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Von TraderFox
10. September 2018

Der QIX Deutschland hat sich am Montag nach der insgesamt unruhigen Vorwoche aufgrund des Handelskonflikts zwischen den USA und China stabilisiert. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die wieder gute Stimmung in New York, die den Index am Nachmittag deutlich ins Plus auf 13.865 Punkte treibt. Hannover Rück-Chef rechnet nach dem Branchentreffen in Monte Carlo für 2019 mit kaum veränderten Prämienniveaus. Brüssel fürchtet bei einem Zusammenschluss des Zuggeschäfts von Siemens mit dem französischen Konzerns Alstom ein Monopol.

Zu den Tagesgewinnern im Qualitäts-Index gehört heute die Aktie der Hannover Rück. Aktuell klettert sie dabei fast auf ein neues Rekordhoch bei 119,10 Euro. Der Rückversicherer macht sich für 2019 kaum noch Hoffnung auf höhere Prämienniveaus. Angesichts der Überkapazitäten und des harten Konkurrenzkampfs dürften die Preise im Geschäft mit Erstversicherern insgesamt auf dem Niveau von 2018 verharren, kündigte der Konzernchef am Montag beim Branchentreffen in Monte Carlo an. Am Ende werde es darauf ankommen, ob es im laufenden Jahr noch weitere Großschäden gebe. Vor allem durch die Hurrikan-Serie in den USA und der Karibik in 2017 hatte die Versicherungsbranche das schwerste Naturkatastrophenjahr ihrer Geschichte erlebt. Für die Hannover Rück hielten sich die Großschäden im laufenden Jahr dagegen bisher im Rahmen. Zwar schont das die Gewinne des Rückversicherers, verschlechtert aber generell die Verhandlungsposition gegenüber den Erstversicherern. Die Prämien selbst waren in dem Geschäft von 2013 bis 2017 rückläufig, erst 2018 konnte die Hannover Rück die Preise wieder etwas anheben. Dies habe aber nur das von den Großschäden betroffene Geschäft betroffen, sagte der Vorstand. Selbst dort seien die Steigerungen geringer ausgefallen als erwartet. Dennoch sieht der Manager den Konzern für 2018 auf gutem Weg, wie geplant einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro zu erwirtschaften.

Auch nach dem jüngsten Rekordlauf wird die Hannover Rück-Aktie basierend auf den derzeitigen Gewinnschätzungen für 2019 nur mit einem KGV von 12 bewertet. Dazu ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis mit 0,8 ebenfalls weiterhin günstig. Im operativen Geschäft überzeugt das Unternehmen zudem mit einer soliden Eigenkapitalrendite von 13%. Außerdem zählt die Aktie mit einer Rendite von 4,2% zu den attraktivsten Dividendenpapieren im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Zu einem weiteren Favoriten im Qualitäts-Index hat sich heute auch die Siemens-Aktie entwickelt. Derzeit notiert sie schließlich bei 108,60 Euro. Die geplante Fusion der Zugsparte des Münchner Konzerns mit dem französischen Unternehmen Alstom wollen die EU-Kartellwächter nun bis Ende Januar prüfen. Die neue Frist endet am 28. Januar, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Schon Anfang August hatte die Brüsseler Behörde die laufende Prüfung unterbrochen. Sie fürchtet unter anderem eine Monopolstellung zulasten von Bahngesellschaften und Passagieren. Dies dürfte vor allem auf den Alstom-Konzern zurückzuführen sein, der den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV baut, den Konkurrenten der von Siemens produzierten ICE-Züge. Erst am Donnerstag hatte die australische Wettbewerbsbehörde ACCC erklärt, nach einer ersten Bewertung könnte der Zusammenschluss den Wettbewerb mindern und so möglicherweise zu höheren Preisen, schlechterem Service und weniger Innovation führen. Mit einer endgültigen Entscheidung wird aber schon am 29. November gerechnet. Siemens hatte die Zusammenlegung seiner Zugsparte mit der französischen Konkurrenz bereits vor knapp einem Jahr angekündigt. Beide Unternehmen wollen damit vor allem ein Gegengewicht zur starken Konkurrenz wie dem chinesischen Staatskonzern CRRC schaffen.

Als Qualitätsunternehmen realisiert Siemens schon seit Jahren operativ neben der EBIT-Marge von 10% auch eine beachtliche Eigenkapitalrendite. Derzeit liegt sie bei 14%. Zudem ist die Bewertung der Aktie auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin nur moderat. Dabei ergibt sich gegenwärtig nicht nur ein KGV von unter 14, angesichts der letzten Dividendenanhebung liegt die Kapitalrendite inzwischen auch wieder bei 3,4%. Der Industriekonzern glänzt hierbei vor allem auch mit seiner nachhaltigen Dividendenpolitik.

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