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Von TraderFox
16. September 2019

Nach dem Drohnenangriff auf die größte Erdölraffinerie Saudi-Arabiens wird der QIX Deutschland am Montag ungeachtet der starken Vorwoche ausgebremst. Somit präsentiert sich der Index im Tagesverlauf mit 0,9% im Minus bei aktuell 13.280 Punkten. Henkel bekräftigt Investitionsprogram trotz schwächelnder Wirtschaft und dürfte in diesem Jahr nur 2% wachsen. Conti plant eine Nachhaltigkeits-Datenplattform für Kautschuk und setzt sich zudem konkrete Umweltschutzziele.

Relativ robust zeigt sich am Montag im Qualitäts-Index die Henkel-Aktie und gibt dabei nur leicht auf 93,40 Euro nach. Die Papiere des Konsumgüterkonzerns hatten sich zuletzt deutlich erholt, nachdem vom Management im August mit Bekanntgabe der Ergebnisse zum 2.Quartal auch gleich die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt wurde. Dabei geht Henkel im Gegensatz zu früheren Einschätzungen für das 2.Halbjahr von keiner stärkeren Belebung der industriellen Nachfrage aus. Für das Klebstoffgeschäft der Sparte Adhesive Technologies, das hauptsächlich Industriekunden aus der Automobil-, Elektronik- und Verpackungsbranche beliefert, wird folglich ein Umsatzwachstum von -1 bis 1% erwartet. Die gesenkte Prognose betrifft aber alle Sparten des Unternehmens. Wobei sich der Konzernbereich Beauty Care dem Vorstand zufolge mit einer Umsatzentwicklung von -2 bis 0% ebenfalls unter den ursprünglich angestrebten Zielen entwickeln dürfte. Allein für Henkels weltweites Laundry & Home Care-Geschäft, in dem vor allem Wasch- und Reinigungsmittel produziert werden, soll in 2019 weiterhin ein Wachstum von 2 bis 4% einfahren werden. Und da der Markenhersteller ungeachtet der sich eintrübenden wirtschaftlichen Entwicklung sein angekündigtes jährliches Investitionsprogram (300 Mio. Euro) in Wachstum und Digitalisierung fortsetzt, ist kurzfristig auch nicht mit Besserung der Zahlen zu rechnen. Der Vorstand will aber mit dem Investitionspaket in erster Linie wichtige Wachstumschancen mit Henkel in den Konsumgütermärkten nutzen und dazu auch die digitale Transformation des Konzerns stärker vorantreiben. Auch soll die Einführung neuer Marken und Innovationen künftig noch weiter beschleunigt und die Effizienz konzernweit erhöht werden.

Für langfristig orientierte Investoren bietet die Henkel-Aktie aber durchaus weiteres Aufwärtspotenzial. Zumal eine geänderte Dividendenpolitik zugunsten der Aktionäre ab 2019 mit der Erhöhung der Ausschüttungsquote auf 30 bis 40% angekündigt wurde. Das KGV liegt dabei trotz der jüngsten Erholung bei überschaubaren 16. Zudem ist das Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote von 57% äußerst konservativ finanziert. Auch glänzt Henkel operativ neben der EBIT-Marge von über 15% auch mit einer hohen Eigenkapitalrendite von 13%. Dank dieser starken Kennzahlen erfüllt die Aktie wichtige Aufnahmekriterien im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Die Aktie von Continental verliert heute im Qualitäts-Index dagegen etwas kräftiger und notiert aktuell bei 124,80 Euro. Der Reifenhersteller will gemeinsam mit seinem französischen Konkurrenten Michelin die ökologischen Folgen des Kautschuk-Anbaus genauer im Blick behalten. Beide Firmen planen dafür ein Joint Venture, dessen Ziel die Abbildung von Nachhaltigkeitspraktiken in der Naturkautschuk-Lieferkette ist. Dazu solle eine technische Lösung entstehen, teilten die Autozulieferer Ende letzter Woche mit. Auch das französische Software-Unternehmen SMAG will sich mit beteiligten. Für Continental ist Kautschuk ein zentraler Rohstoff in der Reifenproduktion und wird in großen Plantagen oft als Monokultur betreiben. Um mehr Platz für Kautschukbäume zu schaffen, wird dabei häufig neben der Rodung von Waldflächen auch die Räumung von Siedlungen in Kauf genommen. Beide Unternehmen planen aus diesem Grund den Start der "Rubberway" genannten Plattform noch in diesem Jahr. Sie soll zur Analyse von Praktiken und Risiken bezüglich der Umwelt, sozialen Natur sowie gesellschaftlichen Verantwortung entlang der gesamten Liefer- und Produktionskette der Naturkautschukindustrie herangezogen werden, teilten Continental und Michelin weiter mit. Auch andere Unternehmen der Naturkautschuk-Industrie könnten die "Rubberway"-Daten verwenden.

Erst in der vergangenen Woche hatte der deutsche Autozulieferer auf der Automesse IAA in Frankfurt seine neue Klima- und Umweltstrategie vorgestellt. Dabei soll in allen Werken bis zum Jahr 2040 vollständig CO2-neutral produziert werden. Die Mobilität der Zukunft muss klimafreundlich, wirtschaftlich und sozial sein, erklärte der Conti-Vorstand. Eine ausgeglichene CO2-Bilanz sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von Vorteil. Als Zwischenschritt will das Unternehmen an seinen Standorten bis Ende kommenden Jahres ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen einsetzen.

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