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Von TraderFox
24. Juni 2019

Enttäuschende Ifo-Geschäftsklimadaten und weiterhin politische Unsicherheiten belasten am Montag den QIX Deutschland. Dabei präsentiert sich der Index am Nachmittag mit 0,2% im Minus bei 12.905 Punkten. Vorstand der Software AG will das Unternehmen mit neuen Strategien zurück auf den Wachstumspfad bringen. Merck will mit Versum-Zukauf ein führender Anbieter für die globale Halbleiter- und Displayindustrie werden und so die derzeitige Spartenschwäche überwinden.

Mit einem deutlichen Zugewinn von 2,6% auf 31,05 Euro hat sich heute im Qualitäts-Index die Aktie der Software AG zu einem der Tagesgewinner entwickelt. Der Softwaredienstleister bringt es zum zwanzigjährigen Börsenjubiläum derzeit nur auf einen Börsenwert von rund 2,2 Mrd. Euro. Allerdings scheinen die Investoren von der neuen Unternehmensstrategie des Vorstandes in Anbetracht der schwachen Kursentwicklung des letzten Jahres nicht ganz überzeugt zu sein. Zwar wurde das jüngste Projekt Helix vom Management mit viel Tamtam Anfang 2019 angekündigt, bei den weltweit angesiedelten Kunden der Software AG kommen die Anwendung scheinbar bisher aber noch nicht an. Somit könnte sich der seit Jahren dahinziehende Schrumpfkurs im Datenbanken-Geschäft des Unternehmens durchaus fortsetzen. Das Ertragsniveau ist zwar weiterhin stabil und auch der freie Cashflow sprudelt weitgehend unvermindert. Die Erlöse hingegen pendeln seit 5 Jahren nahezu unverändert zwischen 850 Mio. und 879 Mio. Euro.

Auch wenn der Vorstand immer wieder betont, dass er die Software AG wieder auf den Wachstumspfad zurückführen wolle. Stärkeres Umsatzwachstum dürfte nicht vor 2021 zu erwarten sein. Hoffnung in dieser Richtung macht vor allem das jüngst angeschlossene 1.Quartal, in dem der Umsatz des Softwareanbieters überraschenderweise um 8% auf 201,4 Mio. Euro zulegen konnte. Ausschlaggebend hierfür waren unerwartet hohe Lizenzumsätze der Sparte Adabas & Natural aufgrund vorzeitiger Abschlüsse großer Kundenverträge gewesen. Die anderen Bereiche der Software AG schnitten zum Jahresstart allerdings weniger gut als erwartet ab. Allein der Umsatz mit Softwarelösungen für die Integration digitaler Prozesse (DPB) legte lediglich um 1% auf 90,5 Mio. Euro zu. Die Erlöse mit Anwendungen für das Internet der Dinge (IoT) sowie für die Vermietung im Internet (Cloud) stiegen aber um 49% auf 9,5 Mio. Euro.

Dessen ungeachtet wird die Aktie der Software AG an der Börse derzeit nur mit einem niedrigen KGV von 14 bewertet. Dazu erwirtschaftet das Unternehmen trotz Neustrukturierung eine beachtliche EBIT-Marge von 26% und eine robuste Eigenkapitalquote von 13%. Damit befindet sich die Aktie zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ebenfalls leicht mit 1,7% im Plus bei 93,30 Euro zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Merck-Aktie. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte vergangene Woche die Erlaubnis zur geplanten Übernahme des Halbleiterzulieferers Versum von den Anteileignern der US-Gesellschaft erhalten. Die Investoren stimmten dem Deal bei einer außerordentlichen Hauptversammlung wie erwartet zu. Daraufhin begrüßte der Vorstand der Darmstädter die Entscheidung und betonte erneut, dass der Zusammenschluss vor allem für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre langfristige Vorteile bringen werde. Der gesamte Transaktionswert jedenfalls beläuft sich letztlich auf gut 5,8 Mrd. Euro. Und zur Finanzierung des Zukaufs hatte Merck erst am 18.06. eine Hybridanleihe im Volumen von 1,5 Mrd. Euro am Markt platziert. Das Management will die Übernahme, die sich unmittelbar auf die derzeitige Profitabilität auswirken soll, auch bereits im 2ten Halbjahr abschließen.



Merck selbst plant damit in erster Linie sein Spezialchemiegeschäft auszubauen, das bei Flüssigkristallen etwa für Smartphone-Displays unter anhaltender asiatischer Konkurrenz leidet. Und dass dort die einst unumstrittene Marktstellung weltweit bröckelt, gilt gegenwärtig als größte Baustelle innerhalb des Konzerns. Das fusionierte Geschäft von Merck und Versum jedenfalls soll einen führenden Anbieter von Elektronikmaterialien für die globale Halbleiter- und Displayindustrie hervorbringen. Immerhin erzielte Versum 2018 einen Umsatz von 1,4 Mrd. USD (1,23 Mrd. Euro). Unterstützung kommt zusätzlich auch von Analystenseite, die Merck`s Halbleiter-Aktivitäten innerhalb der Performance Materials-Sparte für weiterhin am aussichtsreichsten halten.

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