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Von TraderFox
11. März 2019

Zum Wochenstart sorgen vor allem die soliden Kursgewinne an den asiatischen Börsen beim QIX Deutschland für gute Stimmung. Nach dem Rückschlag in der Vorwoche steigt der Index dabei bis zum Nachmittag leicht auf 12.590 Punkte. Pressberichten zufolge dürfte das Bundeskabinett am Mittwoch den Weg für ein höheres Briefporto der Deutschen Post frei machen. FUCHS PETROLUB stärkt nach Rekordzahlen für 2018 mit erneutem Zukauf sein Schmierstoff-Geschäft in Australien.

Angesichts positiver Nachrichten ist heute im Qualitäts-Index die Aktie der Deutschen Post einer der Tagesfavoriten. Aktuell klettert das Papier dabei leicht auf 27,88 Euro. Einem Zeitungsbericht zufolge kann sich der Logistikkonzern wie erwartet auf einen womöglich deutlichen Anstieg des Briefportos freuen. Am Mittwoch wolle das Bundeskabinett eine neue "Post-Entgeltregulierungsverordnung" verabschieden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Wochenende. Änderungen an dem vom Bundeswirtschaftsministerium vorbereiteten Entwurf habe es in der Ressortabstimmung nicht mehr gegeben. Die Neuregelung zwinge die Bundesnetzagentur, der Deutschen Post einen sehr viel größeren Preiserhöhungsspielraum zu gewähren. Schon im Januar hatte die Bundesnetzagentur dem Unternehmen eine Portoerhöhung in Aussicht gestellt, diese wurde allerdings von Vorstand als zu niedrig bezeichnet. Daraufhin sprang das Bundeswirtschaftsministerium, dem die Netzagentur unterstellt ist, der Deutschen Post bei und kündigte eine Verordnungsänderung an. Hierdurch sollte der Preisspielraum wesentlich steigen. Letztlich könnte damit ein Standardbrief künftig sogar mehr als 90 Cent kosten. Laut der 'FAZ' werde jedoch erst in den kommenden Wochen entschieden, wie stark der Konzern die Preise erhöhen darf. In Kraft treten würden die neuen Preise voraussichtlich dann im Sommer.

Derweil will die Deutsche Post nach dem im vergangenen Jahr erlittenen Gewinneinbruch im Brief- und Paketgeschäft 2019 wieder auf Kurs kommen. Dabei soll der operative Gewinn (EBIT) von zuletzt knapp 3,2 Mrd. auf 3,9 bis 4,3 Mrd. im laufenden Jahr steigen, bekräftigte der Vorstand in der vergangenen Woche während der Präsentation zur Jahresbilanz. Zwar konnte der Logistikriese 2018 seinen Umsatz um 2% auf 61,6 Mrd. Euro steigern. Der operative Gewinn ging unter anderem auch wegen der teuren Frühpensionierung vieler Postbeamter um knapp 16% auf 3,2 Mrd. Euro zurück.

Ungeachtet dessen wird die Aktie der Deutschen Post auch nach der jüngsten Erholung nur mit einem niedrigen KGV von 11 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,5 bewertet. Vor allem im Branchenvergleich ist sie damit durchweg attraktiv. Und dank der stabilen Dividende ergibt sich mittlerweile sogar eine überdurchschnittlich hohe Rendite von 4,1%. Auch wenn der Konzern zuletzt für sein Kerngeschäft notwendige Umstrukturierungen eingeleitet hat, so lag die Eigenkapitalrendite dennoch bei 14%. Damit entspricht die Aktie wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Leichte Abgaben muss heute dagegen im Qualitäts-Index die Aktie von FUCHS PETROLUB verbuchen. Aktuell notiert sie damit bei 39,20 Euro. Der Schmierstoffhersteller hat sich nach seinem Rekordumsatz in 2018 erneut in Australien verstärkt. Der Vertrag zum Kauf der NULON Products Australia Ltd sei unterzeichnet worden, teilte das Unternehmen in der vergangenen Woche mit. Mit dem Abschluss der Transaktion werde Anfang des 2.Quartals gerechnet. Konzernangaben zufolge ist der Zukauf Teil der Expansion von FUCHS in das automotive Retailgeschäft und soll das bestehende Australien-Geschäft in den Bereichen Automotive, Bergbau, Industrie und OEM ergänzen. Dabei soll die Marke NULON, mit einem Umsatz von rund 40 Mio. AUD (ca. 25 Mio. EUR) und 65 Mitarbeitern, bestehen bleiben, auch die Produkte werden weiterhin lokal hergestellt, so FUCHS PETROLUB. Hier kommen zwei Familienunternehmen zusammen, ergänzte der Vorstand von FUCHS AUSTRALASIA. Die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von FUCHS werden die Innovationsplattform erweitern, für die NULON bestens bekannt ist.

2018 war jedenfalls für den weltweit führenden Schmierstoffspezialisten sehr erfolgreich verlaufen. Immerhin kletterten die Erlöse im Jahresvergleich um 4% auf einem Rekordwert von knapp 2,57 Mrd. Euro. Gebremst wurde das Wachstum jedoch von einer rückläufigen Nachfrage aus der Autoindustrie in China sowie ungünstigen Wechselkursen. Unter dem Strich blieb FUCHS PETROLUB aber ein Gewinn von 288 Mio. Euro, um damit 7% mehr als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr rechnet das Management angesichts geplanter Investitionen in neue und bestehende Werke allerdings mit einer etwas niedrigeren Gewinnentwicklung.

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