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Von TraderFox
01. Juli 2019

Die auf dem G20-Gipfel am Wochenende zugesagte Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit treibt den QIX Deutschland am Montag kräftig an. Der Index legt dabei folglich bis zum Nachmittag um 1,1% auf 13.110 Punkte zu. FUCHS PETROLUB bekräftig auf Investorentag neben den 2019er Prognosen erneut auch das laufende 400 Mio. Euro schwere Investitionsprogramm. Infineon profitiert von der Entspannung im Handelskonflikt und konkretisiert seine Wachstumspläne für Asien.

Dank einer positiven Analystenstudie kann sich heute im Qualitäts-Index die Aktie von FUCHS PETROLUB als einer der größten Gewinner behaupten. Aktuell klettert das Papier dabei deutlich um 3,0% auf 35,60 Euro. Die Privatbank Berenberg hat heute die Aktie aus Bewertungsgründen von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 41 Euro angehoben. Wegen der schwachen Autobranche dürften die Geschäfte des Schmierstoffherstellers zwar erneut schwächeln, und für das 2.Quartal drohe eine Gewinnwarnung, schrieben die Analysten in einer Studie. Damit dürfte der Markt aber schon rechnen. Gleichzeitig habe sich die Aktie sei Jahresbeginn um 15% schwächer als die europäische Chemiebranche entwickelt und sie biete im Vergleich zur Branche eine hohe Rendite.

FUCHS PETROLUB hatte vergangene Woche einen Kapitalmarkttag für Investoren abgehalten, und dabei vor allem das laufende Transformationsprogramm FUCHS 2025 konkretisiert. Letztlich will das Management, wie schon angekündigt, von 2019 bis ins Jahr 2021 weltweit rund 400 Mio. Euro investieren. Der Focus liegt dabei in erster Linie auf Investitionen in neue und bestehende Produktionswerke. Hierdurch soll langfristiges Wachstum für den Schmierstoff-Spezialisten maßgeblich sichergestellt werden. Die Maßnahmen werden allerdings die Konzernergebnisse der kommenden Quartale zunächst leicht belasten. Zukünftige Wachstumschancen will FUCHS PETROLUB dem Vorstand zufolge besonders in Amerika, Osteuropa und China wahrnehmen. Das Unternehmen bekommt aber derzeit die sich immer stärker abzeichnende Schwäche der Automärkte in Deutschland und China zu spüren. Der Konzernchef hat zwar diesbezüglich Hoffnungen geäußert, dass die Nachfragedelle im 2ten Halbjahr überwunden werden könnte. Rekorderlöse wie in 2018 (+4%), dürften aber schwierig zu erreichen sein. Die Unternehmensführung selbst bestätigte auf der Veranstaltung zudem auch die bisherige Prognose. Demnach wird für 2019 mit einem Umsatz von 2,62 Mrd. bis 2,67 Mrd. Euro (Vorjahr 2,57 Mrd.) gerechnet. Das EBIT soll zwischen 352 Mio. und 364 Mio. Euro liegen. Unterstützung kommt dabei auch von Analystenseite. Diese erwarten, dass FUCHS PETROLUB von seinem Investitionsprogramm profitieren dürfte, sobald sich die globalen Märkte wieder normalisieren.

Angesichts vielfältiger Nischenprodukte ist der Schmierstoff-Produzent operativ mit einer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote von 77% und einer Eigenkapitalrendite von 20% weiterhin sehr erfolgreich. Aber auch die solide EBIT-Marge von 15% und die Gewinnmarge von 11% sind beachtlich. Mit diesen Kennzahlen erfüllt FUCHS PETROLUB jedenfalls wichtige Kriterien im Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.



Deutliche Zugewinne kann im Qualitäts-Index heute auch die Aktie von Infineon verbuchen. Aktuell steigt sie dabei um 4,2% auf nunmehr 16,20 Euro. Der Münchner Chiphersteller und Lieferant für die Autoindustrie profitiert damit von der sich abzeichnenden Entspannung im Konflikt zwischen den USA und China. Allerdings hatten Halbleiteraktien allgemein bereits im Vorfeld unter der Angst vor einer Eskalation des Handelsstreits und der allgemeinen Investitionszurückhaltung innerhalb der Chipbrache gelitten. Bei Infineon belastete zusätzlich die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Cypress. Positiv wurde dagegen die jüngste Nachricht des Unternehmens aufgenommen, das Südkorea-Geschäft weiter ausbauen zu wollen. Demnach strebt Infineon dort laut des für Asien zuständigen Vorstandes künftig einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. USD ( (900 Mio. Euro) an. Und auch in Indien sieht der Manager Potenzial. Das werde der nächste Wachstumsmarkt, sagte der Vorstand kürzlich dem "Handelsblatt". Es gehe dort nicht so schnell wie in China, aber das Land wird wichtiger. Dem Asien-Chef zufolge wachse der Umsatz von Infineon dort seit einigen Jahren zweistellig. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Die Münchner wollen in Zukunft aber generell nicht nur mit großen Konzernen, sondern auch mit aufstrebenden kleineren Firmen ins Geschäft kommen. Südkorea ist für den Chipproduzenten neben China und Japan der mit Abstand wichtigste asiatische Markt. Zudem dürften die Geschäfte in Vietnam und Indonesien künftig ebenfalls zulegen. Im Zuge des laufenden Handelsstreits lässt Infineon bereits jetzt schon immer mehr Waren in Vietnam fertigen, um die hohen Einfuhrzölle zu umgehen, die der US-Präsidenten seit Sommer 2018 verhängt hat.

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