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Von TraderFox
26. Februar 2021

Die heutigen Äußerungen aus den Reihen der EZB haben die wachsenden Inflationssorgen am Aktienmarkt am Freitag ein wenig gedämpft. Dennoch liegt der QIX Deutschland am Nachmittag mit 0,6% im Minus bei 14.965 Punkten. Investoren setzten bei RATIONAL trotz schwachem 2021er Umsatzausblick weiterhin auf langfristiges Wachstum. Chemiespezialist Evonik unterstützt Covid-19-Impfstoffhersteller Biontech mit seiner Lipid-Produktion und bietet nach wie vor 4,2% Dividende.

Im Qualitäts-Index zeigt sich am Freitag die RATIONAL-Aktie nach dem kürzlich frisch markierten Rekordhoch relativ stabil und dabei leicht im Plus bei 724,00 Euro. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg war neben der Hoffnung auf eine zügige Rückkehr nach dem Pandemie-bedingten operativen Einbruch zum jahrelangen Wachstumskurs auch die anhaltend starke Marktpositionierung des Großküchengeräte-Herstellers. Der in dieser Woche vom Unternehmen gegebene Ausblick, deutet jedoch daraufhin, dass es länger dauern könnte, bis RATIONAL wieder auf seinen alten Wachstumspfad zurück findet. Die Unvorhersehbarkeit mit Blick auf die Corona-Einschränkungen verunsicherten viele Kunden vor allem in der Hotellerie und Gastronomie stark, hieß es seitens des Managements. Eine präzise Prognose sei nur schwer möglich. Der weltweit präsente Küchenausrüster geht daher für 2021 beim Umsatz lediglich von leichten Zuwächsen aus. Dagegen soll die EBIT-Marge mit gut 16% auf dem Vorjahresniveau bleiben. Dabei war das innovative Unternehmen mit seinen Geschäften von den globalen Lockdown-Maßnahmen gerade im Restaurant-, Catering- und Gastronomiebereich mit am stärksten betroffen. Da viele Kunden von RATIONAL durch die damit verbundenen Unsicherheiten nicht investieren konnten oder wollten. Allein im 1.Halbjahr waren die Erlöse jedenfalls rund 25% niedriger als im Jahr 2019 ausgefallen.

Aber selbst beim Umsatzrückgang von 43% im 2.Quartal hatte das Unternehmen, das vor allem für seine “Combi-Dämpfer“- und “VarioCookingCenter“-Produktlinie bekannt ist, erstaunlicherweise keine Verluste gemacht. Was wiederum für die weiterhin beachtlich hohe Profitabilität von RATIONAL spricht. 2021 dürfte aber Umsatzseitig von gewissen Nachholeffekten geprägt sein, der die Einbußen des letzten Jahres ein Stück weit kompensieren sollte. Die Geschäftsentwicklung hängt dabei allerdings stark von der Wiederinbetriebnahme von vielen internationalen Koch- und Restaurantunternehmen sowie deren Großküchen ab. Aber selbst wenn das Management angesichts der schwierigen Umstände weiterhin keine konkrete Prognose ausgegeben hat, so verfügt RATIONAL doch langfristig über ein enormes Marktpotenzial. Neben einer hohen Marge lag die Eigenkapitalrendite des Qualitätsunternehmens zuletzt bei robusten 34 %. Außerdem zeugt die Eigenkapitalquote von 74% von einer schuldenfreien Bilanz. Mit diesen Kennzahlen befindet sich die Aktie auch zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Gut behaupten kann sich am Freitag im Qualitäts-Index auch die Evonik-Aktie, die aktuell leicht auf 27,85 Euro zulegt. Der Spezialchemie-Hersteller konnte, wie andere Branchenunternehmen auch, den schwierigen Pandemie-Auswirkungen ein gutes Stück weit trotzen, und ist bisher beeindruckend robust durch die Krise gekommen. Vor allem durch die schon seit Jahren verstärkte Fokussierung auf das eigentliche Kerngeschäft, das gerade in unsicheren Konjunkturzeiten oftmals stabiler und profitabler ist als das Geschäft mit Standard- und Massenchemikalien, gelang es Evonik in 2020 viel besser Umsatzausfälle auszugleichen. Aufgrund des aktuell hohen Bedarfs an Stoffen für die Herstellung von Corona-Vakzinen hatten das Unternehmen zuletzt sogar seine Lipid-Produktion ausgebaut. Diese soll bereits in der zweiten Jahreshälfte im Rahmen einer Partnerschaft die Biotechfirma Biontech mit kommerziellen Mengen versorgen. Die sogenannten Lipide kommen in erster Linie bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffes BNT162b2 zum Einsatz, den Biontech zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer unter dem Namen Comirnaty vermarktet.

Evonik hilft damit die zuletzt bei der Impfstoffversorgung entstandenen Lieferschwierigkeiten der Hersteller abzufedern. Zudem dürften dem Chemiespezialisten die gegenwärtig steigenden Zinsen durchaus in die Hände spielen, da höhere Zinsen bedeuten, dass das Unternehmen in seiner Bilanz niedrigere Pensionsrückstellungen bilden muss. Insofern zählen die Essener sogar zu den größten Profiteuren in einem Umfeld anziehender Zinsen. Letztlich bleibt die Aktie von Evonik aber mit derzeit 4,2% an Dividendenrendite ein durchweg attraktives und nach unten abgesichertes Investment.

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