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Von TraderFox
19. August 2021

Am Donnerstag wird der QIX Dividenden Europa Index von der Sorge über eine womöglich schnellere geldpolitische Straffung durch die US-Notenbank belastet. Folglich liegt er am Nachmittag mit 0,8% im Minus bei 13.425 Punkten. Deutsche Post will deutschen Logistiker J.F. Hillebrand übernehmen und damit seine DHL-Seefrachtsparte ausbauen. Bergbaugesellschaft Rio Tinto vermeldet mit Umsatzanstieg auf 33 Mrd. USD für das 1.Halbjahr neuerliche Rekordzahlen und bietet weiterhin über 6% Rendite.

Nach dem gestrigen Rekordanstieg gibt im Dividenden-Index die Deutsche Post-Aktie am Donnerstag wieder deutlicher auf 58,85 Euro nach. Unterstützung bekam der Logistikdienstleister dabei zuletzt von überraschenden Übernahmeplänen. Am Dienstag hatte das Management mitgeteilt, den Mainzer Seefrachtspezialisten J.F. Hillebrand kaufen zu wollen, um das Geschäft mit dem Verschiffen von Getränken auszubauen. Man habe einen Vertrag unterschrieben, um für rund 1,5 Mrd. Euro bis zu 100% des Unternehmens zu übernehmen, hieß es. Die Übernahme sei eine hervorragende Ergänzung unseres bestehenden Portfolios, betonte zugleich der Deutsche Post-Vorstand. Im Einklang mit unserer Konzernstrategie stärken wir unser logistisches Kerngeschäft und sorgen für langfristiges profitables Wachstum. Zunächst bedarf es allerdings noch der Zustimmungen weltweiter Kartellbehörden, damit der entsprechende Kaufvertrag überhaupt gültig wird. Die Deutsche Post-Tochter DHL plant den Kauf sogar aus der eigenen Kasse zu bezahlen, da diese aufgrund brummender Logistikgeschäfte überaus gut gefüllt ist. Allein die Frachtsparte des Unternehmens kam im 1.Halbjahr auf einen Umsatz von 10 Mrd. Euro. J.F. Hillebrand dagegen beschäftigt derzeit gut 2.700 Mitarbeiter in 90 Ländern, und erzielte den Angaben zufolge zuletzt Jahreserlöse von 1,4 Mrd. Euro. Für 2021 rechnen die Mainzer mit einem Transport von 0,5 Mio. Standardcontainern. Die DHL-Sparte der Deutschen Post hingegen kam im letzten Jahr auf 2,9 Mio. Standardcontainer in der Seefracht.

Die zukünftige Tochter ist im Kerngeschäft sozusagen als Makler tätig, der weltweit Container-Kapazitäten bucht, um Produkte wie Whiskey, Wein oder Saftkonzentrate über die Weltmeere zu verschiffen. Dank des anhaltenden Booms rund um den Internethandel hat sich der Bonner Paket- und Briefdienstleister aber über viele Jahre hinweg auch als solider und verlässlicher Dividendenzahler bewiesen. Zuletzt hatte die Deutsche Post jedenfalls die 2020er Dividende um fast 20% auf 1,35 Euro angehoben. Für das laufende Geschäftsjahr wird aufgrund des globalen Transport- und Logistikbooms mit einem Anstieg auf bis zu 1,45 Euro gerechnet. In den letzten 5 Jahren konnten die Aktionäre dabei sogar eine Kapitalrendite von durchschnittlich 3,6% erzielen. Die derzeitige Rendite liegt mit 3,0% jedoch aufgrund der zuletzt starken Kursperformance unter dem Durchschnitt der Vergangenheit.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen schwierigen Marktumfeld gibt im Dividenden-Index auch der Kurs der Rio Tinto-Aktie wieder deutlicher nach, steht aktuell bei 61,40 Euro. Dabei läuft es im Tagesgeschäft des australisch/britischen Bergbauunternehmens, das sich auf die Erschließung und den Abbau von Mineralienvorkommen weltweit fokussiert, derzeit bestens, dafür spürt das Unternehmen fallende Metallpreise. Vor allem das außergewöhnliche Marktumfeld zu der die globale Rohstoffknappheit, steigende Preise sowie die Corona-Förderprogramme vieler Regierungen zählen, sorgten zuletzt bei Rio Tinto für ein Rekordergebnis. Von Januar bis Juni kletterte der gruppenweite Umsatz um mehr als 70% auf 33 Mrd. USD, der Gewinn zog sogar um das Vierfache an. Dennoch konnte die Aktie nicht von diesem beachtlichen Zahlenwerk profitieren, Analysten hatten offenbar noch bessere Resultate erwartet. Der starke Gewinnanstieg des Unternehmens, dessen Mineralienportfolio vor allem Eisenerz und Aluminium, aber auch Kupfer, Gold und Kohle sowie verschiedene andere Mineralien beinhaltet, soll auch den Anteilseignern zugutekommen. Immerhin sollen sie für die ersten 6 Monate eine Zwischendividende von 5,61 USD erhalten, was einer Ausschüttungsquote von rund 75% der bereinigten Ergebnisse entsprechen würde. Im vergangenen Jahr hatte Rio Tinto an seine Aktionäre noch 1,55 USD gezahlt, und sie dabei aber mit einer attraktiven Dividendenrendite von über 6% verwöhnt.



Für den Bergbaukonzern hat die Pandemie allerdings nicht nur ihr Gutes. Wegen zunehmender Einschränkungen hatte sich das Management erst kürzlich skeptischer zu den zuvor prognostizierten Förder- und Auslieferungsmengen für Eisenerz und Kupfer geäußert. Auch Analysten rechnen weltweit vor allem im Eisenerzgeschäft mit einer negativen Preisdynamik. Angesichts des Klimawandels strukturiert Rio Tinto derzeit zudem auch sein Portfolio um. So wurden jüngst Milliardeninvestitionen für ein Bergbauprojekt im serbischen Jadar angekündigt, wo Lithium für den stark wachsenden Batteriemarkt gefördert werden soll. Dabei gelten gerade Lithium-Ionen-Batterien weltweit unter anderem als Herzstück von Elektro-Autos beim fortschreitenden E-Mobilitätstrend.

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