capital glänzt neben robustem Gewinnwachstum auch mit überdurchschnittlich hohen Ausschüttungen.

Gestern war die Disney-Aktie einer der wenigen Gewinner im Traderfox-Index und legte dabei letztlich um 1,6% auf 116,85 USD zu. Hervorgerufen wurde der Anstieg in erster Linie von einer Hochstufung durch das US-Investmenthaus Cowen. Dabei haben die Analysten nicht nur ihre Einstufung von Marketperform auf Outperform geändert, sondern auch das 12-Monats-Kursziel für die Papiere von 102 auf 131 USD deutlich angehoben. In einer Mitteilung an ihre Kunden hoben die Analysten den Investorentag am kommenden Donnerstag hervor, der zu einem bedeutenden Event werden dürfte. Disney habe eine mächtige Produktpipeline, die sich in diesem Jahr entfalten werde, betonten sie. Den Analysten zufolge gehören unter anderem die demnächst zur Veröffentlichung anstehenden Filme wie "Frozen 2" und "Star Wars Episode IX" dazu. Die Filmsparte des Unterhaltungskonzerns könnte damit in diesem Jahr einem operativen Gewinn von fast 3 Mrd. USD einspielen und die Vermarktung der jeweiligen Filmprodukte bis ins Jahr 2020 beschleunigen, hieß es. Mit dem Start von "Star Wars: Galaxy's Edge" rechnen sie zudem auch mit kräftigen Einnahmen an den Kinokassen sowie in den Disney-Parks, was letztlich das Wachstum insbesondere im 2ten Halbjahr und sogar bis ins kommende Jahr hinein fördern dürfte.

Am Donnerstag dürfte sich das Management vor Investoren auch zum derzeitigen Stand des geplanten Streaming-Dienstes Disney+ äußern. Weitere Themen werden außerdem die künftigen Pläne nach dem Erwerb der Vermögenswerte des Medienkonzerns Twenty-First Century Fox sein, die Ende März abgeschlossen wurde. Disney jedenfalls ist angesichts der der jüngst beeindruckenden Kinoerfolge gegenwärtig so profitabel wie schon lange nicht mehr. Dabei summierte sich zuletzt der freie Cashflow auf fast 10 Mrd. USD. Zwar zahlt das Unternehmen weiterhin nur eine kleine Dividende, langfristig profitieren die Aktionäre aber vor allem durch die jährlichen Aktienrückkäufe. Allein in den letzten 5 Jahren lag so die adjustierte Dividendenrendite bei immerhin durchschnittlich 8%.

Der TraderFox Dividenden-Champions Defensive-Index ist ein Aktien-Index, der bei der Auswahl der Indexkomponenten neben ausgeschütteten Dividenden auch Aktienrückkäufe und Kapitalerhöhungen berücksichtigt. Die 20 im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe adjustierte Dividendenrendite für den Aktionär und eine hohe adjustierte Dividendenrendite für das Gesamtunternehmen sowie eine Steigerung der Dividende in den vergangenen fünf und drei Jahren aus. Zudem wird auch eine niedrige Volatilität der Aktienrenditen bei der Indexauswahl mit einbezogen.



Am Dienstag zeigte sich im Traderfox-Index die Aktie von Prospect Capital äußerst robust und gab dabei nur leicht auf 6,57 USD nach. Die US-Investmentgesellschaft stellt mittelständigen Unternehmen in erster Linie Wachstumskapital in Form von Fremd- oder auch Eigenkapitalfinanzierungen zur Verfügung. Prospect Capital selbst wird dabei an der Börse aber als Business Development Company (BDC) gelistet. BDCs sind zwar generell von der Einkommenssteuer befreit, müssen dafür aber den Großteil ihrer Jahresgewinne als Dividenden ausschütten. Der Unternehmensfinanzierer ist als BDC auch nicht der größte seiner Art, dafür aber mit zuletzt erzielten Erlösen von 705 Mio. USD einer der bekanntesten. Im Portfolio von Prospect Capital befinden sich derzeit auch entsprechend bedeutende Gesellschaften wie JD Power, ACE Cash Express oder auch das Medienunternehmen Cinedigm. Und gerade diese Diversität hat dem BDC schon oft geholten, die Gewinnentwicklung relativ kontinuierlich zu glätten, vor allem in Zeiten, wo es doch eher unbeständig zuging. Dennoch unterschätzen Anleger aber nach wie vor das Potenzial von Prospect Capital. Immerhin wurden in den zurückliegenden 5 Quartalen die Gewinnerwartungen bei weiten übertroffen. Im Schnitt lag das Gewinnplus in der jüngsten Vergangenheit auch nur bei soliden 5%. Der BDC wird jedenfalls von Einkommensinvestoren geschätzt, die sich vornehmlich nur an Marktführern im Geschäft rund um Unternehmensfinanzierungen beteiligen wollen. Dafür werden sie auch mit einer Dividendenrendite von 11% fürstlich verwöhnt, und das bei überschaubarem Risiko.

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