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Von TraderFox
07. Januar 2020

Die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran lässt am Montag den QIX Deutschland ins Minus rutschen. Dabei gibt der Index bis zum Nachmittag um 1,3% auf nunmehr 13.865 Punkten nach. Merck-Vorstand erwartet für Spezialchemiesparte dank Versum-Zukauf und stärkerer Ausrichtung auf die Halbleiterindustrie ab 2020 wieder Wachstum. Fielmann setzt bei seiner europaweiten Expansion weiterhin auf aggressive Übernahmen und organische Zuwächse.

Mit nur leichten Abgaben auf aktuell 106,85 Euro präsentiert sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von Merck. Der Vorstand des Pharma- und Technologiekonzerns ist zum Jahresstart durchaus zuversichtlich für den globalen Halbleitermarkt. Ich habe keine Glaskugel, aber ich weiß, dass die weltweite Datenmenge exponentiell wächst, aktuell mit 30%, und dazu braucht es Chips, sagte der Manager gestern der Anlegerzeitung Euro am Sonntag. Wir gehen davon aus, dass wir 2020 die Trendwende auf dem Halbleitermarkt sehen. Dabei hatte Merck erst im Herbst den US-Halbleiterhersteller Versum für rund 5,8 Mrd. Euro übernommen, und damit seine zweitwichtigste Sparte deutlich ausgebaut. Mit Versum habe man wesentliche Lücken im Portfolio geschlossen und decke nun alle Stufen der Chipherstellung ab, betonte der Konzernchef und verteidigte zugleich auch den Kaufpreis. Merck habe das 13fache des operativen Gewinns gezahlt. Im Pharmabereich hätten wir das 20- oder 25fache gezahlt, so der Manager. Auch haben wir zu einem Zeitpunkt gekauft, zu dem der Halbleiter-Index relativ günstig war. Zudem bekräftigte der Vorstand, künftig mit dem Unternehmen in allen 3 Bereichen Gesundheit, Biotechnologie und Materials profitabel wachsen zu wollen. Das operative Ergebnis soll dabei stärker steigen als der Umsatz.



Zu Spekulationen über Mercks möglichen Verkauf der Sparte Surface Solutions wollte er sich allerdings nicht äußern. Surface sei ein starkes Geschäft innerhalb der Pigmentbranche, die sich aktuell in einer temporären Abschwächung befinde, zum Beispiel im Automobilsektor. Dabei ist es dem Spezialchemieunternehmen schon in der Vergangenheit regelmäßig gelungen, anvisierte Wachstumsziele bequem zu erreichen. Während der zurückliegenden 5 Jahre sind die sie Sparten von Merck unterstützt von Zukäufen jedenfalls zusammen um rund 40% gewachsen. Das Gewinnplus war sogar noch dynamischer und hat sich währenddessen auf 3,3 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Aktuell liegt die Nettomarge des Unternehmens bei beachtlichen 23%, die EBIT-Marge beläuft sich dagegen nur auf 12%. Damit befindet sich die Aktie zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Einziger Gewinner mit einem Plus von 0,4% auf derzeit 71,75 Euro ist heute im Qualitäts-Index die Fielmann-Aktie. Die Hamburger Optikerkette hat sich in den zurückliegenden Jahren im Megatrendmarkt der Sehhilfen bestens positioniert. Angesichts der ansteigenden Bildschirmnutzungszeiten, vor allem unter jungen Menschen, dürfte das Wachstum auch zukünftig mehr als viel versprechend sein. Alleine in den ersten 9 Monaten des aktuellen Geschäftsjahres konnte Fielmann seine Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 7,5% auf 1,2 Mrd. Euro steigern. Auch der Gewinn wuchs trotz hoher Zukunftsinvestitionen um 4,4% auf 138,5 Mio. Euro. Mit seinem auf Brillendienstleistungen ausgerichteten Kerngeschäft will das Unternehmen bis 2025 immerhin Marktführer in Kontinentaleuropa werden und einen Marktanteil von gut 25% erreichen. Hierfür setzt das Management im Wesentlichen auf eine Mischung aus Zukaufen und organischem Wachstum. Derzeit wächst Fielmann diesbezüglich besonders schnell in Italien, wo zuletzt die Expansion zügig vorangetrieben wurde. Die durchaus aggressive Wachstumsstrategie schlägt sich allerdings auch in steigenden Personalkosten nieder, die sich allein im 3.Quartal um 13,5% erhöhten.

Beigetragen hat dazu aber auch die im Sommer angekündigte und strategisch wichtige Akquisition der slowenischen Optikerkette Optika Clarus mit insgesamt 26 Niederlassungen. Mit dieser kaum beachteten Übernahme hatte sich das Unternehmen letztlich den 14. europäischen Markt erschlossen. Als Marktführer im deutschsprachigen Raum forciert Fielmann sein Engagement aber auch in anderen europäischen Märkten. Und Investoren dürften sich deshalb langfristig über den profitablen Expansionsdrang sowie auch die laufende Digitalisierung des Geschäfts freuen.

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