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Von TraderFox
27. Januar 2020

Die sich zuspitzenden Sorgen vor der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus und eingetrübte Konjunkturdaten belastet am Montag den QIX Dividenden Europa Index deutlich. Am Nachmittag liegt er dabei mit 1,8% im Minus bei 11.450 Punkten. Air Liquide will künftig seinen medizinischen Bereich mit digitalen Innovationen erweitern und dürfte für 2019 eine unveränderte Dividende ausschütten. Gelungene Neuausrichtung und die jüngsten Quartalsgewinne lassen H&M-Vorstand wieder optimistischer in die Zukunft blicken.

Nach den deutlichen Zugewinnen der letzten Monate zeigt sich am Montag im Dividenden-Index die Air Liquide-Aktie erstmal wieder kräftiger im Minus bei 128,35 Euro. Damit notieren die Papiere des französischen Herstellers von Industrie- und Flüssiggasen aber weiterhin nur knapp unter ihrem jüngsten Rekordhoch. Zuletzt hatte das Management des Unternehmens, das neben dem Gesundheitswesen unter anderem auch die weltweite Öl- und Stahlindustrie sowie eine Vielzahl an Papier, Glas- und Halbleiterproduzenten beliefert, seine medizinischen Dienstleistungen in Europa ausweiten zu wollen. Air Liquide werde seine Behandlungsangebote gerade für chronische kranke Patienten angesichts der steigenden Nachfrage weiterentwickeln, sagte der Vorstand im Dezember. Dabei gehe es vor allem um personalisierte Services, die sich aus neuesten technologischen und digitalen Innovationen ergeben. Die Gesundheits-Sparte des Unternehmens verkauft an derzeit bis zu 15.000 Kliniken und Krankenhäuser hauptsächlich medizinisch eingesetzte Gase, dazu Hygieneprodukte und auch medizinische Ausrüstung. Zudem werden von Air Liquide weltweit bis zu 1,6 Mio. Patienten mit den angebotenen Dienstleistungen zu Hause versorgt. Und diese Geschäfte summierten sich zuletzt auf 3,48 Mrd. Euro an Erlösen.

Bezogen auf den gruppenweiten Jahresumsatz von rund 21,01 Mrd. Euro waren dies aber nur knapp 17%. Zudem schüttete das Management vom Unternehmensgewinn in Höhe von 2,11 Mrd. Euro gut 1,15 Mrd. an Dividenden aus, die Quote lag damit bei etwas über 50%. Dennoch ergibt sich für die Aktie derzeit dank des jüngsten Kursanstiegs nur noch eine Dividendenrendite von 2,1%. Zumal für 2019 angesichts des für Air Liquide teils schwierigem Marktumfeldes eine eher unveränderte Gewinnbeteiligung in Höhe von 2,64 Euro erwartet wird.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.

Im heutigen Marktumfeld verbucht im Dividenden-Index auch die Aktie von Hennes & Mauritz-Aktie (H&M) deutliche Abgaben und steht damit aktuell bei 17,45 Euro. Für die Aktionäre der schwedischen Modekette dürften die jüngsten Quartalszahlen sehr ermutigend gewesen sein. Immerhin konnte der Jahresumsatz dank des starken Schlussquartals um 11% gegenüber dem Vorjahr auf 233 Mrd. SEK (22,1 Mrd. Euro) gesteigert werden. Damit scheint sich jedenfalls operativ der Turnaround des Unternehmens anzudeuten. Nachdem der Gewinn bereits im 3.Quartal erstmals seit mehr als 2 Jahren wieder zugelegt hatte. H&M musste dabei zeitweise deutliche Gewinneinbrüche hinnehmen und auch der Aktienkurs ging zwischenzeitlich teils massiv nach unten. Der Grund hierfür war vor allem die relativ späte Reaktion der Schweden auf zunehmende Konkurrenz durch reine Online-Händler und billigere Anbieter. Dazu kamen noch weitere Probleme, die sich letztlich auch in einer zu langen und ineffizienten Produktionskette des Modehändlers widerspiegelte. Zuletzt hatte die digitale Neuausrichtung von H&M mit einer neuen Online-Plattform und einem neuen Logistiksystem vielen Investoren jedenfalls Hoffnung gemacht. Das Management blickt derweil auch wieder viel optimistischer in die Zukunft.

Allerdings hat die laufende Umstrukturierung des Unternehmens ordentlich Geld gekostet und damit auf das operative Ergebnis gedrückt. Letztlich dürfte es für 2019 zunächst auch eine etwas niedrigere Dividendenzahlung geben, nachdem die Ausschüttung in den letzten 5 Jahren mit 9,75 SEK (0,92 Euro) stabil geblieben war. In dieser Zeit erzielten alle Anteilseigner auch eine durchschnittliche Rendite von 4,4%. Sollte vom Vorstand also für das vergangene Jahr von H&M wie erwartet eine Dividende von 9,68 SEK (0,91 Euro) zahlen, dann läge die aktuelle Rendite sogar bei 5,2%.

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