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Von TraderFox
20. November 2018

Angesichts zunehmender Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum und Italiens Staatshaushalt zeigt sich der QIX Deutschland am Dienstag wieder deutlich zurückhaltend. Folglich verbucht der Index dabei bis zum Nachmittag ein Minus von 1,3% auf 12.365Punkte. SAP will mit dem Zukauf des Roboter-Softwarespezialisten Contextor die künftige Automatisierung interner Geschäftsprozesse beschleunigen. Höhere 2020er Planzahlen des HUGO BOSS-Managements begeistern Analysten.

Leichte Abgaben auf aktuell 87,90 Euro verzeichnet heute im Qualitäts-Index die SAP-Aktie. Der Softwarekonzern hat kurz nach der bislang größten Übernahme des US-Softwarespezialisten Qualtrics erneut einen Zukauf angekündigt. Demnach will SAP das französische Softwareunternehmen Contextor, einen Anbieter von Softwarelösungen für robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) übernehmen. Contextor wurde im Jahr 2000 gegründet und bietet Kunden eine spezielle Geschäftssoftware an, die mit ihren interaktiven Anwendungs-Assistenten und eigenständigen Bots bei sich wiederholenden Tätigkeiten eingesetzt wird. Zu den langjährigen Kunden gehören dabei unter anderem Banken und Versicherungen sowie Einzelhändler und Telekommunikationskonzerne. Mit der geplanten Akquisition plant SAP das eigene Produkt-Portfolio im Bereich Machine-Learning zu erweitern. Unternehmensangaben zufolge soll die Lösung von Contextor zukünftig mit der SAP Cloud Platform, SAP Conversational AI (Spracherkennung) und Funktionen für die Dokumentenverarbeitung verknüpft werden. In Zukunft soll RPA letztlich bei allen Software-Produkten des Konzerns Anwendung finden, um Geschäftsprozesse stärker zu automatisieren und damit auch zu vereinfachen.

Spätestens im ersten Halbjahr 2019 soll RPA auch in die Datenbanksoftware des Unternehmens SAP S/4Hana integriert sein. Weitere Anwendungen sollen danach folgen. SAP selbst will in den nächsten 3 Jahren rund die Hälfte aller Geschäftsprozesse in ihren Kernanwendungen automatisiert haben. Die Übernahme von Contextor ist ein wichtiger Schritt hin zu einer durchgängigen Prozessautomatisierung in unseren Anwendungen - allen voran natürlich SAP S/4Hana, betonte der Leiter des SAP Bereichs Machine-Learning. Über den Kaufpreis haben beide Unternehmen indes Stillschweigen vereinbart.

Derweil zeigt die SAP-Aktie nach dem jüngsten Rückgang nur eine moderate Bewertung. Zwar liegt das 2019er KGV derzeit bei 20, für ein Wachstumsunternehmen ist das aber bei weitem nicht zu teuer. Der Software-Anbieter ist zudem mit einer Eigenkapitalquote von fast 60% finanziell solide aufgestellt. Auch operativ kann neben der beachtlichen EBIT-Marge von 21%, die Eigenkapitalrendite von 16% durchaus überzeugen. Die Aktie entspricht damit wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Im Qualitäts-Index befindet sich heute auch die HUGO BOSS-Aktie im Minus bei 59,90 Euro. Die DZ Bank hat den fairen Wert der Aktie nach dem jüngsten Investorentag von 69 auf 72 Euro angehoben und die Einstufung auf "Kaufen" belassen. Nach den neuen Planzahlen des Managements für die kommenden vier Geschäftsjahre bis Ende 2022 haben sie ihre Ergebnisschätzungen leicht nach oben angepasst, schrieben die Analysten in einer Studie. Die Experten lobten mit Blick auf die Aktie des Modeunternehmens zudem die attraktive Dividendenrendite.

Der Vorstand von HUGO BOSS hatte in der vergangenen Woche bei einer Investorenveranstaltung versprochen, in den kommenden 4 Jahren bei Umsatz und Gewinn eine Schippe draufzulegen. Dem Manager zufolge soll dabei der Umsatz währungsbereinigt bis 2022 im Schnitt um 5 bis 7% pro Jahr zulegen. Die Hoffnungen des Modekonzerns ruhen hierbei vor allem auf einem noch stärkeren Wachstum in Asien, dem Ausbau der Marke Hugo sowie der noch stärkeren Verzahnung mit dem Onlinegeschäft. Immerhin soll der Gewinn von HUGO BOSS dabei deutlich schneller steigen als die geplanten Erlöse. Zudem will der Konzernchef das Geschäft in den eigenen Läden stärken, die eigenen Modekollektionen weniger komplex halten sowie die Rabatte und das Outletgeschäft runter fahren. Zusätzlich ist noch ein Programm zur Effizienzsteigerung geplant. Hierdurch soll in erster Linie die Profitabilität verbessert werden. Bis 2022 soll die operative Marge (EBIT) so einen Wert von 15% erreichen. Das wären immerhin fast 3% mehr als das, was der HUGO BOSS-Vorstand für das laufende Geschäftsjahr eingeplant hat. Dagegen bleibt bei der Dividendenpolitik alles beim Alten. Künftig will das Unternehmen wie bisher 60 bis 80% des Gewinns an die Aktionäre verteilen.

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