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Von TraderFox
04. Dezember 2018

Nach dem euphorischen Wochenauftakt hat der QIX Deutschland am Dienstag zunächst wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Damit schwächt sich die Hoffnung auf eine Lösung im US-Handelskonflikt mit China ab und lässt den Index ins Minus auf 12.590 Punkte abrutschen. Fielmann treibt mit Investitionen in 3D-Anprobe seinen Online-Brillenkauf voran. Deutsche Post setzt in den USA im Logistikbereich neben KI auch auf Roboter und erzielt damit beachtliche Produktivitätssteigerungen.

Zu den heutigen Tagesfavoriten im Qualitäts-Index hat sich mit einem Plus von 1,9% auf aktuell 56,65 Euro die Aktie von Fielmann entwickelt. Deutschlands größte Augenoptikerkette hatte zuletzt im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie einen weiteren Schritt in Richtung Brillenverkauf über das Internet gemacht. Über eine Tochtergesellschaft habe sich Fielmann mit rund 20% an dem französischen Technologieunternehmen Fittingbox beteiligt, teilte das Unternehmen in der vergangenen Woche mit. Fittingbox habe eine 3D-Technologie entwickelt, mit der die Kunden virtuell in einer künstlichen Realität ihre Brillen anprobieren können. Zudem sei das Unternehmen mit 13 Patenten weltweit führend im Bereich der 3D-Anprobe von Brillen und Sonnenbrillen. Mit dieser Investition vertiefen wir unsere strategische Zusammenarbeit, kommentierte der Vorstand von Fielmann die Beteiligung. Gemeinsam werde nun am Online-Brillenkauf in bewährter Qualität gearbeitet. Zudem wolle Fielmann damit die augenoptische Branche zum Vorteil der Kunden digitalisieren, ohne Kompromisse bei der Qualität machen zu müssen. Dazu sei die millimetergenaue Anpassung von Brillen in 3D notwendig, heißt es.



Über das Internet verkauft Fielmann bereits Kontaktlinsen, allerdings nur für registrierte Kunden. Auf den Online-Vertrieb von Brillen hat das Unternehmen bislang aber verzichtet. In den nächsten Wochen soll die 3D-Anprobe zunächst in Österreich getestet und danach 2019 schrittweise in Deutschland eingeführt werden. Operativ hatte Fielmann zuletzt auch unter den hochsommerlichen Temperaturen zu leiden. Schließlich stieg zwischen Juli und September der Umsatz nur um 0,5% auf 366,3 Mio. Euro. Der gruppenweite Brillenabsatz erhöhte sich ebenfalls in dieser Größenordnung auf rund 2 Millionen.

Zwar ist das aktuelle KGV der Fielmann-Aktie mit 24 nicht ganz so attraktiv. Dafür überzeugt der Hamburger Augenoptiker bereits seit etlichen Jahren mit nachhaltigen Wachstumszahlen. Auch sind diese mit einer Eigenkapitalquote von 75% sehr solide untermauert. Fielmann selbst erwirtschaftet operativ eine hohe Eigenkapitalrendite von 24% und eine EBIT-Marge von 16%. Dazu ist die derzeitige Dividendenrendite von 3,6% durchaus interessant. Mit diesen Kennzahlen erfüllt die Aktie wichtige Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leicht im Minus bei 28,40 Euro befindet sich dagegen heute im Qualitäts-Index die Deutsche Post-Aktie. Die Paketsparte des Logistikkonzerns DHL setzt künftig in seinen Lagerhäusern in Nordamerika verstärkt künstliche Intelligenz, selbstfahrende Fahrzeuge und Roboter ein. Damit soll vor allem die beständig steigende Nachfrage nach E-Commerce bewältigt werden. Zwar hatte die Deutsche Post ihren inländischen Paketdienst in den USA schon 2008 eingestellt, Spediteuren bietet sie aber nach wie vor Lagerung und Auftragsabwicklung an. Dabei tritt die DHL-Tochter gegen US-Wettbewerber wie United Parcel Service, FedEx und XPO Logistics an. Ungeachtet dessen dürfte aber angesichts des Online-Booms, das E-Commerce-Geschäft der Bonner in Nordamerika allein in diesem Jahr voraussichtlich um gut 25% wachsen.

Um diesem Wachstum letztlich auch Stand halten zu können, sollen nun 300 Mio. USD in die US-Einheit der Deutschen Post fließen. Hierbei geht es vor allem um die 350 der insgesamt 430 Lager, die mit neuen Technologien ausgestattet werden sollen. Auch selbstfahrende Rollwagen und Roboter werden dazugehören, die eigenständig Artikel aus ihren Lagerplätzen heraussuchen und sortieren können, sagte der Vorstandschef von DHL Supply Chain North America in einem Interview. Die Technologien in diesem Bereich haben sich wirklich verbessert, so dass wir die Chance haben, hier größere Investition tätigen zu können, so der Manager. Und die schon eingesetzten neuen Geräte zeigen bereits ihre Wirkung. Laut Deutscher Post erhöhten sie die Produktivität bisher um 25% und die Kapazitäten um 30%. Das ist beispiellos, sowas gab es noch nie, betonte daraufhin auch Präsident des nordamerikanischen Einzelhandels. Das sind wirklich entscheidende Technologien.

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