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Von TraderFox
05. Juni 2019

Angesichts der zunehmenden Hoffnungen auf eine zügige US-Zinssenkung wird der QIX Deutschland am Mittwoch erneut beflügelt. Dabei notiert der Index am Nachmittag leicht mit 0,3% im Plus bei 12.660 Punkten. Infineon plant mit dem Zukauf des US-Konkurrenten Cypress den größten Deal in der bisherigen Unternehmensgeschichte und will danach jährlich um 9% wachsen. SAP wird von Quartalszahlen des Rivalen Salesforce angetrieben und konkretisiert Wachstumsstrategien bis 2023.

Nach dem Abverkauf der letzten Tage befindet sich heute im Qualitäts-Index die Infineon-Aktie wieder auf Erholungskurs und notiert dabei mit 0,8% im Plus bei 15,00 Euro. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hatte gestern die Einstufung für die Papiere anlässlich der geplanten Übernahme von Cypress Semiconductor auf "Buy" mit dem Kursziel von 22 Euro bestätigt. Die Offerte des Halbleiterkonzerns sei ziemlich großzügig, schrieben die Analysten in einer Studie. Es scheine aber ein strategischer Deal zu sein, um die Position in den Automobil- und Industriemärkten sowie beim Trendthema Internet der Dinge zu stärken.



Am Montag hatte Infineon angekündigt den amerikanischen Wettbewerber Cypress Semiconductor übernehmen zu wollen. Mit diesem Angebot würde der Unternehmenswert des US-Memory-Chip Herstellers bei rund 10 Mrd. USD (9 Mrd. Euro) liegen. Dabei soll es im Vorfeld noch weitere Kaufinteressenten für Cypress gegeben haben. Gemeinsam kämen die beiden Firmen weltweit auf Platz 8 unter den Microchip-Herstellern, und auf Platz 1 bei Chips für die Automobilindustrie. Und dieser Markt wächst, dank Elektromobilität und autonomen Fahren rasant. Es ist ein stolzer Preis, da ist kein Zweifel, räumte indes der Vorstand von Infineon ein. Allerdings habe sein Konzern im Vergleich zu Wettbewerbern den Vorteil, dass es diese Summe trotz des Abschwungs in der Branche finanzieren könne. Hätten andere eine ähnlich gute Ausgangsposition gehabt, wäre der Preis noch höher ausgefallen, schätzt der Manager. Derweil soll die geplante Akquisition einen positiven Einfluss auf die Finanzkraft und die Free-Cash-Flow-Marge von Infineon haben. Immerhin will das Unternehmen bis 2022 jährlich 180 Mio. Euro über Synergieeffekte einsparen.

Auch setzt Infineon nach der Übernahme die eigenen Ziele beim künftigen Umsatzwachstum auf mindestens 9% und die Marge der Konzernsparte auf 19% nach oben. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz soll sich zugleich auf nur noch 13% reduzieren. Die finanziellen Mittel für den Zukauf wollen sich die Münchner neben Fremdkapital und vorhandenen Barmitteln zum Teil auch über eine Kapitalerhöhung beschaffen. Allerdings müssen der Übernahme die zuständigen US-Aufsichtsbehörden und auch die Aktionäre von Cypress noch zustimmen. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2019 oder Anfang 2020 angedacht.

Nach dem jüngsten Kursrückgang wird die Infineon-Aktie inzwischen nur noch mit einem 2019er KGV von gut 16 bewertet. Im Zuge der letzten Dividendenerhöhung ergibt sich zudem auch eine überschaubare Rendite von 1,8%. Die Münchner erwirtschaften obendrein eine hohe Eigenkaptalrendite von über 17% und sind mit einer Eigenkaptalquote von 59% finanziell bestens aufgestellt. Damit entspricht die Aktie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Auch die SAP-Aktie klettert heute im Qualitäts-Index um 1,5% auf aktuell 112,80 Euro. Der Walldorfer Konzern profitiert dabei von den starken Geschäftszahlen, die der US-Software- und Cloudspezialist Salesforce am Vorabend veröffentlichte. Nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr rechnet das US-Unternehmen für 2019/20 nun mit einem Umsatzwachstum von 21 bis 22% auf gut 16 Mrd. USD. Aber auch SAP hat sich bis 2023 durchaus ambitionierte Ziele gesetzt. Analysten gehen dank der jüngsten Zukäufe und des sich ständig vergrößernden Produkt-Portfolios für die kommenden 5 Jahre sogar davon aus, dass der Softwareanbieter bis zu 12,7 Mrd. Euro an zusätzlichen Mitteln erwirtschaften könnte. Wie das Management aber seine hohen Ambitionen für 2023 erreichen will, wurde zuletzt auf der SAP-Entwicklerkonferenz “Sapphire“ näher erläutert. Dabei plant der Vorstand generell eine verbesserte Organisations-Struktur, die vor allem bei doppelten Markteinführungsstrategien zwischen unterschiedlichen geographischen Regionen wichtige Ressourcen freimacht, die dann wiederum für Wachstumsbereiche aufgewendet werden können. Auch sollen künftig die Bruttomargen und die Aufwendungen im Back-Office von positiven Skalierungseffekten noch stärker profitieren. Zudem rechnet SAP damit, dass sich die Zusammenarbeit mit den großen Cloud-Anbietern wie Amazon, Google und Microsoft noch positiver auswirkt. Der für 2023 angepeilte Cloud-Umsatz soll hierbei bis zu 50% über die Infrastruktur der Cloud-Partner laufen. Darüber hinaus will sich der Vorstand künftig bei kleineren Geschäftsverkäufen wieder mehr auf die Bereiche mit höheren Margen konzentrieren.

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