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Von TraderFox
04. Juni 2021

Nach der jüngst starken Rally fehlen dem QIX Dividenden Europa Index am Freitag vor dem wichtigen US-Arbeitsmarktdaten neue Impulse. Der Index liegt dabei am Nachmittag bei unverändert 12.535 Punkten. Novo Nordisk will bis 2025 auf globalen Diabetes-Märkten jährlich um bis zu 10% wachsen und dürfte demnächst ein Dividenden-Aristokrat werden. Vonovia treibt mit dem Einreichen von Unterlagen bei den Aufsichtsbehörden seine 18 Mrd. Euro schweren Übernahmepläne für den Wettbewerber Deutsche Wohnen voran.

In der vergangenen Woche konnte im Dividenden-Index die Aktie von Novo Nordisk mit einem frischen Allzeithoch glänzen. Am heutigen Freitag notiert sie aber leicht im Minus bei 65,55 Euro. Für die neuen Höchststände ist vor allem das robuste Geschäftsmodell der dänischen Pharmagesellschaft, die sich auf den Vertrieb von unterschiedlichen Hormonen und Gerinnungsmittel konzentriert, verantwortlich. Auf dem Weltmarkt zählt das Unternehmen dabei insbesondere im Bereich Diabetes zu den führenden Herstellern von entsprechenden Arzneimitteln. Das Novo Nordisk-Papier gilt zwar als defensiver Qualitätswert, ist aber gemessen am derzeitigen KGV von 28 nicht gerade billig. Dafür werden vom Management nun schon seit weit über 2 Jahrzehnten ununterbrochen höhere Gewinnbeteiligungen ausgeschüttet. Und mit einem Dividendenzuwachs von zuletzt fast 9%, ist der Gesundheits-Dienstleister auf einem guten Weg, in den nächsten Jahren sogar zu einem Dividenden-Aristokraten zu werden. Was Novo Nordisk aber wieder zu einer günstigen Dividendenaktie machen könnte, ist ein überproportionales Ergebniswachstum. Um dies zu erreichen, wurden vom Vorstand jüngst neue strategische Wachstumsziele ausgegeben, die letztlich bis 2025 ein jährliches Umsatzplus von im Schnitt 10% anvisieren. Dazu gehört insbesondere den eigenen Marktanteil im globalen Diabetes-Markt konsequent weiter auszubauen. Zugleich soll der Pharmaproduzent, dessen Portfolio unter anderem die Herstellung von Insulin, Wachstumshormonen sowie Oestrogen- und Gestagenpräparaten beinhaltet, auch seine Wettbewerbsposition beim Absatz von Medikamenten an übergewichtige Patienten erweitern.

Novo Nordisk könnte hierdurch demnächst auch seinen Gewinn im höheren einstelligen bis teilweise sogar zweistelligen Prozentbereich steigern, was wiederum das Kurs-Gewinn-Verhältnis konsequent verbilligen sowie die Dividendenrendite erhöhen dürfte. Selbst im Virus-beeinflussten Jahr 2020 konnten die Dänen ihren Umsatz und Gewinn um 3 bzw. 10% steigern, was die Robustheit des international ausgelegten Geschäfts einmal mehr unterstreicht. Starke Produktverkäufe von Rybelsus oder auch dem Kassenschlager Ozempic haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Aktuell bietet die Aktie von Novo Nordisk zwar nur noch eine Kapitalanlagerendite von unter 2%. In der Vergangenheit lag die Rendite fast immer bei 3%, bekanntlich setzt das Unternehmen aber auch konsequent auf Aktienrückkäufe, und pflegt damit zusätzlich Aktionärsinteressen.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

In Anbetracht der laufenden Kurserholung auf aktuell 52,70 Euro gehört am Freitag im Dividenden-Index die Aktie von Vonovia mit zu den Tagesfavoriten. Die Immobiliengruppe, die sich in erster Linie auf die Verwaltung von Wohnungen und hier besonders auf Länder wie Deutschland, Österreich und Schweden fokussiert, treibt seine Übernahmepläne für den deutschen Wettbewerber Deutsche Wohnen voran. Wie das Bundeskartellamt auf seiner Internetseite diese Woche mitteilte, meldete Vonovia die Pläne für den Erwerb des Berliner Konzerns bei der Behörde zur Prüfung an. Bereits im Jahr 2015 hatten die Wettbewerbshüter den ersten Versuch des Immobilienverwalters, den kleineren Konkurrenten zu schlucken, geprüft und danach sogar ohne Auflagen freigegeben. Eine marktbeherrschende Stellung von Vonovia oder eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Sinne des Kartellrechts sei durch die Übernahme nicht zu erwarten, hatten die Aufsichtsbehörden damals entschieden. Der zurückliegende Übernahmeversuch scheiterte aber letztlich am Widerstand von Eigentümern und Seitens des Managements der Deutsche Wohnen.

Inzwischen wirbt aber der Chef des Berliner Immobilienkonzerns bei den eigenen Aktionären für die Annahme des Kaufangebots durch Vonovia. Wir müssen Antworten finden im Hinblick auf die fortlaufende Regulierung, die wir auch in Zukunft erwarten dürfen, sagte der Manager jüngst auf der HV des Unternehmens. Es müssten aber auch Antworten gefunden werden mit Blick auf potenzielle Aufkäufe weiterer Immobilien und Unternehmen. Unter anderem wegen der deutlich gestiegenen Einkaufspreise seien diese für die Deutsche Wohnen alleine sehr schwierig zu stemmen, ergänzte er. Ganz billig dürfte der Zukauf allerdings nicht werden. Immerhin will Vonovia für die Nummer zwei auf dem deutschen Wohnungsmarkt mehr als 18 Mrd. Euro auf den Tisch legen. Für jede Deutsche Wohnen-Aktie könnten letztlich bis zu 52,00 Euro gezahlt werden. Einschließlich der Dividende für 2020 würden den Anteilseignern des vor allem in Berlin vertretenen Unternehmens gut 53,03 Euro winken. Zusammen kämen die beiden Immobiliengesellschaften jedenfalls auf mehr als 550.000 Wohnungen im Wert rund 80 Mrd. Euro.

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