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Von TraderFox
28. November 2019

Die zunehmend disharmonischer werdenden Töne im US-China-Konflikt bezüglich Hongkong bremsen beim QIX Dividenden Europa Index am Donnerstag den jüngsten Rekordanstieg aus. Dabei notiert der Index am Nachmittag so gut wie unverändert bei 11.310 Punkten. Legal & General will in Zukunft mit über 1,2 Bio. GBP an verwalteten Geldern stärkeren Einfluss bei Beteiligungen für klimaschonendes Verhalten ausüben. Roche verlängert erneut die Frist für den Spark-Zukauf und wartet Untersuchung durch Wettbewerbsbehörden ab.

Nach der erst kürzlich erfolgten Erholung notiert heute im Dividenden-Index die Legal & General-Aktie wieder leicht im Plus bei 3,36 Euro. Der führende britische Finanzdienstleister und Versicherer hat sich in dieser Woche zu der Einflussnahme auf die Geschäftsmodelle bei Unternehmen geäußert, in die Anlagegelder geflossen sind. Dabei verwies das Management der Investmenttochter Legal & General Investment Management (LGIM) darauf, dass man sich in diesem Jahr bereits von 5 Firmenanteilen getrennt habe, wo keine erkennbare Verbesserung bei Umweltinitiativen zu erkennen sei. Die britische Unternehmensgruppe hat jedoch bei derzeit verwalteten Geldern von über 1 Billion GBP (1,17 Bio. Euro) mit seiner Verwaltungssparte eine immense Marktmacht, um klimafreundliche Investitionen über Fondsstrategien zu forcieren. Dennoch floss von Legal & General in diesem Jahr Anlagekapital in Unternehmen wie den Ölriesen ExxonMobil, den Fleischproduzenten Hormel Foods oder auch den koreanischen Energiekonzern Korean Electric Power. Das Management der Vermögensverwaltungstochter hat sich diesbezüglich aber vorgenommen, künftig stärker auf die Unternehmensvorstände einwirken und so den Einfluss in Richtung klimaschonendes Verhalten erhöhen zu wollen.

Operativ sieht sich Legal & General für dieses Jahr aber kurz vor der Ziellinie. Zwar musste das Geschäft der Vermögensverwaltung bis Ende Oktober einen Kapitalabfluss von gut 83 Mrd. GBP verkraften. Demgegenüber lagen aber die Zuflüsse seit Beginn 2019 bei weit über 200 Mrd. und summierten sich damit auf 1,2 Billion GBP (1,4 Bio. Euro) . Zudem will die Versicherungsgruppe bis Ende Dezember ihre Solvenz-Quote leicht auf 171% bis 176% steigern. Und auch die geplante Dividende von 0,18 GBP (0,21 Euro) dürfte mit mindestens dem 1,5fachen des Gewinns gut abgesichert sein. Wobei der Vorstand von Legal & General in den letzten 5 Jahren nie weniger als 4,5% ausgeschüttet hat. Die Aktie bietet daher ungeachtet der jüngsten Performance eine nach wie vor exzellente Dividendenrendite von 6,3%.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Einer der heutigen Tagesfavoriten im Dividenden-Index ist die Aktie der Roche Holding. Dabei zeigt sie ein kleines Plus und steht bei 248,00 Euro. Das Schweizer Pharmaunternehmen hatte zuletzt seiner Übernahmeofferte für den US-Genspezialisten Spark Therapeutics bis zum 25. November verlängert. An den Konditionen wurde allerdings nichts geändert. Den Spark-Aktionären bietet der Vorstand demnach auch weiterhin 114,50 $ je Spark-Aktie. Die seit Februar geplante Akquisition würde sich Roche dann insgesamt mehr als 4 Mrd. USD kosten lassen. Mit der Verlängerung reagieren die Schweizer den Angaben zufolge vor allem auf die Untersuchungen der britischen und der US-Wettbewerbsbehörden. Während aus den USA zuletzt positive Töne zu hören waren, hat die britische Behörde (CMA) zuletzt eine genauere Prüfung angekündigt. Dabei hatte Roche schon bei der Ankündigung des Zukaufs mitgeteilt, das Spark Therapeutics führend bei der Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung von gentherapeutischen Medikamenten sei. Das Unternehmen habe eine zugelassene Therapie im Portfolio und vier Programme in der klinischen Entwicklung, so der Pharmahersteller damals. Das Know-how von Spark in der gesamten Wertschöpfungskette der Gentherapie eröffne wichtige neue Möglichkeiten für die Behandlung schwerer Krankheiten, betonte zudem der Roche-Vorstand. Insbesondere das Forschungsprogramm gegen Hämophilie A könne künftig eine neue Therapiemöglichkeit bieten. Letztlich will der Schweizer Konzern seine Investitionen aber unabhängig von der laufenden Untersuchung durch die Aufsichtsbehörden in das breitgefächerte Produktportfolio fortführen.

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