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Von TraderFox
02. Oktober 2018

Die anhaltende Unsicherheit über Italiens umstrittene Schuldenpolitik drückt den QIX Deutschland am Dienstag nach dem starken Wochenauftakt wieder ins Minus. Trotz schwächerem Euro gibt der Index dabei bis zum Nachmittag leicht auf 13.865 Punkte nach. US-Gericht entscheidet im Rechtsstreit mit dem US-Generikahersteller Akorn zugunsten von Fresenius. Positiver Gewinnausblick, geringe Großschäden und höhere Ausschüttungsquote beflügeln weiterhin die Aktie der Hannover Rück.

Nach dem gestrigen Kurssprung ist die Fresenius-Aktie heute im Qualitäts-Index erneut einer der Gewinner. Aktuell steigt sie dabei leicht auf 69,10 Euro an. Der Medizinkonzern kann im Tauziehen um die Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn endlich aufatmen. Denn bereits am Montag hatte das zuständige US-Gericht entschieden, dass die Bad Homburger nach der zurückgezogenen Kaufofferte Akorn nicht übernehmen müssen. Das Gericht sah weitreichende Gründe für Fresenius, sich von dem Geschäft zurückzuziehen. Daraufhin schnellte am Montag auch die Aktie kräftig in die Höhe, während die Akorn-Papiere in Amerika massiv einbrachen. Fresenius hatte die 4,4 Mrd. USD schwere Übernahme im Frühjahr überraschend abgeblasen. Zugleich erhob der Vorstand schwere Vorwürfe gegen Akorn wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests. Der US-Konzern dagegen bestritt diese und bestand zudem auf die geplante Transaktion. Unter Analysten galt der Erwerb sogar als deutlicher Fehlgriff, da sich die Geschäfte von Akorn kurz nach Bekanntwerden der Übernahmeabsichten schlechter entwickelt hatten. Operativ läuft es dagegen bei Fresenius außerordentlich gut. Zwar hatte im 2.Quartal der starke Euro das Geschäft insgesamt etwas ausgebremst, wodurch der Umsatz um 2% auf 8,4 Mrd. Euro schrumpfte. Der Vorstand zeigte sich aber zuversichtlich, die Ziele für 2018 erreichen zu können. Alle vier Unternehmensbereiche haben hervorragende Zukunftsaussichten, betonte zuletzt der Manager. Und vor allem bei Fresenius Kabi schauen wir noch zuversichtlicher nach vorn als bislang.

Selbst nach der gestrigen Erholung ist die Bewertung der Fresenius-Aktie weiterhin durchaus attraktiv. Dabei weist sie für 2019 ein moderates KGV von 18 aus. Auch die Dividendenrendite ist zwar mit derzeit 1,1% nicht unbedingt die ertragreichste unter den Aktien im Qualitätsaktien-Index (QIX). Dafür ist aber das langfristige Dividendenwachstum des Konzerns umso bemerkenswerter. Zudem erwirtschaftet er eine Eigenkapitalrendite von 13% und eine starke EBIT-Marge von 15%. Damit entspricht die Aktie wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Angesichts des jüngst markierten Jahreshochs verzeichnet heute im Qualitäts-Index die Hannover Rück-Aktie ein kleines Minus und notiert bei 121,90 Euro. Die DZ Bank hatte zuletzt die Aktie zwar von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft, den fairen Wert aber auf 129 Euro belassen. Die Analysten rechnen laut einer Studie im 3. Quartal mit hohen Ergebnisbelastungen aus Vertragsauflösungen im US-Mortalitätsgeschäft. Das Jahresgewinnziel dürfte der Konzern aber dennoch erreichen. Falls nötig, könne Hannover Rück redundante Rückstellungen in der Schaden-Rückversicherung auflösen. Die neue Anlageempfehlung begründeten sie mit der schon guten Kursentwicklung seit Jahresbeginn.

Die Jahresziele hatte die Hannover Rück zuletzt nach dem überraschend guten Zahlenwerk für das 1.Halbjahr bestätigt. Insgesamt konnten dabei die Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr um immerhin 11,0% zulegen. Auch die vom Management erzielte Kapitalanlagerendite von 3,1% lag über den Erwartungen. Im Rahmen der von Januar bis Juni verbuchten moderateren Großschäden war zudem die Schadenquote rückläufig. Damit konnte der Rückversicherer seinen Halbjahresgewinn trotz höherer Steuerquote unerwartet um 4% auf 555 Mio. Euro steigern. Auch die nach den Vorgaben von Solvency II berechnete Kapitaldeckungsquote lag mit 256,0% auf einem beachtlich hohen Niveau. Der Vorstand der Hannover Rück äußerte sich derweil zur Gewinnprognose mit Blick auf die jüngste Vertragserneuerungsrunde durchaus positiv. Denn die Prämienverhandlungen in Monte Carlo zum 1.Juni verliefen für den Konzern insgesamt recht erfreulich. Die derzeit gute Ertragslage will das Unternehmen außerdem nutzen, um die im US-Personenversicherungsgeschäft bestehenden Belastungen überwiegend im 2. Halbjahr zu realisieren. Damit sollen vor allem auch die Folgejahre bilanziell entlastet werden. Das Konzernziel, erneut einen Jahresgewinn von über 1 Mrd. Euro einzufahren, wurde von der Hannover Rück gleichwohl bekräftigt. Dazu soll die Ausschüttungsquote für 2018 über der des Vorjahres liegen.

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