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Von TraderFox
12. Juni 2019

Ein neuer verbaler Angriff des US-Präsidenten im Handelskrieg gegen China drückt am Mittwoch den QIX Dividenden Europa Index nach seiner jüngsten Erholung zunächst wieder ins Minus. Dabei gibt der Index am Nachmittag nur 0,3% auf 10.455 Punkte ab. BASF erwartet milliardenschweren Buchgewinn aus dem Wintershall/Dea-Deal rund um das Öl- und Gasgeschäft des Konzerns. GlaxoSmithKline verkauft STADA insgesamt 5 Hautpflegemarken und ein Hustenmittel für einen hohen zweistelligen Millionen-Pfund-Betrag.

Nach der kräftigen Kurserholung der vergangenen Tage notiert die Aktie von BASF heute im Dividenden-Index wieder im Minus bei 61,90 Euro. Der Chemiekonzern kann sich dem Finanzvorstand zufolge im 2.Quartal auf einen ordentlichen Kapitalzufluss freuen. Das Unternehmen rechne aus der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea mit einem Buchgewinn in einem "einstelligen Milliardenbetrag", sagte jüngst der BASF-Manager der "Börsen-Zeitung". Auch die Nettoverschuldung des Konzerns werde sich um einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag verringern, nachdem die fusionierte Wintershall Dea ihre Finanzierung auf eigene Beine gestellt habe. Mit dem Anfang Mai beschlossenen Ausstieg aus dem Öl- und Gasgeschäft verliert das Unternehmen allerdings auch ertragsstarke Geschäftsaktivitäten. Das verbleibende Portfolio soll die Lücke aber schließen. Wir haben in den vergangenen Jahren in Cash-flow-starkes Geschäft investiert, betonte der Finanzchef. Zudem unterstrich er, dass BASF mit dem Portfolioumbau sukzessive wetterfester geworden ist. Akquisitionen können in der Chemiebranche seit einigen Jahren aber nicht mehr als preiswert bezeichnet werden, erklärte der Manager weiter. Bei Multiples von 12 bis 14 werde es zunehmend schwerer, die Kapitalkosten verdienen zu können, die BASF für den Konzern mit 10% vor Steuern ansetzt.

Die neue fusionierte Gesellschaft soll dagegen im 2ten Halbjahr 2020 an die Börse gebracht werden. Dabei werden die Ludwigshafener vor dem IPO mit knapp 73% an dem Unternehmen beteiligt sein. Nach dem Schritt an den Kapitalmarkt will BASF noch die Mehrheit an Wintershall Dea halten, im Nachgang plant der Konzern sich aber von weiteren Anteilen zu trennen. Außerdem wurden am 6.Mai alle Investoren mit einer großzügigen Dividende von 3,20 Euro für 2018 verwöhnt. Bei dem gegenwärtigen Kursniveau ergibt sich damit weiterhin eine äußerst attraktive Kapitalrendite von 5,1%. Von den jetzt angekündigten Barmittelzuflüsse dürfte aber nicht nur das von BASF zuletzt schwächelnde Chemiegeschäft profitieren sondern möglicherweise sogar auch eine Sonderdividendenausschüttung anstehen.



Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Als einer der heutigen Tagesgewinner im Dividenden-Index präsentiert sich die Aktie von GlaxoSmithKline wieder mit 0,9% im Plus bei 17,80 Euro. Der britische Pharmakonzern will sich von weiteren Geschäftsteilen trennen und hat daher am Freitag angekündigt, insgesamt 5 Hautpflegemarken sowie ein Hustenmittel an den Generikahersteller STADA verkaufen zu wollen. Das deutsche Unternehmen will damit sein Consumer-Health-Geschäft in Europa sowie in ausgewählten Märkten in Asien-Pazifik und Lateinamerika ausbauen. STADA bezahlt für das Portfolio laut der Nachrichtenagentur Reuters einen hohen zweistelligen Millionen-Pfund-Betrag. Glaxo selbst kommt mit dem Verkauf seinen Zielen wieder ein Stück näher, sich letztlich nur noch auf die rentablen Geschäfte rund um verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe zu konzentrieren. Zwar treibt der Pharmahersteller seinen Umbau inzwischen schon einige Jahre voran, grundlegende Veränderungen werden aber immer nur langsam sichtbar.

Dabei muss Glaxo seinen Anteilseignern schon seit geraumer Zeit anhaltend stagnierende Wachstumsraten für das Kerngeschäft vermelden. Und dies trotz strategisch sinnvollen Zukäufen, unter anderem zur Stärkung der eigenen Krebstherapien. Dafür erhalten die Aktionäre aber auch eine nach wie vor sportliche Dividende von 0,80 GBP (0,90 Euro). Einziger Hoffnungsschimmer für ein noch höheres Dividendenniveau wäre allerdings nur bei spektakulären Nachrichten aus der Forschung- oder Entwicklungsabteilung oder der prall gefüllten Produktpipeline zu erwarten. Bis dahin können sich die Investoren aber mit einer durchaus stattlichen Rendite von aktuell 5,0% zufrieden geben.

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