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Von TraderFox
09. Oktober 2018

Die anziehenden Renditen italienischer Staatsanleihen und die schwäche Wall Street drücken den QIX Deutschland am Dienstag wieder ins Minus. Bis zum Nachmittag gibt der Index dabei um 0,8% auf nunmehr 13.330 Punkte nach. Deutsche Post beginnt mit Ford zusammen in Köln die StreetScooter XL-Produktion und rechnet mit einer Jahreskapazität von rund 3.500 Stück. Allianz vertreibt erstmals selbst Kfz-Policen über das Vergleichsportal Verivox.

Die Aktie der Deutschen Post gibt heute im Qualitäts-Index leicht nach und notiert damit aktuell bei 28,95 Euro. Der Logistikkonzern startet am Dienstag in Köln zusammen mit dem Autobauer Ford die Serienfertigung eines großen E-Transporters. Der StreetScooter XL werde ein Ladevolumen von rund 200 Paketen haben und sei damit deutlich größer als die zwei bislang von der Post in Eigenregie produzierten Modelle, sagte ein Ford-Sprecher zum Produktionsstart. Mit einer Jahreskapazität von rund 3.500 Stück soll das Fahrzeug von 180 Mitarbeitern gebaut und zunächst ausschließlich von der Deutschen Post für Auslieferungen genutzt werden. Zudem kündigte der Autozulieferer Bosch an, die Vermietung von neuen StreetScooter-Modellen des Bonner Konzerns zu testen. Von Dezember an werde das Unternehmen an Toom-Baumärkten die elektrischen Transporter zur Miete anbieten, gab Bosch am Dienstag bekannt. Dabei sei zunächst geplant jeweils ein Fahrzeug an Baumärkten in Freiburg, Berlin, Frankfurt, Leipzig und Troisdorf bei Köln anzubieten. Der Testlauf soll insgesamt ein Jahr dauern. Auch das schwedische Möbelhaus IKEA bietet bundesweit bereits gemeinsam mit der Autovermietung Hertz elektrische Transporter zum Ausleihen an, darunter auch einen StreetScooter der Deutschen Post.

Angesichts des jüngsten Kursrückgangs wird die Aktie des Logistikers derzeit nur mit einem KGV von 13 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,7 bewertet. Damit ist sie vor allem im Branchenvergleich weiterhin attraktiv. Infolge der für 2017 vom Management der Deutschen Post ausgeschütteten Dividende wirft die Aktie inzwischen zudem sogar eine Rendite von 3,9% ab. In den letzten Jahren ist das in Bonn beheimatete Unternehmen aber nicht nur im Kerngeschäft stabil gewachsen, sondern glänzt auch mit gesunden Kennzahlen. Besonders die derzeit starke Eigenkapitalrendite von 24% sticht hier hervor. Die Aktie befindet sich damit zu Recht im Qualitätsaktien-Index (QIX). Damit erfüllt die Aktie wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Relativ stabil zeigt sich heute im Qualitäts-Index die Aktie der Allianz, die letztlich ein leichtes Plus auf 190,20 Euro verbuchen kann. Der Münchener Versicherer hat sich mit seiner Autoversicherungssparte überraschend für neue Vertriebswege entschieden. Die Kfz-Policen sind seit vergangener Woche auch über das Internet-Vergleichsportal Verivox erhältlich, wie ein Sprecher von Allianz gegenüber der Zeitung Euro am Sonntag bestätigte. Deutschlands zweitgrößter Kfz-Versicherer revidiert damit seine bisherige Verkaufsstrategie. Denn bislang bot die Allianz über Vergleichsportale lediglich Verträge ihrer Onlinetochter Allsecur an. Der jetzige Schritt ist vor allem deshalb bemerkenswert, da in den kommenden Wochen voraussichtlich die meisten Anbieterwechsel des Jahres stattfinden werden. Insgesamt sichern sich Vergleichsportale aber auch einen immer größeren Teil dieses Wechselgeschäfts und lassen sich das von den Versicherern bezahlen.



Der deutsche Kfz-Marktführer HUK-Coburg und dessen Onlinetochter HUK24 verzichten dagegen komplett auf einen Verkauf über Vergleichsportale. Noch Ende September hatte der Vertriebsvorstand der Allianz Deutschland erklärt, man werde die bisherige Online-Strategie beibehalten. Er sagte damals, Policen der Marke Allianz böten einerseits mehr Optionen und einen besseren Service für Kunden, und seien andererseits üblicherweise teurer als Allsecur-Angebote. Darüber hinaus ist die Entscheidung des Unternehmens ein weiterer Schlag für die rund 8.000 Ausschließlichkeitsvertreter. Gerade sie sind an einem möglichst geringen Vertrieb über das Internet interessiert, um die Policen selbst verkaufen zu können. Dabei gelten Kfz-Versicherungen als Türöffner, um auch noch andere Allianz-Angebote an den Kunden zu bringen.



Die Allianz-Aktie selbst wird derweil trotz der zuletzt gezeigten Erholung nur mit einem KGV von 11 bewertet. Damit ist sie nicht nur im Branchenvergleich attraktiv, sondern zählt auch unter den Werten im Qualitätsaktien-Index mit zu den günstigsten Papieren. Außerdem überzeugt neben dem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,8 auch die weit überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite von 4,2%. Die Allianz glänzt dabei vor allem auch mit ihrer langfristigen Ausschüttungspolitik. Seit 2008 wurde die Dividende beständig von 3,50 Euro auf zuletzt 8,00 Euro immerhin mehr als verdoppelt. Alle Anleger wurden dabei mit einer Rendite von im Schnitt 4,8% verwöhnt.

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