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Von TraderFox
06. Juni 2019

Erst im April hatte der Vorstand von Energias de Portugal (EDP) mit der für 2018 erfolgten Dividendenausschüttung die Interessen der Aktionäre gewahrt. Zwar hat das Management von 2011 bis heute die Dividende mit 0,19 Euro praktisch unverändert belassen. Die Kapitalrendite lag aber dennoch in den letzten 5 Jahren bei durchschnittlich 6,8%. Und auch die aktuell stattliche Rendite von 5,6% steht dank des robusten Geschäftsmodells auf einem soliden Fundament.

Energias de Portugal hat sich in den letzten Jahren von Lissabon aus zu einem der größten Energieversorger auf der iberischen Halbinsel entwickelt. Neben der Energiegewinnung aus Kohle und Gas konzentriert sich die Unternehmensgruppe verstärkt auch auf alternative Energien wie Wind- und Wasserkraft. In der Region ist EDP inzwischen auch einer der größten Windenergieerzeuger. Bei der Strom- und Gaserzeugung sowie im Vertrieb ist der portugiesische Energiekonzern zudem in mehreren europäischen Ländern aktiv. Neben den Geschäften in Spanien und Portugal werden Tochtergesellschaften und Energieanlagen in Frankreich, Belgien und Rumänien betrieben. Darüber hinaus ist EDP auch auf dem amerikanischen und brasilianischen Markt stark präsent.

Chinesischer Staatskonzern verzichtet auf Übernahme

Der chinesische Staatskonzern China Three Gorges (CTG) will sich offenbar von den Verhandlungen um eine mögliche und 9,1 Mrd. Euro schwere Komplettübernahme von EDP zurückziehen. Dies berichtete jüngst die Nachrichtenagentur Bloomberg. Verantwortlich hierfür seien vor allem politische Hürden und unterschiedliche Bewertungsvorstellungen. CTG plant dagegen nur noch kleinere Beteiligungen, die das US-Geschäft des portugiesischen Stromversorgers aber ausschließen würden, da hier regulatorischer Widerstand der amerikanischen Aufsichtsbehörden zu erwarten sei. Wie es weiter heißt, könnten sich die Chinesen Investitionen in Teile des von EDP betriebenen Brasilien-Geschäfts vorstellen oder auch Joint Ventures. Diese Entwicklung hatte sich zuletzt zumindest angedeutet. Da nicht nur die Führungsspitzte des chinesischen Staatskonzerns überraschend ausgewechselt wurde, sondern auch die Spannungen im Umfeld des laufenden Handelskonflikt zwischen den USA und China deutlich zugenommen haben. Seit Zuspitzung des Streits wurden jedenfalls die von chinesischen Firmen gerade in Europa und den USA getätigten Investments von den jeweiligen Behörden noch strenger geprüft. Und China Three Gorges könnte mit dieser Lösung auch ohne größeren Gesichtsverlust von dem Übernahmevorhaben Abstand nehmen, und trotzdem vereinzelte Assets zukaufen.

Zumal auch der aktivistische Hedgefunds Elliott Management mehrfach einen höheren Kaufpreis von den Chinesen gefordert hatte, der dem wahren Wert von EDP entsprechen würde. Der US-Finanzinvestor hatte zudem auch vom EDP-Vorstand gefordert, mehrere Geschäftsbereiche wie den Mehrheitsanteil an dem brasilianischen Konzern Energias do Brasil zu verkaufen. Den Erlös daraus sollte das Unternehmen in sein weltweites Geschäft mit erneuerbaren Energien stecken, sowie Schulden abbauen und eigene Aktien zurückkaufen. Mit dem bestehenden Anteil von derzeit 23% an EDP bleibt CTG aber zunächst weiterhin der größte Aktionär des Konzerns.

Überdurchschnittliche Rendite dank hohem Cashflow

Erst im April hatte der Vorstand von Energias de Portugal mit der für 2018 erfolgten Dividendenausschüttung die Interessen der Aktionäre gewahrt. Dabei wurden die Anleger schon in der Vergangenheit trotz jahrelang hoher Investitionen in erneuerbare Energien mit stattlichen Zahlungen verwöhnt. Zwar hat das EDP-Management von 2011 bis heute die Dividende mit 0,19 Euro praktisch unverändert belassen. Die Kapitalrendite an sich lag aber dennoch allein in den letzten 5 Jahren bei durchschnittlich gut 6,8%. Aber auch die aktuell stattliche Rendite von 5,6% steht dank robustem Geschäftsmodell und den damit verbundenen hohen Cashflows auf einem soliden Fundament.

Energias de Portugal befindet sich im Dividenden-Auswahlindex QIX Dividenden Europa. Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

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