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Von TraderFox
07. August 2018

Positiv aufgenommene Quartalsberichte und die anhaltend gute Stimmung an den US-Märkten beflügeln am Dienstag den QIX Deutschland. Dabei klettert der Index auch heute wieder auf ein neues Monatshoch und notiert am Nachmittag bei 14.230 Punkten. Deutsche Post bekräftigt trotz höherer Kosten in Q2 im Brief- und Paketgeschäft die EBIT-Jahresprognose von rund 3,2 Mrd. Euro. Beiersdorf wächst dank tesa und asiatischen Märkten im 1.Halbjahr überraschend deutlich um fast 8%.

Ein deutliches Plus von 3,1% auf 30,47 Euro verzeichnet heute im Qualitäts-Index trotz durchwachsener Zahlen die Deutsche Post-Aktie. Dem Logistikkonzern machen derzeit sinkende Erträge im Paketgeschäft zu schaffen. Der operative Gewinn (EBIT) sei im 2.Quartal bei einem Umsatz von 15 Mrd. Euro um 11,2% auf 747 Mio. Euro gesunken, teilte das Unternehmen heute mit. In der Brief- und Paketsparte brach der operative Ertrag sogar von 260 Mio. im Vorjahr auf nur noch 108 Mio. Euro ein. Die Deutsche Post war im Paket-Geschäft getrieben durch den rasant wachsenden Online-Handel in den letzten Jahren zu schnell gewachsen und hatte dabei die Kosten aus den Augen verloren. Die Brief- und Paketsparte war aber schon in der Vergangenheit das Sorgenkind des Konzerns, da das Briefgeschäft durch den Siegeszug der E-Mail und anderer elektronischer Kommunikationswege schrumpft. Erst der boomende Online-Handel durch Amazon, Zalando & Co. verlieh dem Paket-Geschäft wieder Flügel und kurbelte den Umsatz kräftig an. Dementsprechend eilte die Deutsche Post von Rekord zu Rekord, doch auch die Kosten stiegen kräftig. Die Erträge seien nicht in dem Maße mitgewachsen, räumte zuletzt auch der Vorstand ein.

Der Manager will nun das Ruder herumreißen, aber das kürzlich eingeleitete Restrukturierungsprogramm kostet viel Geld. Vor allem das Programm für den vorgezogenen Personalabbau und Investitionen, die die Abläufe in Sortierung und Zustellung verbessern sollen, lastet auf der Bilanz. Auch verdienen die Beschäftigten der Deutschen Post dank eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft seit vergangenem Oktober weitere 1,7% mehr, in diesem Oktober kommen noch einmal 3% dazu. Deshalb hatte der Konzern erst im Juni seine EBIT-Jahresprognose um fast ein Viertel auf rund 3,2 Mrd. Euro zusammenstreichen müssen. Dieser Ausblick wurde nun bekräftigt, ebenso wie das Ziel eines operativen Gewinns von über 5 Mrd. Euro im Jahr 2020. Wir sind zuversichtlich, unsere Ergebnisziele für 2020 zu erreichen, betonte der Vorstand.

Die Deutsche Post überzeugte in den letzten Jahren nicht nur im Kerngeschäft mit stabilen Wachstumsraten sondern auch mit gesunden Kennzahlen. Vor allem die derzeit starke Eigenkapitalrendite von 24% des Logistikkonzerns sticht hierbei hervor. Für die Aktie ergibt sich inzwischen wieder ein 2018er KGV von 13, und auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 0,7 sehr niedrig. Beim Blick auf die bestehende Dividendenpolitik fällt ebenfalls die beeindruckende Nachhaltigkeit auf. Dabei hat das Management die Ausschüttung in den vergangenen Jahren beständig angehoben. Angesichts der für 2017 von der Deutschen Post zuletzt ausgeschütteten Dividende wirft die Aktie aktuell eine Rendite von 3,8% ab. Damit entspricht sie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Auch die Beiersdorf-Aktie kann heute im Qualitäts-Index in Anbetracht guter Zahlen durchweg punkten. Aktuell steigt sie dabei auf 100,60 Euro. Der Konsumgüterproduzent hat im 1.Halbjahr beim Umsatz überraschend deutlich um 7,7% auf 3,61 Mrd. Euro zulegen können. Die operative Marge (EBIT) legte dabei leicht um 0,2% auf 16,2% zu. Erfreulich verliefen vor allem die Geschäfte der Klebeband-Tochter Tesa. Hier konnte Beiersdorf gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 10,6% auf 656 Mio. Euro vermelden. Die Konzernsparte profitierte dabei von der anhaltenden hohen Nachfrage sowohl bei Industriekunden etwa aus der US-Automobilindustrie als auch bei Heimwerkern. Zudem verwies das Unternehmen auf die überdurchschnittlichen Zuwächse besonders in der Region Afrika/Asien/Australien. In diesen Regionen konnte Beiersdorf immerhin ein organisches Wachstum von 11,5% erzielen. Für den Konzern bedeutet das, dass er in den wichtigen Märkten immer mehr aufholt. Dies dürfte auch mit dem Erfolg der Luxus-Creme LaPrairie zusammenhängen. Die Marke steigerte in den ersten 6 Monaten den Umsatz um stolze 55,9%. Damit zeigt die Strategie des Vorstands, die kleineren Marken in einem eigenen Vorstandsressort zu bündeln, erste Wirkung. Auch auf dem nordamerikanischen Markt, der für Beiersdorf insgesamt ein schwieriger Markt mit hartem Wettbewerb ist, legten die Hamburger überraschend deutlich zu. Insgesamt wächst der Konzern damit gruppenweit stärker als die meisten Konkurrenten, die unter der Wachstumsschwäche bei Konsumgütern leiden. Folglich hält der Vorstand an seiner Gewinnprognose für 2018 fest und erhöhte die Umsatzprognose leicht. Die Gewinnmarge soll demnach stagnieren, der Umsatz um 5 bis 6% zulegen.

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