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Von TraderFox
12. September 2018

Mit der für 2017 ausgezahlten Dividende kommt die Aktie der Münchener Rück derzeit auf eine durchaus beachtliche Dividendenrendite von 4,7%. Vor allem aber auch die langfristige Politik des Rückversicherers ist überzeugend. Seit der Finanzkrise hat das Management die Ausschüttung beständig angehoben. Letztlich kamen die Aktionäre während dieser Zeit in den Genuss einer durchschnittlichen Rendite von 5,0%. Auch die Ausschüttungsquote lag in den letzten Jahren nur bei knapp 50%, was für ein Dividendenpapier ausgesprochen konservativ ist.

Mit Beitragseinnahmen von zuletzt 31,6 Mrd. Euro allein im Rückversicherungsgeschäft ist die Münchener Rück einer der weltweit führenden Rückversicherer. Dabei bietet das Unternehmen eine umfassende Produktpalette an, die von traditioneller Rückversicherung bis zu innovativen Lösungen für die Risikoübernahme reicht. Zudem bündelt die Münchener Rück ihre Erstversicherungsaktivitäten in der Düsseldorfer Tochter ERGO. Weltweit ist diese Gruppe in über 30 Ländern vertreten und konzentriert sich vornehmlich auf die Regionen Europa und Asien. ERGO bietet dabei ein breites Spektrum an Versicherungen, Vorsorge und Serviceleistungen. In Deutschland zählt die ERGO Versicherung zu den großen Anbietern in der Sach- sowie Rechtsschutzversicherung. Die weltweiten Kapitalanlagen der Münchener Rück-Gruppe von derzeit knapp 217,6 Mrd. Euro werden zudem von der Asset-Management-Tochter MEAG betreut. Über diese Sparte bietet der Rückversicherer privaten und institutionellen Kunden seine Kompetenz an. Gegenwärtig beläuft sich das Volumen des für Dritte verwalteten Vermögens auf 15,9 Mrd. Euro.

Cyber-Versicherungen sollen für Wachstum sorgen


Beim jährlichen Branchentreffen in Monte Carlo warb der Vorstand der Münchener Rück am letzten Wochenende für Versicherungen gegen IT-Pannen und Cyber-Kriminalität. Auch wegen des anhaltenden Preisdrucks versucht der Rückversicherer in neue Bereiche vorzustoßen. Etwa bei Cyber-Versicherungen gegen mögliche Attacken auf digitale Daten und Computersysteme. Weil das neue Geschäftsfeld aber noch relativ jung ist, hat die Branche insgesamt noch viel über dessen Risiken zu lernen. Cyberrisiken gehören zu den größten Gefahren der vernetzten Wirtschaft, sagte der Münchener Rück-Manager auf einer Veranstaltung. Allerdings dürfe der Konzern nicht einfach “dumm drauflos“ Verträge zeichnen. Während ein Wirbelsturm oder ein Erdbeben in einer Region vielleicht Schäden von hunderten Millionen oder gar mehreren Milliarden Dollar anrichte, könne sich eine einzige Cyber-Attacke über den ganzen Globus auswirken, betonte er. Der Vorstand des französischen Rückversicherers Scor, hält die Zeit dafür deshalb auch noch gar nicht für gekommen. Das Geschäft sei noch nicht reif dafür, dass wir es im großen Stil zeichnen, sagte der Manager der weltweiten die Nummer fünf der Branche. Da man Cyber-Terrorismus, Cyber-Krieg und Cyber-Kriminalität noch nicht trennen könne. Dennoch geht die Münchener Rück davon aus, dass sich der Markt für Cyber-Versicherungen in den kommenden Jahren vervielfacht. 2017 habe das weltweite Prämienvolumen in dem Geschäft noch 3,5 bis 4 Mrd. US-Dollar betragen, erklärte der Vorstandschef. Bis 2020 solle es sich auf 8 bis 9 Mrd. mehr als verdoppeln und im Jahr 2025 bereits 20 Mrd. Dollar erreichen. Der Münchner Konzern will sich davon immerhin einen Marktanteil von rund 10% sichern. Ein Großanteil der Prämien stammt jedoch bisher aus den USA, in Europa dagegen steckt das Geschäft noch in den Anfängen.

Äußerst verlässliche und stabile Ausschüttungspolitik


Mit der für 2017 ausgezahlten Dividende von 8,60 Euro kommt die Aktie der Münchener Rück derzeit auf eine durchaus beachtliche Dividendenrendite von 4,7%. Vor allem aber auch die langfristige Politik des Rückversicherers ist überzeugend. Seit der Finanzkrise im Jahr 2007 hat das Management die Ausschüttung beständig von 5,50 Euro auf zuletzt 8,60 Euro je Aktie angehoben. Letztlich kamen die Aktionäre während dieser Zeit in den Genuss einer durchschnittlichen Rendite von 5,0%. Auch die Ausschüttungsquote der Münchener Rück lag in den letzten Jahren bei nur knapp 50%, was für ein zuverlässiges Dividendenpapier ausgesprochen konservativ ist. Nur durch den deutlichen 2017er Gewinnrückgang hatte sich die Quote zuletzt vorübergehend verschlechtert. Für 2018 wird insgesamt mit einer etwas höheren Dividende von 9,10 Euro gerechnet. Die Aktie kann damit weiterhin als solide Einkommensaktie betrachtet werden.

Die Münchener Rück befindet sich im Dividenden-Auswahlindex QIX Dividenden Europa. Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

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