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Von TraderFox
12. April 2019

Überraschend positive Konjunktursignale aus der EU und China können den QIX Dividenden Europa Index am Freitag zunächst nur leicht beflügeln. Nach dem jüngsten Jahreshoch legt der Index somit nur leicht auf 10.415 Punkte zu. Telenor plant den finnischen Kabelnetzbetreiber DNA zu übernehmen und so in ganz Nordeuropa strategisch vertreten zu sein. BASF gehört in Europa trotz des schwierigen konjunkturellen Umfeldes weiterhin mit zu den großzügigsten und zuverlässigsten Dividendenzahlern.

Angesichts der zuletzt gezeigten Erholung notiert heute im Dividenden-Index die Aktie der Telenor Group wieder leicht im Minus bei 17,85 Euro. Der norwegische Telekomkonzern hat zu Beginn der Woche angekündigt, den finnischen Kabelnetzbetreiber und Pay TV-Anbieter DNA übernehmen und damit sein Geschäft in Nordeuropa ausbauen zu wollen. In einem ersten Schritt will Telenor zunächst 1,5 Mrd. Euro für 54% an den Finnen hinblättern, teilte das Unternehmen mit. Die entsprechenden Aktienpakete wollen die Norweger dabei von den bisherigen Haupteignern Finda Telecoms und PHP übernehmen. Mit dem Abschluss des Zukaufs wird vom Management spätestens im 3.Quartal gerechnet, was auch ein Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre nach sich ziehen würde. Dafür will Telenor aber wie beim jetzigen Kauf maximal 20,90 Euro je Aktie zahlen. Zum Handelsschluss am Montag notierte das DNA-Papier bei 19,46 Euro. Letztlich wäre der Konzern mit der Übernahme der Finnen erstmals in allen nordischen Staaten strategisch präsent. Aber auch schon im letzten Geschäftsjahr gab es operativ bei Telenor einige umfassende Verbesserungen zu vermelden. So wurde 2018 in erster Linie die Modernisierung des Unternehmens vorangetrieben, um schließlich allen Kunden weiterhin einen erstklassischen Service bieten zu können. Weltweit wurden dabei so viele Mobilfunkantennen installiert bzw. aufgerüstet, wie nie zuvor. Gleichzeitig vereinfachte das Management die gesamte Konzernstruktur und senkte die Kosten. Dies führte bei Telenor zumindest zu einer stabilen Umsatzentwicklung und einem Gewinnanstieg von knapp 10%.

Aber auch für Investoren war die Beteiligung an dem norwegischen Breitband- und Mobilfunkanbieter in der Vergangenheit mehr als ergiebig. Schließlich schüttet der Vorstand bereits seit Jahren stattliche Dividenden aus und kauft überdies regelmäßig auch noch eigene Aktien zurück. Während die Gewinnbeteiligung von Telenor im Jahr 2010 aber noch bei 3,50 NOK (0,37 Euro) lag, so hat sie sich bis zuletzt auf 8,40 NOK (0,85 Euro) mehr als verdoppelt. Die Dividendenrendite in diesem Zeitraum von im Schnitt 5,1% war dabei nicht zu verachten. Und infolge der jüngsten Aufstockung ergibt sich für die Aktie immer noch eine überdurchschnittliche Rendite von 4,7%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Nach der Kurserholung der vergangenen Monate notiert die Aktie von BASF heute im Dividenden-Index ebenfalls wieder deutlich im Plus bei 71,50 Euro und markiert damit ein Jahreshoch. Ein Grund für den Anstieg ist sicherlich in der interessanten Dividendenpolitik des Saatgut- und Chemiekonzerns zu sehen. Denn am 6.Mai werden Investoren, die den Titel zum Handelsschluss des 3.Mai in ihren Depots haben, mit einer doch ordentlichen Ausschüttung von voraussichtlich 3,20 Euro für 2018 verwöhnt werden. Selbst bei dem gegenwärtigen Kursniveau würde sich damit noch eine attraktive Dividendenrendite von 4,5% ergeben. Dabei waren für BASF die vergangenen Quartale angesichts der sich stetig eintrübenden Konjunkturperspektiven sowie den Problemen mit dem Niedrigwasser im Rhein alles andere als angenehmen. Hinzu kam noch die Abspaltung der Tochter Wintershall. Allmählich hellen sich die Perspektiven für den Konzern auch aufgrund der möglichen Einigung im amerikanischen Handelsstreit mit China wieder auf. Somit könnte BASF bereits Ende des Jahres operativ auf seinen langjährigen Wachstumspfad wieder zurückkehren.

Und die Dividendenkontinuität hat unter den zuletzt doch schwierigen Bedingungen wieder einmal kaum gelitten. Schon vor einiger Zeit hatte das Management festgelegt, konsequent eine zumindest konstante Dividende Jahr für Jahr an die Anteilseigner auszuschütten. Wenn die Geschäfte es dennoch zulassen, dann sollte sie Jahr für Jahr moderat auch angehoben werden. Seit der Finanzkrise im Jahr 2009 hat BASF jedenfalls die Gewinnbeteiligung von damals 1,70 Euro bis heute fast verdoppelt. Bei einer derzeitigen Ausschüttungsquote von nur 63% wäre für die Zukunft also noch ordentlich Luft nach oben.

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