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Von TraderFox
02. November 2020

Nach dem starken Abverkauf der Vorwoche treiben beim QIX Dividenden Europa Index am Montag robuste Konjunkturdaten aus China und der Eurozone die Erholung voran. Am Nachmittag steigt er dabei um 1,4% auf 9.960 Punkte. Gewinnausschüttungen werden bei Unilever auch in Krisenzeiten von starken Marken und steigenden Absatzmengen gestützt. Inditex überwindet die Auswirkungen der Covid-19-Ausbreitung bereits im Sommer und verkündet seit August wieder höheren Modeabsatz.

Am Montag steigt im Dividenden-Index nach dem jüngsten Abverkauf die Aktie von Unilever im Zuge des heutigen europäischen Trends und verbucht dabei ein Plus von 1,8% auf 49,30 Euro. Zwar hatte der niederländische Konsumgüterproduzent, der weltweit insbesondere für seine Markenartikel in den Bereichen Ernährung, Körperpflege und Waschmittel bekannt ist, aufgrund der Virus-Pandemie noch im Sommer seine Prognose für 2020 zurückgezogen. Ursprünglich wurde von Unternehmensseite ein organisches Wachstum in der unteren Hälfte der Spanne von 3 bis 5% angepeilt. Die Marken-Produkte von Unilever erfreuen sich aber weltweit auch in Krisenzeiten weiterhin großer Beliebtheit und sind in nahezu jedem Haushalt zu finden. Hierzu zählten Markennamen wie AXE und Dove oder das Eissortiment von Langnese, Magnum und Ben & Jerry’s. Aber auch Lipton-Eistee sowie die Koch- und Backprodukte wie Knorr und Pfanni finden in vielen Küchen ihre Verwendung. Und dank des krisenfesten Portfolios hat sich der Lebensmittelhersteller in den zurückliegenden Corona-Monaten operativ nicht nur als sehr robust erwiesen. Allein im ersten Halbjahr war der global verbuchte Umsatzrückgang mit 0,1% völlig überschaubar. Unilever besitzt aufgrund der margenträchtigen Produktpalette aber auch eine durchaus beachtliche Dividendennachhaltigkeit.

Denn sollte die Gewinnausschüttung auch für dieses Geschäftsjahr zumindest leicht erhöht werden, dann steigt das Unternehmen sogar in den erlauchten Kreis der Dividendenaristokraten auf, was mindestens 25 Anstiege über die vergangenen Jahre voraussetzt. Allein von 2009 bis 2019 haben sich die Auszahlungen je Aktie bei den Niederländern auf zuletzt 1,62 Euro jedenfalls mehr als verdoppelt. Aber Dividendenanleger können von Unilever auch weiterhin eine grundsätzlich solide Kapitalrendite erwarten. Aktuell ergibt sich bei der Aktie angesichts des jüngsten Kursrückgangs rund 3,4% Rendite.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.



Auch die Aktie von Inditex verzeichnet heute nach dem Kursrückgang der Vorwoche im Dividenden-Index wieder Zugewinne von 0,5% und notiert damit aktuell bei 21,45 Euro. Der spanische Textil- und Modehändler hatte sich zuletzt im hart umkämpften Fashionmarkt krisenresistenter als befürchtet gezeigt. Auch Analysten lobten dabei die Strategie des Unternehmens Ladenschließungen zu beschleunigen sowie die stärkere Fokussierung auf den Ausbau des Onlinegeschäfts. Die Inditex-Gruppe, die mit Marken wie Zara und Pull&Bear gerade unter jungen Leuten beliebt ist, konnte folglich im September eine noch stärkere Umsatzerholung als erwartet bei den Verkäufen von trendigen Modeartikeln vermelden. Noch zum Start in das Jahr 2020 war der H&M-Konkurrent erstmals wegen der Pandemie und Rückstellungen für den laufenden Umbau in die roten Zahlen gerutscht. Aber schon im zweiten Quartal gelang es den Spaniern die Corona-Auswirkungen zu überwinden und Inditex kehrte zwischen Mai und Juli sogar in die Gewinnzone zurück. Die Kernmarke Zara steuerte mit ihren wieder besser laufenden Geschäften dabei auch den Löwenanteil zum Umsatz bei. Und von Anfang August bis Mitte September lagen die Verkäufe des Modeunternehmens deshalb insgesamt nur 11% unter dem Niveau des Vorjahres.

Nach dem März-Shutdown sind inzwischen auch 98% aller weltweiten geführten Läden wieder geöffnet. Seit 2009 hatten sich die Unternehmenserlöse jedenfalls bis kurz vor der Krise um über 150% auf zuletzt 26 Mrd. Euro erhöht. Und auch der vor Jahren einsetzende Online-Boom konnte Inditex nichts anhaben, denn klugerweise wurde das Unternehmen vom Management an dieses geänderte Kaufverhalten schnell angepasst. Ob sich allerding das Dividendenniveau von zuletzt 0,77 Euro auch für dieses Geschäftsjahr halten wird, ist jedoch offen, da die gegenwärtige Corona-Ausbreitung auch auf dem Modemarkt wieder zu spüren sein dürfte. Aktuell ergäbe sich aber bei einer unveränderten Gewinnausschüttung für die Aktie eine immerhin solide Rendite von 3,6%.

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