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Von TraderFox
28. Oktober 2019

Positive Nachrichten bezüglich des US-chinesischen Handelsstreits und zum Brexit treiben am Montag den QIX Deutschland wieder an. Der Index legt dabei bis zum Nachmittag um 0,8% auf 13.505 Punkte zu. Infineon setzt ungeachtet der laufenden Handelskonflikte mit Tochter Cypress auf lukrative Chip-Geschäfte in wichtigen Zukunftsmärkten. Autozulieferer HELLA bestätigt trotz gegenwärtiger Wachstumsdelle den Ausblick für 2019/20 und wirtschaftet dennoch profitabel.

Deutliche Zugewinne verzeichnet im Qualitäts-Index heute die Aktie von Infineon. Aktuell steigt sie dabei um 1,6% auf 17,85 Euro. Der Chipproduzent profitiert damit von den am Freitag vorgelegten und stark ausgefallenen Zahlen des US-Konkurrenten Intel. Dabei leiden die Münchner nach wie vor unter dem laufenden amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt. Zusätzlich dazu könnten sich demnächst auch noch die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und der EU verschärfen. Die US-Regierung will diesbezüglich am 14.November darüber entscheiden, wie mit den schon angekündigten Automobilzöllen weiter verfahren wird. Kommt es hierbei aber zu keinen versöhnlichen Lösungen, dann dürften neue Zölle Infineon durchaus hart treffen. Immerhin erzielt das Unternehmen mittlerweile fast die Hälfte seiner globalen Erlöse von zuletzt 2,02 Mrd. Euro im Automobilsektor. Mit hochmodernen Chips und der jüngsten Übernahme des kalifornischen Halbleiterherstellers Cypress Semiconductor will das Management aber neben der steigenden Produktion von E-Automobilen auch von anderen Wachstumstrends profitieren. Mit Cypress verschaffen wir Infineon eine noch bessere Ausgangsposition in wichtigen Zukunftsmärkten und beschleunigen unser Tempo, hatte zuletzt der Vorstand erklärt.

Mit der neuen Tochter, die immerhin gut 9 Mrd. USD gekostet hat, hofft das Unternehmen dabei auf einen besseren Zugang zum lukrativen Chip-Geschäft mit der Vernetzung und Steuerung von Haushaltstechnik wie Heizungen, Beleuchtung oder Kühlschränken. Ob sich diese Entwicklung bereits auf die Ergebnisse auswirkt, wird zunächst der 12.November zeigen, wenn Infineon seine Quartalszahlen veröffentlicht. Die Aktie des Halbleiter-Spezialisten wird aber ungeachtet der jüngsten Erholung weiterhin nur mit einem 2020er KGV von gut 16 bewertet. Im Zuge der letzten Dividendenerhöhung ergibt sich zudem auch eine überschaubare Rendite von 1,5%. Die Münchner erwirtschaften obendrein eine hohe Eigenkaptalrendite von über 17% und sind mit einer Eigenkaptalquote von 59% finanziell bestens aufgestellt. Damit entspricht sie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Ebenfalls gut behaupten kann sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von HELLA. Aktuell klettert das Papier dabei um 1,7% auf 45,65 Euro. Der Automobilzulieferer hat ungeachtet des zukunftsträchtigen Geschäftsmodells, das in erster Linie auf Fahrzeugelektronik und Lichtsysteme ausgerichtet ist, derzeit Wachstumsprobleme. Dazu trägt im Wesentlichen die aktuelle Schwäche des Automobilsektors bei, der die andauernden Unsicherheiten rund um den Brexit und die globalen Handelsstreitigkeiten weiter zu spüren bekommt. Folglich gab der Umsatz bei HELLA im 1.Quartal des neuen Geschäftsjahres 2019/20 (31.Aug.) um 5,5% auf 1,56 Mrd. Euro nach. Insgesamt erzielte das Unternehmen mit 7,2% dabei aber eine relativ robuste EBIT-Marge, so dass sich auch das operative Ergebnis mit 113 Mio. Euro durchaus sehen lassen konnte. Die Talsohle für die weltweiten Geschäfte könnte damit aber nun zumindest temporär erreicht sein. Zwar sieht der Vorstand des führenden Lieferanten im Automobilsektor noch keine generelle Belebung in der Branche, ist aber dennoch zuversichtlich, die eigenen Prognosen erfüllen zu können. Demnach will HELLA für das Gesamtjahr eine Umsatzspanne von 6,5 bis 7 Mrd. Euro nach 7,0 Mrd. Euro im Vorjahr und eine EBIT-Marge von 6,5 bis 7,5% erwirtschaften. Im Rahmen der gegenwärtigen Wachstumsdelle notiert die Aktie aber letztlich nur mit einem KGV von 13. Die Eigenkapitalrendite von zuletzt 21% und auch die Gewinnmarge von rund 10% können zusätzlich überzeugen.

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