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Von TraderFox
25. Oktober 2019

Der jüngste Anstieg und das damit verbundene Rekordhoch wird vom QIX Dividenden Europa Index am Freitag erst einmal verdaut. Dabei gibt der Index bis zum Nachmittag um gut 0,5% auf 11.015 Punkte ab. AXA stößt Bankengeschäfte in Belgien ab und bietet trotz laufendem Konzernumbau über 5% Dividende. Versicherungsholding Sampo will Anfang 2020 über eine neue Ausschüttungspolitik im Interesse der Aktionäre entscheiden.

Nach ihrem gestern markierten Jahreshoch präsentiert sich heute im Dividenden-Index die AXA-Aktie leicht im Minus bei 24,20 Euro. Die französische Versicherungsgesellschaft will sich von einem Großteil ihres Bankengeschäfts in Belgien trennen. Die AXA Bank Belgium sei für 620 Mio. Euro an die belgische Crelan Bank verkauft worden, teilte das Unternehmen heute mit. Von der Summe würden 540 Mio. Euro in bar gezahlt. Der Verkauf des Bankgeschäfts werde das Ergebnis im Gesamtjahr 2019 allerdings mit 600 Mio. Euro belasten, so AXA. Im Rahmen des Deals übernehmen die Franzosen zudem einen Anteil von 9,99% an Crelan sowie der AXA Bank Belgium für insgesamt 90 Mio. Euro. Auch läuft es für den weltweit aktiven Versicherer derzeit gut. Allein im 1.Halbjahr legten die Gesamterträge bereinigt um 4% auf 57,95 Mrd. Euro zu. Insgesamt waren die Zahlen aber von der laufenden Transformation des Unternehmens geprägt gewesen. Dabei verschiebt sich mit der Integration der XL Group zur Sparte AXA XL und der Veräußerung von Anteilen der AXA Equitable Holdings (EQH) das Gewicht deutlich auf das Sachversicherungsgeschäft Property & Casualty. Bei AXA erzielt die Schaden/Unfallversicherungssparte mittlerweile auch einen Großteil der Umsatzerlöse. Laut Analysten macht die Gesellschaft operativ aber gute Fortschritte, wenngleich negative Einmaleffekte zu Belastungen geführt hätten. Die Aktie selbst wird trotz jüngstem Anstieg weiterhin nur mit einem 2020er KGV von 9 bewertet, und auch die aktuelle Dividendenrendite von 5,5% ist äußerst stattlich.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld verbucht im Dividenden-Index auch die Aktie von Sampo leichte Abgaben und notiert dabei aktuell bei 35,75 Euro. Das Management der finnischen Versicherungsholding hat in dieser Woche angekündigt, die bisher aktionärsfreundliche Dividendenpolitik künftig überdenken zu wollen. Sampo habe in den zurückliegenden Jahren die Dividende je Aktie stets angehoben, erklärte der Vorstand in einem Statement. Doch das gegenwärtige Umfeld mit anhaltend negativen Zinsen bei Staatsanleihen, werde dazu führen, das höhere Ausschüttungen nicht mehr im Interesse der Aktionäre sein dürften. Zuvor hatte die Sampo-Tochter und die zugleich größte skandinavische Bank Nordea mitgeteilt, eine Änderung ihrer Ausschüttungspolitik vorzunehmen. Das Management der Finanzholding reagierte jedenfalls darauf, auch um die Erwartungshaltung der Anteilseigner ein wenig zu dämpfen. Die Ankündigung soll dem Unternehmen zufolge aber keinen Einfluss auf die Jahresprognosen für 2019 haben. Dennoch dürfte für das laufende Geschäftsjahr ohne Ausschüttungen der Tochter Nordea eine Dividende in einer Spanne von 2,10 bis 2,30 Euro herausspringen, nachdem von Sampo zuletzt insgesamt 2,85 Euro ausgezahlt wurden. Letztlich dürfte die Holding damit weiterhin auf eine Ausschüttungsquote von gut 50%, bezogen auf den Unternehmensgewinn, kommen. Über eine Anpassung der bisherigen Dividendenpolitik soll dann aber erst im Februar 2020 entschieden werden.

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