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Von TraderFox
04. November 2020

Trotz unsicherem US-Wahlausgang klettert der QIX Deutschland am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten wieder ins Plus und gewinnt am Nachmittag gut 1,7% dazu auf 13.560 Punkte. FUCHS PETROLUB überrascht mit weniger starkem Gewinnrückgang für die ersten 9 Monate und erhöht folglich die 2020er Prognosen. Siemens will seine Antriebstochter Flender offenbar für eine Milliardensumme an den US- Finanzinvestor Carlyle Group veräußern.

Überraschend positiv ausgefallene Zahlen haben am Dienstag die Aktie von FUCHS PETROLUB im Qualitäts-Index durch die Decke gehen lassen. Und auch heute klettert das Papier um 3,3% auf 46,70 Euro. Der weltweit führende Schmierstoffspezialist hat angesichts des zuletzt auf den Weg gebrachten Sparkurses sein bisheriges Gewinnziel erhöht. Insgesamt bleibt das Management aber trotz neuer Einschränkungen durch die Corona-Pandemie weiter zuversichtlicher als noch im Sommer. Der Aufwärtstrend, der sich bereits zum Ende des 2.Quartals abgezeichnet hatte, setzte sich in den vergangenen Monaten mit Wachstum in China und einer Erholung in Europa und Amerika fort, sagte der Unternehmenschef am Dienstag vor Analysten. Nach einem überraschend guten September habe FUCHS PETROLUB seinen Umsatz- und Ergebnisrückgang nach 9 Monaten letztlich reduzieren können. Von Januar bis Ende September schrumpften aber die Erlöse um 11% auf 1,74 Mrd. Euro. Der Gewinn war im Jahresvergleich um 19% auf 142 Mio. Euro zurückgegangen. Das Unternehmen, das vor allem hochwertige Schmierstoffe und verwandte Spezialitäten für nahezu alle Industrien wie Autozulieferer, Maschinenbauer und die Nahrungsmittelbranche entwickelt, hatte schon im gesamten 1.Halbjahr unter der Covid-19-bedingten Wirtschafsteinbruch gelitten. Durch die globale Aufstellung von FUCHS PETROLUB, dem robusten Produktmix und Maßnahmen wie Kurzarbeit und Reisestopp konnte aber operativ Schlimmeres verhindert werden. In jedem Monat wurden aber Gewinne erwirtschaftet, und das ist letztlich das, was unter Investoren zählt.

Für 2020 peilt der Vorstand nun auch einen Betriebsgewinn (EBIT) an, der um rund 15% unter dem Vorjahreswert von 321 Mio. Euro liegen soll. Im Sommer war das Unternehmen noch von einem Rückgang um 25% ausgegangen. Die Auswirkungen der Krise auf die Lieferketten, Produktion und Kundennachfrage seien weiterhin nicht verlässlich einschätzbar, warnte FUCHS PETROLUB aber dennoch. Der neuen Prognose liege dabei die Annahme zugrunde, dass es im 4.Quartal weltweit zu keinen weitreichenden Lockdowns kommen wird. In Anbetracht der vielfältigsten Nischenprodukte bleibt der Spezialschmierstoff-Hersteller mit einer hohen Eigenkapitalquote von 77% und der Eigenkapitalrendite von 20% aber weiterhin unverändert erfolgreich. Auch die zuletzt erwirtschaftete EBIT-Marge von 15% ist mehr als beachtlich. Und mit diesen Bilanzkennzahlen erfüllt die Aktie jedenfalls wichtige Kriterien im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Deutliche Zugewinne kann in dem heutigen Marktumfeld im Qualitäts-Index auch die Siemens-Aktie für sich verbuchen. Aktuell notiert sie damit bei 108,50 Euro. Der Industriekonzern hatte kürzlich angekündigt, die Antriebssparte Flender für eine Milliardensumme an den amerikanischen Finanzinvestor Carlyle Group veräußern zu wollen. Für die Münchener wäre dies ein weiterer Schritt bei der Umsetzung der laufenden Strategie Vision 2020+ hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf ein konzentriertes Technologieunternehmen. Erst im September wurde diesbezüglich die Energiesparte vom Management ausgelagert und erfolgreich an die Börse gebracht. Dem Verkauf der Flender-Tochter, einem weltweit führenden Hersteller von mechanischen und elektrischen Antriebssystemen, an die Private-Equity Gesellschaft, haben Vorstand und Aufsichtsrat von Siemens bereits zugestimmt. Die Schlüsselmärkte der Sparte waren bis zuletzt Bereiche wie Windenergie, Zement, Öl und Gas, aber auch Energieerzeugung, Wasser und Abwasser sowie Krane und Fördertechnik. Das Tochterunternehmen erzielte dabei mit rund 8.600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 2,2 Mrd. Euro. Mit dem Verkauf von Flender führen wir unsere Strategie zu einer neuen, fokussierten Siemens AG erfolgreich und konsequent weiter, betonte der Vorstand. Nun ist die Zeit, Flender als selbständiges Unternehmen zu positionieren und die Möglichkeit zu geben, Wachstumschancen der Zukunft zu erschließen.

Siemens selbst hat zudem in dieser Woche beschlossen, den meisten der konzernweiten Beschäftigten mit Ausnahme des oberen Managements einen Corona-Bonus von bis zu 1.000 Euro zukommen zu lassen, was letztlich rund 235.000 Mitarbeiter sein dürften. Die vergangenen Monate waren auch für unser Unternehmen eine gewaltige Herausforderung, die wir zusammen vergleichsweise gut gemeistert haben, so der Konzernchef. Die Zahlung unterstreiche die Wertschätzung für die außerordentlichen Leistungen und den Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen unter schwierigsten Bedingungen. Insgesamt will Siemens hierbei bis zu 200 Mio. Euro ausschütten. Die angekündigte Summe soll nach Möglichkeit noch im laufenden Jahr fließen.

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