fb-qix
35
Von TraderFox
01. Juni 2021

Die gute Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone treibt am Dienstag den QIX Deutschland auf neue Höchststände. Am Nachmittag verbucht er dabei Zuwächse von 1,0% auf 16.140 Punkte. Weiterhin hohe Nachfrage nach E-Mobilitäts-Komponenten vor allem in China treibt Geschäftserholung bei Zulieferer Schaeffler voran. Merck bringt neues synthetisches Cholesterinprodukt gut 9 Monate früher auf den Markt, um den derzeit hohen Bedarfs an Lipiden zu decken.

Angesichts der weiterhin positiven Marktstimmung gehört am Dienstag im Qualitäts-Index die Schaeffler-Aktie mit +2,2% zu den Tagesgewinnern und steht damit aktuell bei 7,84 Euro. Immerhin wurde das Management des Auto- und Industriezulieferers im Zuge guter Geschäfte innerhalb der ersten 3 Monate in den zurückliegenden Wochen immer optimistischer. Letztlich könnte für 2021 nach der zuletzt durchwachsenen und teils schwierigen Krisenzeit in der Automobilbranche wieder ein unerwartete hohes Umsatzwachstum von mehr als 10% sowie eine operative Marge von 7 bis 9% in den Büchern stehen. Bislang hatte das Unternehmen nur mit einem Umsatzplus von etwas mehr als 7% gerechnet. Darüber hinaus geht Schaeffler aktuell auch von einem Anstieg der globalen Produktion von Pkws und leichten Nutzfahrzeugen um rund 10% auf 82 Mio. produzierte Fahrzeuge aus. Vor allem aber die zuletzt positive Entwicklung in China spielte dem Zulieferer zum Jahresstart in die Karten, aber auch Kostensenkungen halfen unter dem Strich wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Der Überschuss lag im jüngsten Quartal jedenfalls bei 235 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor wurde von der Gruppe unter anderem wegen einer Wertminderung in der Automotive-Sparte aufgrund der Pandemie noch einen hoher Verlust von 186 Mio. Euro ausgewiesen. Schaeffler bekam aber die weiterhin hohe Nachfrage nach Elektromobilitäts-Komponenten insbesondere in China zu spüren. Allein diese Sparte legte umsatzseitig um fast 27% zu. Wir sehen weiter deutliche Fortschritte bei der E-Mobilität, vor allem beim Auftragseingang, betonte jüngst der Vorstand. Ein Bremsklotz sei jedoch der weltweite Mangel an Chips.



Während es aber in der Asien-Pazifik-Region und Amerika für die Franken, die mit ihren Produkten unter anderem auch Windradproduzenten beliefern, zuletzt wieder rund lief, stagnierten die Erlöse in Europa. Dennoch wird Schaeffler als kompetenter Partner für verschiedene Märkte von seinen internationalen Kunden geschätzt. Und das von Corona stark beeinflusste Geschäftsjahr 2020 wurde zwar nur mit Verlusterträgen überstanden, davor wurden aber immer solide Eigenkapitalrenditen erzielt, die meist über 20% lagen. Auch die operativen Margen erreichten dabei um die 10%. Mit diesen Kennzahlen erfüllt die Aktie jedenfalls wichtige Kriterien im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Eine starke Kursentwicklung hat im Qualitäts-Index in den zurückliegenden Wochen die Aktie von Merck hingelegt. Und auch heute notiert sie mit 1,2% im Plus bei 149,40 Euro und damit fast auf einem neuen Jahreshoch. Unterstützung kommt dabei von der Nachricht, dass der Pharma- und Spezialchemieanbieter den weltweiten Herstellern von Corona-Impfstoffen mit einem neuen Produkt unter die Arme greift. Das Unternehmen habe 9 Monate früher als geplant ein neues, synthetisches Cholesterinprodukt zur Deckung des hohen Bedarfs an Lipiden auf den Markt gebracht, teilte Merck hierzu in der letzten Woche mit. Produziert werden soll es am Schweizer Standort Schaffhausen sowie im amerikanischen St. Louis. Derzeit sind Lipid-Nanopartikel als wichtige Ausgangsstoffe unter anderem für Covid-19 Impfstoffe am Markt knapp, und nur wenige Unternehmen verfügen über die Fähigkeiten zur Produktion der Stoffe. Mit der Einführung unseres neuen synthetischen Cholesterinprodukts “SAFC“ haben wir unsere Kapazität um das 50-fache erhöht und können so Biopharma-Hersteller dabei unterstützen, lebensrettende Therapien schneller zu den Patienten zu bringen, sagte der Leiter der Geschäftseinheit Process Solutions im Unternehmensbereich Life Science von Merck.

Aktuell beliefern die Darmstädter eigenen Angaben zufolge mehr als 50 weltweite Corona-Impfstoffentwickler neben Lipiden auch mit Einwegbeuteln, Membranen und Filtern für die jeweilige Vakzin-Produktion. Erst Anfang Februar hatte der Pharmaproduzent eine Erweiterung seiner strategischen Partnerschaft mit dem Mainzer Hersteller Biontech bekanntgegeben, wodurch die Liefermenge von Lipiden durch Merck bis Ende 2021 deutlich gesteigert werden soll. Die fettartigen Moleküle sind unter anderem deswegen so wichtig, da hierdurch die Wirkstoffe des Impfstoffes im Körper freigesetzt werden können. Zu den wenigen anderen deutschen Firmen, die Lipide an die Biotechfirma Biontech liefern, zählt das Essener Spezialchemie-Unternehmen Evonik.

Teilen

TraderFox
TraderFox
Realtime Stock Screening

Die TraderFox GmbH ist eine Tochterfirma von finanzen.net und Axel Springer. Wir erforschen Börsenerfolg und erstellen regelbasierte Portfoliokonzepte zu den besten Anlagestrategien der Börsengeschichte mit dem Ziel den Markt langfristig deutlich zu schlagen.

Unsere Redakteure berichten in den Kategorien Marktberichte Deutschland und Marktberichte International über das aktuelle Börsengeschehen