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Von TraderFox
31. August 2018

Trotz anhaltendem Handelsstreit zwischen Washington und Peking sowie erheblicher Währungsverluste einiger Schwellenländern zeigt sich der QIX Dividenden Europa Index am Freitag stabil. Zum Wochenausklang entwickelt sich der Index dabei gegenüber dem Gesamtmarkt deutlich robuster und gibt nur leicht auf 9.970 Punkte nach. Vodafone und TPG wollen auf dem teils ruinösen australischen Markt ihre Kräfte mit einem Zusammenschluss bündeln. H&M will mit Arket-Label wichtige Marktanteile durch Nachhaltigkeit, bessere Qualität und höhere Preise zurückerobern.

Als einer der heutigen Gewinner präsentiert sich die Aktie der Vodafone Group im Dividenden-Index. Aktuell klettert sie dabei leicht auf 1,90 Euro. Beim britischen Mobilfunkkonzern bahnt sich mit seiner australischen Tochter, wie erwartet, eine milliardenschwere Fusion an. TPG Telecom und Vodafone Australia wollen sich nach eigenen Angaben vom Donnerstag zusammenschließen. Das fusionierte Unternehmen mit dem Namen TPG komme dabei auf einem Wert von 15 Mrd. AUD (9,4 Mrd. Euro). Derzeit ist Vodafone Australia der drittgrößte Mobilfunkanbieter des Landes und TPG der aktuell zweitgrößte Internet-Dienstleister. TPG Telecom ist allerdings ein Neueinsteiger und steckt Milliarden in den Ausbau seiner Infrastruktur. Mit dem Zusammenschluss wollen sich die beiden Unternehmen besser im Wettbewerb vor allem gegen die bisher führenden Anbieter Telstra und Optus positionieren. TPG soll demnach an der australischen Börse notiert werden. Die TPG-Aktionäre sollen 49,9 % der Aktien des neuen Konzerns halten, die Vodafone-Eigner den Rest. An Vodafone Australia ist Hutchison Telecom mit 50% beteiligt. Die andere Hälfte befindet sich im Besitz des britischen Mobilfunkanbieters. Vodafone selbst hatte in Australien bislang kein leichtes Spiel. Dabei gilt der Wettbewerb auf dem australischen Telekommunikationsmarkt als ruinös. Allein in den letzten 6 Monaten hatten steigende Kosten und der forcierte Konkurrenzkampf bei Vodafone Australia zu einem Fehlbetrag von umgerechnet fast 60 Mo. Euro geführt.

Seine Aktionäre hatte der Mobilfunkdienstleister aber generell schon seit einigen Geschäftsjahren äußert großzügig am Konzernwachstum beteiligt. Dabei stieg die jüngste 2016/17er Gewinnausschüttung auf 0,15 Euro je Aktie und lag damit rund 15% über der Vorjahresdividende. Mittlerweile ergibt sich dadurch für die Vodafone-Aktie eine mehr als stattliche Dividendenrendite von 7,8%. Die Ausschüttungspolitik der Britten zielt aber grundsätzlich auf Nachhaltigkeit ab. Von 2009 bis heute hat sich dabei die Dividende von 0,06 Euro auf 0,15 Euro immerhin mehr als verdoppelt. Allein in den letzten 5 Jahren. konnten die Anteilseigner so eine Rendite von im Schnitt 5,4% für sich verbuchen.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Leicht im Minus zeigt sich heute im Dividenden-Index die Hennes & Mauritz-Aktie (H&M). Gegenwärtig steht sie somit bei 11,70 Euro. Bei dem schwedischen Modekonzern entwickelt sich gerade die neue Marke “Arket“ zum unerwarteten Hoffnungsträger. Zwar wurde das Label erst 2017 gegründet, das Konzept könnte nun aber zum Wachstumstreiber für den angeschlagenen Fashionriesen werden. Denn für H&M lief es zuletzt nicht besonders gut. Vor allem das Wetter und ein verändertes Kundenverhalten sorgten dafür, dass das Unternehmen satte Abschläge beim Gewinn hinnehmen musste. Die neue Marke Arket soll aber einiges ändern und sich auch deutlich vom eigentlichen H&M-Konzept absetzen. Dabei steht insbesondere Nachhaltigkeit im Vordergrund. Statt Billig-Klamotten, geht es um Langlebigkeit und das auch zu deutlich höheren Preisen. Wir glauben, dass unsere Kunden nach Qualität als einem breiteren Konzept suchen, sagte kürzlich der CEO von Arket dem Modemagazin "FashionUnited". Als Marke innerhalb der H&M Gruppe hat Arket den Ehrgeiz, den Wandel zu einer nachhaltigen Modebranche anzuführen. Unser Fokus liegt auf haltbaren und langlebigen Produkten, die über viele Jahre genutzt werden können.

Dabei will H&M vor allem neben Nachhaltig und auch mit entsprechend höheren Preisen wieder Marktanteile zurückerobern. Denn die Konkurrenten machen dem schwedischen Bekleidungskonzern nach wie vor das Leben schwer. Die Schweden werden rechts und links überholt von Mitbewerbern. Zara ist schneller und modischer, Primark billiger, schrieb zuletzt auch die "Zeit". Als H&M in den Achtzigern auf den deutschen Markt kam, bot es modische Kleidung zu sehr günstigen Preisen an, was es bis dahin sonst kaum gab. Doch billig allein reicht heute nicht mehr, dafür sind zu viele neue Wettbewerber wie Primark unterwegs. H&M hat damit nun das Hipster-Klientel als neue Zielgruppe ausgemacht. Sogar ein vegetarisches Café ist in den europäischen Arket-Stores integriert. Ob das neue Konzept von H&M allerdings auch aufgeht, wird sich zeigen müssen. Da der Konzern selbst keine Zahlen für seine Marken veröffentlicht, bleibt nur das Wort des Arket-Chefs, der von positivem Kunden-Feedback spricht.

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